Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1053419
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Gestele 
Geyer, J. 
seinen Eltern wieder verständigt hatte, nach Hause. Hier widmete er sich nun ab- 
wechslungsweise der Poesie und Malerei und machte in beiden Kunstgattungen Fort- 
schritte, durch die er sich die Achtung seiner Landsleute und Zeitgenossen erwarb. 
Nachdem er sich verheirathet, übte er von 1765 an fast ausschliesslich die Land- 
schaftsmalerei und die Radirkunst. Namentlich seine radirten Blätter fanden viele 
Bewunderer und wurden theuer bezahlt. Er wurde in den Rath seiner Vaterstadt 
aufgenommen, lebte zuletzt nur noch als Künstler und starb still und sanft, wie 
er gelebt, und wie sich dieses Leben in seinen Schriften und in seinen künstlerischen 
Arbeiten wiederspiegelt, an einem Schlagiiusse. 
Gessnefs Gemälde, meist in Wasserfarben ausgeführt, sind in Frankreich, Eng- 
land, Russland, Deutschland und der Schweiz zerstreut. Seine radirten Blätter, über 
300, gelten heute noch für eine Zierde ihrer Art in jeder Sammlung. In ihnen 
zeigt sich, wie in seinen Dichtungen, eine ihm eigene Idyllenart. Er führt uns in 
denselben jene glücklichen Wesen vor, die in seinen Gesängen reden und handeln, zeigt 
uns jene seligen Gefilde, die sie bewohnen. Es herrscht in ihnen neben einer trau- 
lichen, von jedem Weltgeräusche abgesonderten zauberischen Einsamkeit, eine rei- 
zende Fülle der Darstellung. Auch nehmen wir iu ihnen wirklich ein ausgezeichnetes 
Talent für landschaftliche Darstellung wahr, finden sogar in verschiedenen Blättern 
eine freie Auffassung und Behandlung. Aber bei Weitem die Mehrzahl seiner Dar- 
stellungen verliert sich in eine süssliche Sentimentalität, welche die keusche Einfalt 
und Naivetät der Natur in conventionelle Bande schlägt. Die Figuren sind nicht 
immer gut gezeichnet, doch haben sie meistens den ihnen zukommenden Ausdruck, 
auch sind sie fast jederzeit am rechten Platze. 
Zu seinen schönsten Blättern zählt man: 10 Blätter Landschaften, dem Watelet 
gewidmet (1764); 12 Blätter Landschaften (1767); 10 Blätter Landschaften mit 
mythologischen Figuren (1769-1771); 20 Blätter idyllische Scenen (1772-1775) 
zur Prachtausgabe seiner Idyllen gehörig.  
Sein vollständiges Werk, aus 337 Blättern bestehend, kam 1802 zu Zürich 
unter dem Titel: Salomon Gessnefs sämmtliche radirte Blätter, oder: Oeuvre 
complet de Salomon Gessner heraus. 
Geste1e,Marcus van, ein niederländischer Maler, der in der ersten Hälfte des 
15. Jahrhunderts blühte und, in Gemeinschaft init Jan van Coudenberghe, im 
Jahr 1430 eine Tafel für die Kirche von Roselede und im Jahr 1445 ein grosses Altar- 
bild für die Martinskirche zu Kortryk ausführte. 
Geuzendam, G. J  ein Maler aus Pekcl-A (einem Dorfe in der Provinz Gröningen), 
erhielt seine Kunsthildung bei G. de San in Gröningen, woselbst er sich später, 
von 1801-1811, als Zcichnungslehrer niederliess, und Bildnisse en miniature und 
in Oel malte oder mit dem Bleistifte zeichnete. In der Folge soll er nach Russland 
gereist, auf der Rückreise in's Vaterland aber gestorben sein. 
Geyer, Alexius, ein treiflicher Landschaftsmaler aus Berlin, der sich durch seine 
Bilder Verdienst und Anerkennung erworben. 1852 von einer zehnjährigen Studien- 
reise in Italien, Sißilien, Aegypten , Nubien, Armenien, Syrien, Palästina, Griechen- 
land und KlCina-Sißll zurückgekehrt, ist der Künstler eifrigst bemüht, seine ge- 
sammelten SkiZZCII in grösseren Bildern zu verarbeiten, von denen wir seither ver- 
schiedene auf den Kunstausstellungen sahen. Man rühmt an ihnen die geist- und 
talentvolle Auffassung und die Naturwahrlieit, tadelt aber eine gewisse lvionotomie 
in Form und Farbe. 
Geyer, Georg, ein Lßrndschaftsmaler aus Wien, geb. 1823 , von dem man in der 
Gallerie des Belvedere zu Wien eine sehr schöne Ansicht des Reicllenauer-Thales 
(1849) sieht. 
Geyer, JÄ, ein ausgezeichneter Historien- und Genwlllalßf der Gegenwart, geb, 
1807 zu Augsburg, malt vorzüglich humoristische Sßellell mit grosser Meisterschaft. 
Namentlich bietet ihm die Zopf- und Pefückenzeit unerschöpflichen Stoff zu witzigen 
und launigen Darstellungen. Ungesucht schaltet bald ein köstlicher Humor in seinen 
Bildern, bald schwingt die Satyre darin ihre bittere Geissel, immer aber ist das
        

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