Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1053399
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Gerstmeyer 
Geselschap. 
Gerst wurde für seine Verdienste durch Verleihung des rothen Adlerordens 
vierter Klasse ausgezeichnet. 
Gerstmeyer, Joseph, geb. 1801 zu Wien, ein ausgezeichneter Landschaftsmaler, 
dessen Bilder stets zu den hervorragendsten Zierden jeder Ausstellung gezählt wer- 
den. Wir kennen von ihm eine Ansicht von Rodaun; die St. Annakapelle zu Neuberg, 
in Steyermark (1845); eine Waldlandschaft bei Sonnenuntergang (1847); eine vor- 
treifliche Ansicht von Klosterneuburg (1850), letzteres Gemälde in der Gallerie des 
Belvedere zu Wien. 
Gertener, Madern, der Erbauer des Domthurms zu Frankfurt a. M., dessen Name 
zuerst 1387 erwähnt wird. Er scheint auch schon gegen das Ende des 14. Jahr- 
hunderts städtische Bauten ausgeführt zu haben, doch wurde er erst 1411 beim Dom- 
bau angestellt. Der Grundstein zum neuen Thurme des Doms wurde 1415 gelegt und 
der Werkmeister Madern Gertener erhielt einen jährlichen Gehalt von zehn Gulden 
und noch zwei andere Gulden jährlich als Geschenk. Im Jahr 1423 wurde das erste 
Gewölbe geschlossen, der Meister scheint indessen schon 1432 gestorben zu sein, 
weil in diesem Jahre ein Meister Leonhard als Werkmeister des Baues erscheint. 
Literatur. Passavnut , Kunstreise durch England und Belgien. 
Gertner, Johann, ein ausgezeichneter Porträtmaler, geb. 1818 zu Kopenhagen, 
bildete auf der Kunstschule seiner Vaterstadt sein glückliches Talent ungemein rasch 
aus, begab sich dann auf Reisen und gilt jetzt für den bedeutendsten Porträtmaler 
seines Vaterlandes. Seine Bildnisse erfreuen durch die interessante Auffassung, die 
grosse Naturtreue , feine Farbe und die ungemein fleissige Ausführung. 
Geselschap, Eduard, Historien-, namentlich aber ganz ausgezeichneter Genre- 
maler, wurde 1814 zu Amsterdam, wohin sich seine Eltern während der Blokade 
ihrer Heimathstadt Wesel geflüchtet hatten, geboren, er liess sich aber später in 
Düsseldorf nieder, woselbst er eine Thätigkeit entfaltete, die ihn bald unter die 
ersten dortigen Künstler stellte. Anfänglich war er in der Wahl einer festen Rich- 
tung, die seine ganze künstlerische Individualität auszusprechen geeignet wäre, 
schwankend. Er versuchte es mit dem romantischen Genre, der Geschichte und sogar 
mit biblischen Stoffen. Mit den letzteren hatte er aber am wenigsten Erfolg, obgleich 
er auch in diesem Fache ansprechende Bilder schuf, wie seine Grablegung Christi, 
seine Anbetung der heil. drei Könige beweisen. Schon mehr zu Hause fühlte er sich 
in der Romantik, denn sein: Götz von Berlichingen vor den Rathsherren zu Heil- 
bronn; Faust in der Studirstube; Valentin, aus dem "Faust"; Romeo und Julie 
in der Gruft; die Auffindung der Leiche Gustav Adolph's auf dem Schlachtfelde bei 
Lützen; eine Gruppe Soldaten aus dem dreissigjährigen Kriege, die Nachts bei 
Fackelschein ein Bacchanal in einer alten Kirche feiern, haben grosse, zum Theil 
ausgezeichnete Verdienste. So sehr nun auch diese Bilder gefielen und Ruhm und 
Ehrensold eintrugen, so fühlte sich der Künstler doch erst recht auf heimischem 
Boden, als er es unternahm, das bürgerliche Leben in seiner heimlichen Poesie zu 
schildern. Auch hier fanden sich Anfangs noch Anklänge an die romantische Auf- 
fassung, wie er unter Anderem in seinem Christkindchen zeigte, das als überirdisches, 
lichtausströmendes Wesen in einer Bauernfamilie erscheint." Nichtsdestoweniger 
erntete Geselschap mit diesem Gemälde voll hübscher und sinnreicher Gedanken, 
massvoller Haltung und in jeder Beziehung rühmenswerther Ausführung volles Lob. 
Auf demselben Gebiete, aber in ganz natürlichen Verhältnissen und in höchst humo- 
ristischer Weise, bewegte sich der Künstler endlich in seinem: Nikolasabend, einer 
Darstellung voll Geist und Leben, mit tüchtiger Individualisirung des Kinderlebens 
und von herrlicher Lichtwirkung. Ein anderes grösseres Gemälde, das alles Lvb 
verdient, ist: die Kinderwäsche am Samstag Abend. Ganz vortreiflieh sind ferner 
einige Situationsbilder: das Mütterchen am Spinnrad; ein alter am Ofen sitzender, 
in der Bibel lesender Mann; das Geschenk der Mutter; die kleine Eitelkeit; der 
Grossvater, seinen Enkel in Schlaf wiegend; endlich ein vorzügliches Bild: "DRESS 
hat Christkindchen der Mutter gebracht". 
lilßflil-lr- Wolfg. Müller, Düsseldorfer Künstler.
        

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