Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1053383
Germes  Gerst. 
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dass er schon in früher Jugend das Bildniss des Infanten Philipp malen durfte, der 
mit dem Hofe in seine Vaterstadt kam. Er erhielt später den Beinamen „Pinto_r de 
las Pastoras", weil er seine Madonnen als Schäferinnen, von Heerden umgeben, malte, 
und sie so anmuthig, lieblich und plastisch darzustellen wusste, dass sie oft für Werke 
des Murillo gelten. In den letzten Jahren seines Lebens verfiel er in eine unschöne 
Manier. Um seinen Bildern eine grössere Kraft des Helldunkels zu verleihen, stei- 
gerte er seine Schatten auf eine Weise, dass man in dem nachgedunkelten Zustande, 
in dem sie sich jetzt befinden, oft kaum den dargestellten Gegenstand mehr erkennen 
kann. Seine besten Gemälde trifft man zu Sevilla. Er war Mitglied der königl. Aka- 
demie S. Fernando zu Madrid. 
Germes, Jaques de, mit dem Beinamen: Jacques de Bruxelles, ein belgischer 
Bildhauer, der um die Mitte des 15. Jahrhunderts blühte. Er vollendete im Jahr 1455 
das Grabmal des Louis le Mäle, Grafen von Flandern, das Philipp der Gute in der 
Collegiatkirche St. Peter zu Ryssel errichten liess. 
Germyn, Simons, Maler, geb. 1656 zu Dordrecht, bildete sich bei Gottfried 
Schalken und später nach L. Smits. Er malte meistens Verzierungen, Früchte 
und Blumen. 
Gerome, Jean Läon, Historienmaler, geb. zu Vesoul (Departement der Haute- 
Saöne), bildete sich unter Paul Delaroche, folgt aber in seinen Bildern in der 
Conception nicht seinem Lehrer, sondern ergeht sich mehr in Reminiscenzen aus den 
Antiken, den Werken RaphaePs und Ingres'. Seine Gemälde entfalten grosse 
Schönheiten, die aber nur nicht immer über die Missgriife in der Wahl und Erfindung 
des Stoffs zu trösten" vermögen. Wir kennen von ihm zwei griechische Kinder, ein 
Mädchen und einen Knaben, Welche dem Kampfe zweier Hähne zusehen, ein Bild 
in Lebensgrösse; das Innere eines griechischen Hauses; eine „Erinnerung aus Italien" 
(1851); Paestum, eine vortreffliche Landschaft (1852). Auf der grossen Pariser 
Kunstausstellung im Jahr 1855 sah man von ihm: das Zeitalter des Augustus; eine 
Erholung im Feldlager; Heerdenhüter und einen Pifferaro. 
Geron, Matthias, Maler und Formschneider aus Lauingen, von dem sich im Stadt- 
hause daselbst noch ein mit nebenstehendem Monogramm und der Jahrszahl 1551 
bezeichnetes Gemälde, die Belagerung dieser Stadt durch Karl V. darstellend, be- 
ündet. Von demselben Meister dürfte auch ein Gemälde herrühren, das Passavant 
(Kunstblatt Jahrgang 1841 , Nro. 104) in der Gallerie des Duca Litta. Visconti Aresi 
gesehen. Dasselbe stellt die Geschichte des Paris und die Zerstörung von Troja dar 
und ist mit dem zweiten Monogramm und mit der Jahrszahl 1540 bezeichnet. Auch 
die mit dem ersteren der beiden Monogramme bezeichneten Holzschnitte in einem 
Missale für die Diößese Augsburg vom Jahr 1555 scheinen von der Hand dieses M 
Meisters zu sein. Aus der Zeichnungsweise der letzteren und der Zeit zu schliessen, 
in welcher Sie entstanden I scheint der Maler und Formschneider Matthias Geron ein 1911111 
Schüler des Hans Burgkmair gewesen zu sein. 011ml?! 
Gergt , Johann Karl Jakob , ein trefflicher Landschafts- und Theaterdekorations- 
maler, geb. 1792 zu Berlin, gest. daselbst 1854, erlernte in seiner Vaterstadt bei 
dem königl. Dekorationsmaler Verona, einem Manne von Geist und Geschick, die 
Dekorationsmalerei, wurde 1815 als Hiilfsmaler des an Verona's Stelle berufenen 
Prof. Burnath und 1818 definitiv als königl. Dekorationsmaler in Berlin angestellt. 
Als solcher führte er mehrere höchst grossartige Entwürfe des geistreichen S chinkels 
zu Dekorationen für die Zauberflöte, Ferd. Cortez, Nurmahal, Armide u. s. w. aus, 
Womit eine ganz neue Epoche für die Theaterdekorationsmalerei begann. Gerst er- 
kannte in ihnen das wahre Wesen dieser Kunstgattung, studirte auf Grund derselben 
noch mehr Wie bisher die Architektur in ihren Stylverschiedenheiten und in ihren 
grossartigen linearen Wirkungen und verband mit diesen Uebungen zugleich ein noch 
ileissigeres und sorgfaltigeres Naturstudium. So entstanden eine grosse Anzahl selbst- 
ständiger herrlicher Dekorationen zu Opern, Balleten und Schauspielen , die er theils 
selbst fertigte, theils nach seinen Entwürfen ausführen liess.  Schüler von ihm. 
waren: C. Graeb, Prof. Biermann, E. Pape und Fiedler. 
        

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