Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1053121
Gauermann , Friedrich 
GauHier. 
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der Sacristeien: die vier Evangelisten, in einer anderen die Apostel und im Refecto- 
rium: die Fusswaschung und Christus am Oelberg. 
Literatur. B ermu dez , Dieeionario historico de los mns illustres profess0res de las helles artes eu Espafm, 
Gauermann, Friedrich, ein ausgezeichneter Thiermaler, geb. 1807 zu Miesenbach 
in Niederösterreich, erlernte die Kunst auf der Wiener Akademie, bildete sich aber in 
seinem speciellen Fache namentlich durch tüchtige Studien der Natur in Steyermark, 
Tyrol und Salzburg zu einem der ersten Meister durch sich selbst. Er malt Land- 
schaften, Thiere und Scenen aus dem Leben, und Alles mit einer Vollendung, wie nur 
eine hohe künstlerische Begabung sie zu erzielen im Stande ist. Vorzugsweise aber 
ist es die Thierwelt, die er unnachahmlich darzustellen versteht; er weiss aber auch 
nicht minder die landschaftliche Umgebung, sowie das kräftige Volk der Hirten und 
Jäger im friedlichen und feindlichen Zusammentrefen mit der Thierwelt zu schildern. Am 
liebsten wählt er Scenen des Kampfes oder der gewaltsamen Bewegung, des Ringens 
mit den Elementen oder des Fliehens vor ihrer Gewalt. Seine Bilder zeichnen sich 
durch die lebendige Auffassung, die grosse Naturwahrheit und treue Charakteristik, 
durch die harmonische, Tiefe und Kraft mit Klarheit verbindende Färbung und die 
vollendete Durchführung aus. Unter die besten der grossen Anzahl von Gemälden, die 
Gauermann ausgeführt, zählt man: einen jungen Bauern und ein Bauernmädchen, 
auf dem Felde bei einem Pduge, dessen ausgespannte Zugthiere nebenher weiden, 
ausruhend (1829); eine Felsenschlucht, in welcher ein Geier auf einemiverendenden 
Hirsche sitzt, während ein zweiter auf ihn herabstösst, um ihn von seiner Beute zu 
vertreiben (1832); einen auf dem Felde mit Pflügen beschäftigten Ackersmann, zur 
Seite sein Weib mit ihren Kindern unter einem Baume ruhend (1834); die Einschilfung 
der von der Alpe zuriickkehrenden Heerden am Königsee (1839); alle vier Bilder 
in der Gemäldegallerie des Belvedere zu Wien; die Heimkehr im Sturm (gestochen 
von J. Pa ssini)  einen Hirsch, der von Bären überwältigt wird; ein Ungewitter im 
Gebirge (1841); die Raubschützen am Königsee (1845); Kühe auf der Waide; 
den Brunnen in Zell am See (lith. von H. Brunner); die _Gems_jagd (lith. von 
Brunner); einen erlegten Eber, der in einer Gebirgsschlucht von Fanghunden ge- 
funden wird (1847); einen Eber, der von hungrigen Wölfen angefallen wird (1847); 
Kühe auf der Waide; den Kohlenmeiler; eine Viehtränke (1852); einen Schiffzug 
(1854); einen erlegten Bären (1854). Auf der grossen Pariser Kunstausstellung 
im Jahr 1855 sah man von Gauermann: einen feldbauenden Landmann; einen unter 
den Klauen von Geiern verendenden Hirsch; das Ende der Jagd; Halt auf dem Berge. 
Gauermann hat auch einige Blätter sehr schön radirt. Wir kennen 15 Blätter 
Thierstudien (1821-1825) und eine Lithographie von ihm: eine Waldparthie mit 
Rehen (1844). 
Im Jahr 1847 verlieh der König der Niederlande dem Künstler den luxem- 
burgischen Orden der Eichenkrone. 
"Gauermann, Jakob, der Vater des Vorhergehenden, Landschafts-, Genremaler und 
Kupferstecher, geb. 1772 zu Oeifingen bei Cannstatt, erhielt seine erste Bildung auf 
der Karlsakademie zu Stuttgart, kam aber schon 1798 nach Wien, wo er sich später 
dauernd niederliess und sich durch seine Darstellungen steyermärkischer und tyro- 
lischer Gebirgsansichten und Volksscenen einen geachteten Namen erwarb. Allge- 
meiner bekannt als durch seine Gemälde, die meistens in Aquarellen bestanden, WllTde 
er durch seine Radirungen, namentlich durch seine zwei grosse heroischen Land- 
schaften mit Figuren und Vieh (1805) und zwölf Blätter Landschaften, letztere nach 
G. Po uss i n. 
38115161, 1.01118, Historienmaler, geb. 1761 zu La. Rochelle, gest. 1801 Zu Florenz, 
war ein Schüler von Hugues Taraval und trug imJahr 1784 den ersten akade- 
mischen Preis davon. Im Louvre zu Paris sieht man von ihm: Cornelia. die Mutter 
der Gracchen, wird von römischen Frauen angegangen, ihre Juwelen dem Staat zu 
opfern, und drei junge Männer, welche Abraham erscheinen und ihm verheissen, dass 
Sarah einen Sohn gebären werde. 
' Abgebildet in den I) enkmäle n. der Kunst. Atlas zu Kuglersliandb. der Kunstgesch. Tat". 126 A, F15. 6. 
uanu, Künstler-Lexikon. n. 11
        

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