Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1053044
Gaukoßen  Garbo. 
153 
hinterlassenen Compositionen (von denen sich die meisten im Besitz des Legaticnsrath 
v. Wagner in Stuttgart befinden), aus den Nibelungen, aus dem alten und neuen Testa- 
ment, zeichnen sich durch die ungewöhnliche Begabung ihres Urhebers, ihre durchaus 
originale und grossartige Auiiassung des rein Künstlerischen aus der Natur und dem 
Leben, sowie durch die Richtigkeit und Tiefe des "Gefühls aus.  Uhland hat dem 
früh Dahingeschiedenen die in seiner Liedersammlung abgedruckten bekannten drei 
herrlichen Sonette gewidmet. 
Gankoüen, Jörg, ein Steinmetz aus Halspach, gest. 1488, der das Mauerwerk der 
Frauenkirche zu München aufgeführt und den man auch für den Baumeister derselben 
zu halten geneigt ist. 
Gantrel, Etienne, ein Kupferstecher, geb. zu Paris 1626 (nach Andern 1640) und 
1704 noch am Leben, stach viele Blätter nach Poussin, den Caracci, Le Brun, 
Le Sueur, Guido u. s. w. 
Ganz, Johann Philipp, Zeichner und Kupferstecher, geb. 1746 zu Eisenach, stach 
in Linien- und getusohter Manier. Er erhielt zu Hannover den Titel als Hofkupfer- 
stecher und ward Mitglied der Maler- und Bildhauerakademie zu Kassel. 
Gansdaele, Rombout van, genannt Kelderman, ein Baumeister, der um 1530 zu 
Mecheln blühte. Er führte den Titel eines Hauptbaumeisters Karl's V. und half den 
Bau des Rathhauses von Oudenaarde vollenden. 
Garavaglia, Giovita, ein vorzüglicher Kupferstecher, geb. zu Pavia 1789 (nach 
Anderen 1790), gest. als Professor der Kupferstecherkunst zu Florenz 1835, bildete 
sich nach Anderloni und Longhi, denen er später als Künstler ebenbürtig zur 
Seite stand. In seinen Arbeiten findet man ein geistvolles Eingehen auf die Eigen- 
thümlichkeiten des Originals, verbunden mit einem glänzenden Grabstichel. Zu seinen 
besten Blättern zählt man: die Madonna della Sedia (1828) und die heil. Familie in 
einer Landschaft (1817), beide nach Raphael; Jakob und Rahel, nach Appiani 
(1831); die heil. Magdalena mit dem Salbengefäss, nach C. Dolci (1832); Herodias 
empfangt das Haupt des Johannes, nach B. Luini; Beatrice Cenci, nach Guido 
Reni; Hagar in der Wüste, nach F. Baroeci (1823); Madonna mit den Sternen um 
das Haupt, nach G. Reni; die heil. Jungfrau mit dem Kinde auf dem Schoosse und 
dem kleinen Johannes, nach S. Gimignano. 
Literatur. Kunstblatt, Jahrg. 1835. Nro. 81. 
Garbieri, Lorenzo, Maler aus Bologna, geb. 1580, gest. 1654, war ein Schüler 
von Lod. Caracci, dem er auch in der Grossartigkeit der Formen, im Ausdruck der 
Gesichtszüge und Geberden glücklich nachstrebte. Allein sein von Natur aus trübes 
und linsteres Gemüth gefiel sich nur in der Wahl trauriger Stoffe, in Mord- und 
Schreckensscenen, für deren Darstellung er dann Caravaggio zum Vorbild nahm. 
Zu Bologna sieht man noch heute von ihm unter den von den Caracci und ihrer 
Schule gemalten Fresken mit Geschichten aus dem Leben der h. h. Benedict und 
Cäcilie im Klosterhofe von S. Michele in Bosco: den heil. Benedict als Knabe in der 
Wüste, die Taufe Valerians durch Urban, die Enthauptilng der heil. Cäcilia und fromme 
Christen, die das Blut der heil. Cäcilia sammeln, den heil. Benedict, wie er einen 
Bauern von Räubern befreit, .und die Grablegung desselben; ferner Altargemälde 
in mehreren dortigen Kirchen, 111 Mantua u. s. w.  Sein Sohn Carlo übte die Kunst, 
die er vom Vater erlernt hatte und. in der er es so weit wie dieser hätte bringen 
können, zu seinem Vergnügen.  
Garbo, Raffaenjlw (191, Maler aus Florenz, geb. 1466, gest. 1524, erlernte die 
Kunst, bei pilippino Lippi und machte darin so grosse Fortschritte, dass man 
anfänglich glaubte, er werde Selnen Lehrer überllügeln. Jedenfalls kam er ihm in 
seinen früheren mehr alterthümlichen Bildern in der dem Fili p pino eigenen Liebens- 
wüydigkeit, und zaften Gßmüthlichkeliü, 1m dramatischen Leben der Composition, in den 
anmuthigen Köpfen und der zierlichen Durchbildllng gleich- sPätcr folgte er mehr 
der von Raphael undlMichelßllgelß ausgegängenen Richtung der neueren Kunst, 
e, wusste aber dieselbe nicht mit Glück zu behandeln. Dazu kam häusslicher Kummer 
und Druck. Die Sorge für eine Zahlreiche Familie nöthigte ihn, die allergering-
        

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