Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1053031
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Gandolü; Democrito  Gangloff. 
macht. Auch in der dortigen Peterskirche soll ein Bild von ihm, eine Madonna mit 
Iohannes dem'Tä.ufer und dem heil. Christoph zu sehen sein. Wie hoch er in der 
Achtung seiner Zeitgenossen gestanden, geht wohl am besten aus dem Umstand hervor, 
dass ihm nach Correggids Tod die Malereien der Tribune im Dome zu Parma über- 
tragen wurden; er starb aber auch darüber und so kamen dieselben an einen Dritten 
Gandolü, Democrito, der Sohn des Mauro Gandolfi, geb. 1797 zu Bologna, ein 
Bildhauer, an dessenArbeiten man hauptsächlich die schöne Ausführung rühmt. Seine 
Büsten insbesondere sollen sehr gelungen sein. Eine Gruppe mit lebensgrossen 
Figuren von ihmi Jakob und RaheLam Brunnen sieht man in dem Saale der neueren 
Sculpturen im Belvedere zu Wien.  
Gandolfi, Gaetano, geb. in.S. Matteo della Decima im Bolognesischen 1734, gest. 
1802 zu Bologna, wird als einer der angesehensten Maler seiner Zeit in Italien 
geschildert. Er erlernte die Kunst bei seinem älteren Bruder Ubaldo, ging dann 
nach Venedig, wo er die ersten dortigen Meisterwerke studirte und von da. nach 
Bologna, wo er für einen Kunstliebhaber die besten Bilder der Caracci copirte. Mit 
einer fruchtbaren Phantasie und einem leicht erregbaren Sinne für die Bewegungen 
und Stimmungen der menschlichen Seele verband er ein sicheres Auge und eine fertige 
Hand. Nur zuweilen wird er," ob aus Laune und Willkür oder Alter und Unzuläng- 
lichkeit des Talents, im Colorit matt und unwahr. Obgleich er der eigentlichen 
Zopfperiode in der Kunst angehörte, so hielt er sich doch ziemlich streng an die 
Zeichnung und den Styl der Caracci. Seine besten Bilder sind; die Himmelfahrt 
Maria im Catino  della..Vita, und die Hochzeit zu Kana. im Speisesaal von 
S). Salvatore zu Bologna; dann das Martyrium des heil. Pantaleon in der Kirche der 
Girolimini in Neapel.  Ü   
Gaetano Gandolii radirte auch in Kupfer und man zählt unter seine besten 
Blätter: die Geburt mit der Anbetung der Hirten, nach Niccolo del Abbate, und 
"Petrus und Paulus, nach _Guido_Reni (1785).  
Literatur. Lanzi, Geschichte der Malerei. 
Gandolü, Mauro; der Sohn des Gaetano Gandolfi, einer der vorzüglichsten 
italienischen Kupfersteoher, geb. zu Bologna 1774, gest. daselbst 1834. Seine Ma- 
donna mit dem Kinde und dem kleinen Johannes, nach Guido Reni, und seine heil. 
Cäcilia, nach Gaetano Gandolfi, können zu den schönsten italienischen Kupfer- 
stichen überhaupt gezählt werden. Er führte einen sehr kühnen und glänzenden 
Grabstichel und besass auch in der Führung der Nadel eine nicht gewöhnliche Ge- 
schicklichkeit, so dass er später sogar seinen Lehrern Bervic und Longhi, wie 
seinen Vorbildern Sharp, Bartolozzi u. s. w. den Rang streitig machte. Zu 
seinen besten Blättern zählt man ferner: Maria mit dem Kinde der heil. Magdalena 
und dem heil. Hieronymus (der sogenannte Tag), nach Correggio; den jungen 
Heiland auf dem Kreuze schlafend, nach Allori (1817); Judith mit dem Schwert und 
Haupt des Holofernes-(l8l9); die Ruhe in Aegypten nach Guido Rolli; die Er- 
ziehung des Amor nach Palagio (1825); einen unter einem Zelt schlafenden Amm- 
(1820); die Zauberin Circe, nach Guercino.  
 Gandolii, Ubaldo, der ältere, Bruder des Gaetano, Maler und Bildhauer, 
geb. 1728, gest. 1781 zu Bologna, war ein Schüler Torellfs und Grazianfs, im 
"Zeichnen des Nackten aber bildete er siohuvornehmlich nach Lelli. Alle seine 
Arbeiten, sowohl seine Gemäldeals Sculpturen, haben, obgleich ihnen der eigentliche 
Adel der Gedanken abgeht, etwas Grossartiges; sie verrathen eine geübte Hand, sind 
übrigens ganz in dem Manierismus seiner Zeit befangen.  
Gangloii) Karl Wilhelm, Zeichner, geb. 1790, gest. 1814-, zeigte schon in früher 
Jugend eine ungemein fruchtbare Phantasie, die ihn trieb, ohne allen Unterricht 
genossen zu haben, Compositionen zu entwerfen, welche so voll Geist waren, dass sie 
allgemeines Erstaunen erregten, und nachdem sie in geeigneten Kreisen bekannt 
geworden waren, ihn in die Lage versetzten,_ dass er 1813 den Schreiberstand ver- 
lassen konnte, um sich zu Stuttgart unter Dannecker ganz nur der Kunst widmen 
zu können. Leider starb der hoffnungsvolle Künstler schon ein Jahr hernach. Seine
        

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