Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1052996
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Galli, Alessandro 
Galli , Francesco. 
besassen ein ungemein glückliches Talent und zeichneten sich durch grosse Geschick- 
lichkeit aus. Ihr Geschmack ist freilich nicht einfach genug und ihre fruchtbare 
Phantasie ist Schuld an dem Ueberreichthum und an den Ueberladungen, an denen 
ihre Arbeiten leiden, wodurch sie aber gerade den damaligen Höfen, die sich an 
Pracht und Glanz zu überbieten suchten, erwünscht entgegen kamen. 
Es gibt vielleicht keinen Hof, der nicht seiner Zeit einen Galli oder Bibiena, 
wie sie auch genannt wurden, in seinen Diensten hatte. 
Da nämlichder Stammvater der Familie, Giovanni Maria Galli, in der 
Schule des Albani einen Mitschüler hatte, der ganz denselben Namen führte, so 
wurde jenem zur Unterscheidung der Beiname da Bibiena, von seinem Geburtsortes, 
einem Dorfe in der Nähe von Bologna, gegeben, der sich dann auf alle Nachkommen 
übertrug.  
Literatur. Ficrillo, Geschichte der zeichnenden Künste in Italien. 
Galli, Alessandro, genannt da Bibiena, Maler und Architekt, der Sohn des 
Ferdinando Galli, War sehr geschickt in der Oel- und Wandmalerei. Er wurde 
von dem kurpfalzischen Hof, in. dessen Diensten er um 1760 starb, vielfach 
beschäftigt.   
Galli, Antonio, genannt da Bibiena, Maler und Architekt, der Sohn des Ferdi- 
nando Galli, geb. zu Parma 1700, gest. zu Mailand 1774, baute Theater und 
malte Dekorationen für die Bühne in verschiedenen Städten Italiens, in Wien, in 
Ungarn u. s. w. 
Galli, Carlo, der Sohn des Giuseppe Galli, lebte noch 1769, war ebenfalls 
Maler und Architekt und in seinen Fächern so geschickt wie sein Vater; auch führte 
er ein ähnliches Leben an den verschiedenen deutschen Höfen, nur dass er auch im 
Auslande sich bekannt machte. Denn als Deutschland von Kriegen beunruhigt wurde, 
verliess er dasselbe und fand nun an den Höfen von Frankreich, Flandern, England 
und Italien vielfach Beschäftigung.  
Galli, Ferdinando, genannt da Bibiena, der Sohn des Giov. Maria Galli, 
Maler und Architekt, geb. 1657, gest. 1743, erlernte "die Malerei bei C. Cignani, 
empfand aber später mehr Neigung zur Architektur und zur Dekorationsmalerei , die 
er bei M. Aldrovandini, Giulio Trogli und Manni studirte. Er errichtete für 
den Herzog Ranuccio Farnese mehrere Gebäude in Parma, worunter die reizende 
Villa von Colorno und ein mit tretflichen Dekorationen versehenes Theater, Arbeiten, 
die so wohl gefielen, dass sie ihm einen Ruf nach Barcelona verschafften, woselbst 
er die künstlerischen Anordnungen für die Feierlichkeiten bei Gelegenheit der Ver- 
mählung KarPs Vl. zu treffen und zu leiten hatte. Nachdem dieser_ Monarch Kaiser 
geworden, begab er sich an den Hof desselben und baute für ihn ein prachtvolles 
Theater zu Prag. Bei zunehmender Gesichtsschwäche verliess er den Hof zu Wien 
und begab sich nach Mailand, woselbst er starb. Sein Geist und sein Talent haben 
den Theatern eine neue Gestalt gegeben. Er war der Erfinder neuer prächtiger 
Dekorationen und einer Mechanik, wodurch erstere schnell bewegt und verwandelt 
werden können, wie sie das ganze achtzehnte und die ersten Decennien dieses Jahr- 
hunderts Mode war. Doch malte er nicht allein Dekorationen für die Bühne und 
für öffentliche Feste, worin er es zu einer ausserordentlichen Vollkommenheit ge- 
bracht, sondern auch Fernsichtenfür Paläste und Kirchen. Er gab auch einige 
Schriften über Baukunst heraus. 
Galli, Francesco, genannt da. Bibiena, der Bruder des Ferdinando Galli, 
geb. 1659, gest. 1739, ebenfalls Maler. und Architekt, erlernte die Malerei bei 
Pasinelli und Cignani, bei denen er sich auch im Malen von Figuren übte, mit 
denen er seine Landschaften stafürte. Er besass zwar nicht die wissenschaftliche 
Tiefe seines Bruders, aber einen unerschöpflichen Reichthum an neuen Erfindungen, 
die er in Dekorationen für die Bühne fast in ganz Italien verbreitete. Er wurde nach 
Genua, Neapel, Mantua, Verona und Rom berufen, diente den Kaisern Leopold und 
Joseph, und lehnte Sehr voi-theilhafte Anträge von den Höfen in England und Spanien 
ab. Mit S. Maffei baute er das Theater der Accademici Filarmonici zu Verona,
        

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