Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1052892
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Gaddi , Giovanni 
Gaddi, Taddeo di Gaddo. 
deren Inneres schmücken sollten, übertrugen. In der innern Lunette des Haupt- 
portals sieht man von ihm, noch heutigen Tages vortrefflich erhalten: eine Krönung 
Mariä, Welche seiner Zeit für die schönste Arbeit dieser Art galt, und Veranlassung 
wurde, dass Gaddi von Papst Clemens V. nach Rom berufen wurde, dort die von Jaco bus 
Toriti unbeendigt hinterlassenen Musivarbeiten zu vollenden. Er vollzog den Auf- 
trag, arbeitete aber auch noch Einiges in S. Peter und in S. Maria maggiore (von 
welchen Arbeiten jedoch nur noch die in letzterer Kirche vorhanden sind) und kehrte 
nach Toskana zurück, wo er im Dorn zu Arezzo ein Gewölbe mit Mosaiken schmückte, 
die aber mit dem Gebäude selbst 1561 zu Grunde gingen. Hierauf ging er nach 
Pisa und stellte im dortigen Dom eine Himmelfahrt Mariä. dar, die bis auf unsere 
Zeit vortrefflich erhalten ist. Wieder nach Florenz zurückgekehrt, beschäftigte er 
sich bis an seinen Tod nur noch mit kleineren Bildern, indem er abwechselnd bald 
Mosaiken, bald Temperagemälde schuf. 
Schüler von Gaddo Gaddi waren: sein Sohn Taddeo und Vicino aus Pisa. Sein 
Bildniss brachte sein ebenerwähnter Sohn in einer Trauung der heil. Jungfrau in der 
Kapelle der Baroncelli in der Kirche S. Croce zu Florenz an. 
Gaddi's Mosaiken vereinigen mit der sorgfältigsten Behandlung der byzantini- 
schen Prachttechnik die schöne und würdige Auffassung des Cimabue. 
Gaddi, Giovanni, Maler und Mosaicist, der Bruder des Angiolo und Sohn des 
Taddeo di Gaddo Gaddi, gest. 1380, war ein Schüler seines Bruders, kam aber 
diesem in der Kunst nicht ganz gleich. Er uralte unter Anderem im Kloster S. Spirito 
den Streit Christi mit den Schriftgelehrten im Tempel, die Reinigung Maria, die Ver- 
suchung Christi in der Wüste und die Taufe Johannis, die Bilder sind aber beim 
Neubau der Kirche zu Grunde gegangen. 
Gaddi, Taddeo di Gaddo, ein Maler aus Florenz, der Sohn des Gaddc Gaddi, 
geb. um 1300 und 1366 noch am Leben, war der bedeutendste Schüler Gictto's, 
der ihn über die Taufe gehalten und bei dem er 24 Jahre die Kunst übte. Seine 
ersten Arbeiten vollbracht-e er in der Kapelle der Sakristei Sta. Croce zu Florenz, 
wo er mit einigen seiner Mitschüler und Genossen mehrere Bilder aus dem Leben 
der heil. Magdalena gemalt haben soll, eine Angabe, die aber in neuerer Zeit in 
Zweifel gezogen wurde. Unbezweifelt werden dagegen für ächt gehalten die Dar- 
stellungen aus dem Leben der Maria, ausgeführt an zwei Wänden der Kapelle 
Baroncelli (gegenwärtig Giugni) in derselben Kirche. Ueberhaupt war er für S. Croce 
noch in verschiedener Weise thätig, aber ausser den eben genannten Bildern sind 
alle andere Arbeiten von ihm daselbst zu Grunde gegangen Ein für die Brüder- 
schaft derselben Kirche gemaltes Tabernakel mit einer Kreuzabnahme ward nachmals 
in die öffentliche Gallerie gebracht. Darauf malte er im Klostergang von S.Spirito die 
Scene , wie Judas den Heiland verkauft und das Abendmahl des Herrn, ein Crucifix 
und einige Heilige. Diese Bilder sind jedoch ebenfalls nicht mehr vorhanden, da- 
gegen ist eine Kreuzabnahme im Oratorium von S. Michele in Orto noch wohl er- 
halten. In der Servitenkirche schmückte er einige Kapellen und den Kreuzgang des 
Klosters mit Gemälden, welche jedoch später theils übeyweissg wurden, theils sonst 
zu Grunde gingen. Auch die Malereien, welche er für das Tribunal des alten Handels- 
gerichtes ausfaihrte, und in welchen er die Wahrheit darstellte, wie sie der Lüge 
die Zunge ausschneidet, und daneben die sechs Männer, aus denen jenes Gericht 
bestand, sind nicht mehr vorhanden, gleich wie man von den vielen Bildern, die er 
mit seinem Schüler Giovanni aus Mailand in verschiedenen Kirchen zu Arezzo 
malte, nur noch im Dome einige (übel zugerichtete) Darstellungen aus dem Leben 
Johannes, des Täufers, findet. Eine seiner letzten Arbeiten War die Ausschmückung 
des Kapitels von S. Maria Novella in Gemeinschaft mit Simone di Martina. Von 
seiner Hand sollen die Darstellungen an der linken Wand und am ganzen Gewölbe 
herrühren, aber auch diese Angabe des Vasari wird neuerdings in Zweifel gezogen. 
Wie die meisten Maler seiner Zeit legte sich Taddeo Gaddi auch auf die 
Baukunst. So soll er nach der Üeberschwemmung vom Jahr 1333 die alte Brücke 
zu Florenz, sowie die Brücke Santa Trinita erbaut, auch den Bau des Glocken-
        

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