Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1052707
Frey, Joh. Martin 
Fieybefß- 
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Reni; das Begräbniss der heil. Petronilla (1731), nach Guercino; das Grabmal 
Georg XIIL, nach Rusconi. 
Frey, JOh. Martin, Maler, Kupferstecher und Aetzer, geb. 1769 zu Wurzach, 
bildete sich unter dem berühmten Joh. Gotth. v. Müller zu Stuttgart und liess sich 
später in Wien nieder. Zu seinen besten Stichen zählt man: die Versuchung des 
heil. Hieronymus, nach Dominichino; die heil. Jungfrau mit Jesus und Johannes, 
nach (angeblich) Raphaels Gemälde in der Esterhazy'schen Sammlung zu Wien; 
das Christuskind mit dem Kreuze auf einem Bett liegend, nach Fr. Albani; die 
heil. Justina, nach Pordenone; den Alten im Neglige, nach G. Maes. 
Frey, Michael, Landschaftsnialer und Kupferstecher, geb. zu Biberach 1'750, 
siedelte schon in seinem 18. Jahre nach Augsburg über, wo er seine Kunst ausübte, 
und Anfangs der zwanziger Jahre dieses Jahrhunderts noch am Leben war. Neben- 
stehendes Monogramm findet man auf radirten Blättern von ihm, welche Thiere, 
Landschaften, Soldaten und Bambocciaden im Geschmack Bega's darstellen. M: 
Frey , Anna de, eine geschickte Zeichnerin, die Schwester des Joh. P. de Fr ey, 
erhielt wie dieser den ersten Unterricht in der Kunst durch ihren Schwager J. Lau- 
wers und führte in der Folge eine grosse Anzahl von Zeichnungen nach Gemälden 
von Jan Steen, Metzu, Mieris und anderen alten Meistern aus. Sie gab auch 
Unterricht im Zeichnen, starb aber jung im Jahr 1818 in Mannheim, wo sie ver- 
heirathet war. 
Frey , Johannes Pieter de , vorzüglicher Kupferstecher und Aetzer, geb. zu 
Amsterdam 1770, war ein Schüler seines Schwagers J. Lauwers, liess sich aber 
1814 in Paris nieder, woselbst er 1834 starb. Obgleich er nur die linke Hand ge- 
brauchen konnte, da die rechte von Natur aus unfähig zur Arbeit war, lieferte er 
doch Blätter, die nicht nur den Werken des berühmten Kupferstechers G. F. Schmidt 
an die Seite gesetzt werden können, sondern die letzteren hin und wieder sogar noch 
übertreffen. Besonders wusste er den Grabstichel mit der Radirnadel auf eine äusserst 
geschmackvolle Weise zu verbinden. Seine besten Blätter sind: die Vorlesung des 
Anatomen Tulp, Hauptblatt des Meisters (1798); die Magistratspersonen (1799); 
der Schiffbaumeister und seine Frau; die Familie des Tobias; das Bildniss der Mutter 
Rembrandüs; Rembrandts Porträt, sämmtlich nach Rembrandt; die Darstellung 
im Tempel, nach einem Gemälde aus Rembrandtfs Schule, einer der schönsten Stiche 
Frey's; Isaak segnet seinen Sohn Jakob, nach G. Flink (1798); die Familie des 
Gerard Douw, nach Douw; der Philosoph beim Lichte (1796), und ein Eremit in 
der Grotte lesend (1798), beide nach Brekelenkamp; das Porträt des Admirals 
Marten Harpertsz Tromp, nach Lievens (1801). 
Freyberg, Elektrine, Freifrau von, die Tochter des Landschaft-smalers J oh. 
Stuntz, geb. 1'797 zu Strassburg, gest. 1847 zu München, zeigte schon in früher 
Jugend grosse Talente und eine reiche poesievolle Phantasie, bildete sich daher auch, 
obgleich sie Die einen anderen Unterricht, als den ihres Vaters genossen hatte. Sehr 
bald zu einer ausgezeichneten Historienmalerin aus. Ihre Reisen in Frankreich und 
Italien, besonders aber ihr Aufenthalt zu Rom, wo sie in den Jahren 1821 und 1822 
verweilte und zum Mitglied der Akademie von S. Lucca ernannt wurde, trugen viel 
zu ihrer Ausbildung bei. Obschon sie mit ebenso grossem Erfolg Bildnisse und Land- 
schaften, Wie hiSwTiSChe Bilder malte, Zßg sie doch immer die letzteren, in denen sie 
eine seltene Zartheit des Gefühls an den Tag legte, vor. Im Jahr 1823 verehlichte 
sie sich zu München mit dem Baron Wilhelm v. Freyberg, fuhr indessen fort, sich 
mit derselben Liebe in ihren freien Stunden der Kunst zu widmen. Auf der allge- 
meinen deutschen Kunstausstellung zu München im Jahr 1854 sah man von ihren 
hinterlassenen Werken eine heil. Familie , an der man besonders die Unschuld, An- 
rnuth und Natürlichkeit, die Anspruchlosigkeit bei aller Schönheit der Farbenwirkung, 
die Tiefe und Klarheit des Colorit-s und die heitere Lieblichkeit der Landschaft im  
Hintergrunde rühmte. Auch eine Zeichnung von ihr, ein singender blinder Greis 
mit seinem Enkel war dort ausgestellt. In das von den Künstlern Münchens König 
Llldwlg VOR Bayern als Geschenk verehrte Album kamen von ihr: die Geburt des
        

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