Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1052566
Francken. Frungois, der Jüngere. 
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Herman van der Maest genannt werden, und war der Vater und Lehrer von 
Jeronimug, Ambrosius, Sebastian und FHHIQOiS Francken. Die meisten 
seiner Bilder, die sich durch die tüchtige Zeichnung, kräftige Färbung, Wahrheit des 
Ausdrucks, Mannigfaltigkeit der Physionomien, durch die bestimmte Anschaulichkeit des 
dargestellten Gegenstandes und die Abwesenheit des affektirten Wesens seines Lehrers 
empfehlen, wenn gleich auch sie des tieferen geistigen Gehalts entbehren, sieht man 
Zu Antwerpen, doch bewahrt man auch noch in anderen Gallerien Bilder von ihm. 
Zu den geschätztesten Gemälden des Meisters zählte man: die Taufe des h. Augusti- 
Ilus, Christus unter den Schriftgelehrten und die Wittwe von Sarepta. Jetzt zeigt 
man noch im Museum von Antwerpen: die Jünger zu Emaus; die Versammlung 
der ersten Getreuen; das Martyrium des heil. Georg und die Enthauptung desselben, 
Sämmtlich Flügel von Altären, und den Kampf der Horatier und Curiatier; im 
Museum zu Amsterdam: eine heil. Familie und eine Allegorie auf die Abdankung 
Karl V.; im Museum zu Berlin: Christus am Kreuz zwischen den beiden Schächern; 
in der Gemäldesammlung zu Blenheim: Phararfs Untergang im rothen Meer, ein 
kleineres Bild von seltener Feinheit; in der Pinakothek zu München: eine Gesell- 
schaft, welche sich in einem mit Kunstwerken geschmückten Saale während eines 
Schmauses an einer musikalischen Produktion ergötzen; im Louvre zu Paris: Esther 
erscheint vor dem Ahasverus; in der Gallerie zu Pommersfelden: die sieben Werke 
der Barmherzigkeit; die Verkündigung der Hirten und das Opfer zu Lystra; in 
der Gallerie des Belvedere zu Wien: ein Kunstkabinet; Krösus, der von seinem 
Hofstaate umgeben dem Weisen Solon seine Schatzkammer zeigt; einen Tanzsaal; 
in der Gallerie zu Darmstadt: Christus, der von de" Kriegsknechten entkleidet 
wird, um an's Kreuz geschlagen zu werden , und Esther vor Ahasver; in der Gallerie 
zu Dresden: eine Flucht nach Aegypten; im Museum der bildenden Künste zu 
Stuttgart; die heiligen drei Könige bringen dem Christkind Geschenke, und die 
Anbetung der drei Weisen; in der Gallerie des Belvedere zu Wien: ein Kunst- 
kabinet mit Gemälden; Krösus, dem Weisen Solon seine Schatzkammer zeigend; 
einen Saal, in dem ein Cavalier eine Dame zum Tanze _führt. 
Van Dyck hat Fr. Franken des Aelteren Porträt radirt. 
Francken , Frangois , genannt der Jüngere, Maler, der berühmteste und jüngste 
Sohn Frangois Fran-ckems, geb. 1580 zu Antwerpen, gest. daselbst 1642, erlernte 
die Kunst bei seinem Vater, dessen Styl und Manier er im Grossen und Kleinen nach- 
ahmte. Um sich aber vornehmlich im Colorit weiter auszubilden, begab er sich nach 
Venedig und studirte dort die grossen Coloristen. Nach Antwerpen zurückgekehrt, 
wurde er 1606 Mitglied der St. Lucasbrüderschaft, war auch 1615-1616 Ober- 
ältest-er derselben. Seine Arbeiten werden sowohl in der Zeichnung und im Colorit, 
als im Ausdruck und in der Aushihrung höher geschätzt, als die seines Vaters; sie 
lassen bereits einen gewissen Einüuss von Seiten des Rubens erkennen. Vater und 
Sohn verfielen aber in denselben Fehler, auf einem und demselben Bilde st-oiflich ver- 
Schiedene Gegenstände darzustellen.  Francken der Jüngere malte biblische, mytho- 
logische und allegorische Darstellungen, aberauch Scenen aus dem Leben, Bälle, Maske- 
'raden, Feste u.  auch kleine Landschaften mit Figuren. Seine Feuersbrüuste und 
Künstlerwerkstätten sind ebenfalls sehr geachtet, doch hat ihn hierin sein Neife Jan 
Baptist Francken übertroffen. In der Kapelle der vier Märtyrer im Dom zu Ant- 
werpen malte ei- die h_ h. Severi-nus, Victorinus, Christoph und Severin, den Un- 
gläubigen die Lehre des Wahren Gottes verkündigend. Im Museum zu Antwerpen 
trifft man von ihm: die Werke der Barmherzigkeit mit nebigem Monogramm des 
Meisters bezeichnet; im Museum zu Berlin: den heil. Antonius in der Höhle von 
Teufeln, in der Gestalt von nackten Virßibern, versucht; und ein von ihm mit Figuren 
stafiirtes Bild des Barth. van Bassen; in der Gallerie zu Dresden: Christi Gang 
nach Golgatha; in der Pinakothek zu München: ein Reitergefecht (1631) und die 
sieben Werke der Barmherzigkeit; im Louvre zu Paris: einen Christus am Kreuz, 
der auf ein gründliches Studium des van Dyck deutet; Scenen aus dem Leben der 
Esther auf einem Bilde, und drei ihm zugeschriebene, F. Franck bezeichnete Bilder:
        

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