Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1052539
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Franchi , Antonio 
Franciabigio. 
dungskraft; sie haben einen gewissen Reiz, der sie interessant macht, und sind sehr 
tüchtig ausgeführt, tragen indessen stark das manierirt-e Gepräge ihrer Zeit an sich. 
Literatur. Immerzeel, De Levens en Werken der Hell. en Vlaam. Kunstschilders ms. w. Amsterdam 1842. 
Franchi, Antonio, Maler aus Lucca, geb. 1634, gest. 1709, erlernte die Kunst 
bei Baldassare Franceschini, malte aber mehr in der Weise des Pietro da 
Ccrtona. Er schrieb eine „Teorica della pittura", die 1739 zu Lucca im Druck 
erschien. Auch Giuseppe, seinen Sohn, und Margherita, seine Tochter, erzog 
er zu Künstlern. 
Franchi, Gesare, Maler aus Perugia, gest. 1615, war ein Schüler von Giulio 
Cesare Angeli und zeichnete sich besonders in Gemälden mit kleinen Figuren aus. 
Francisquitto, ein Spanier von Geburt, der sich bei Luca Giordano bildete 
und diesen 1702 nach Neapel begleitete, wo er ihm bei seineri Arbeiten half. Er 
besass ein Talent, das sein Lehrer selbst für höher erkannte, als sein eigenes, starb 
aber jung, auf der Rückkehr in sein Vaterland im Jahr 1704. In der Gallerie Aguado 
zu Paris sah man einige herrliche Landschaften von ihm. 
Francia, ärancesco, 
Francia, iacomo,     
Francia, Giovanbattista, i smhe RmbohnL 
Francia, Giulio, 
Francia, Domenico, Maler und Architekt, geb. 1752 zu Bologna, gest. 1758, 
war der Sohn des Kupferstechers Francesco Maria Francia. Er erlernte die 
Kunst bei Ferdinando Galli, genannt Bibiena, half hierauf letzterem bei seinen 
Malereien in Wien, wurde später Baumeister und Maler des Königs von Schweden 
und malte, nachdem sein Vertrag mit letzterem zu Ende war, an verschiedenen 
anderen europäischen Höfen. 
Francia, PiBÜIO , Maler aus Florenz, war der Lehrer des A. V. di Fei. Von ihm 
rühmt Vasari hauptsächlich ein 1563 für Michelangelo's Leichengerüst gemaltes 
Bild, das diesen Künstler darstellt, wie er, mit dem Modell der bewundernswürdigen 
Kuppel der Peterskirche zu Rom in Händen , vor Papst Pius IV. steht. 
Francia, del, siehe Raimondi, Marcantonio. 
Franciabigio, Marcantonio , Maler, geb. 1483 zu Florenz, gest. daselbst 1524, 
lernte die Anfangsgründe der Kunst bei Mariotto Alb ertinelli, bildete sich aber 
später vorzugsweise nach Andrea del Sart-o, mit dem er längere Zeit in gemein- 
samer Werkstätte thätig war. Zu seinen ersten Werken in seiner Vaterstadt ge- 
hörten: einige Malereien in der Kirche S. Brancazio, in der Kapelle der Rucellai, 
in einer kleinen Kapelle in San Pier Maggiore, und in S. Giobbe, Arbeiten, in denen 
er eine ungewöhnliche Befähigung beurkundete und die ihm grossen Ruf verschafften, 
die aber leider nicht mehr vorhanden sind; nur die für die letztere Kirche gemalte 
Tafel des Hauptaltars mit St. Johannes, dem Täufer, der Madonna und St. Hiob ist 
noch in der Gallerie zu Florenz im grossen Saale der toskanischen Schule erhalten. 
Zur Zeit als man die Kapelle des heil. Nicolaus in S. Spirito zu Florenz baute, malte 
er sodann zu beiden Seiten der in Holz geschnitzten Statue dieses Heiligen zwei 
Engel in Oel, welche man sehr rühmte, ferner in zwei Medaillons die Verkündigung 
und auf der Predella die Wunder des heil. Nicolas in kleinen Bildern. Dann erhielt 
er den Auftrag, im WVetteifer mit Andrea del Sarto ein Bild im Vorhof der Kirche 
S, Annunziata, zu malen, in welchem er die Vermählung der heil. Jungfrau darstellte. 
Das Gemälde wurde jedoch vor der Vollendung ohne VorwiSSen des Künstlers von den 
Mönchen aufgedeckt, worüber sich dieser so erzürnte, dass er mit einem Mauer- 
hammer darnach schlug und von der Vernichtung des ganzen nur mit Mühe abge- 
halten werden konnte. Die Spuren dieser Beschädigung sind noch heute zu erkennen, 
da weder Franciabigio, noch irgend ein anderer Maler sich zur Restauration ver- 
stehen wollte. Dieses Bild, von dem sich eine (nicht ganz vollendete) Wiederholung 
im Museum von Berlin befindet, ist ein Werk des emsigen und begeisterten Wett- 
eifers und Franciabigio kommt darin seinem Lehrer und Freund am nächsten. Weniger
        

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