Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1052510
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Franöeschini , Mattia 
Francheville. 
erlernte die Anfangsgründe der Kunst bei Gio. Maria Galli, genannt il Bibiena, 
bildete sich aber später hauptsächlich bei Carlo Cignani. Seine ersten Arbeiten 
bestanden in Altargemälden für verschiedene Kirchen zu Imola, Ozzano und Piacenza. 
Hierauf half er seinem Lehrer Ci gnani bei den Malereien in der Kapelle S. Giuseppe 
de, Padri Filippini im Dom zu Forli und in der Capella maggiore in S. Petronio und 
dieser fand an ihm eine so tüchtige Unterstützung, dass er sich zu gemeinschaftlichen 
Arbeiten mit ihm verband. Der gute Künstlerruf, in welchem beide standen, ver- 
schaffte ihnen nun eine unglaubliche Menge von Arbeiten nicht sowohl in Bologna 
selbst und in dessen Umgebung, als auch von verschiedenen anderen Orten der Lom- 
bardei und dem Kirchenstaate. Er vollendete mit ihm die von Agostino Caracci 
unbeendigt hinterlassenen Gemälde im Pal. del Giardino des Herzogs Ranuccio II. zu 
Parma, führte überhaupt mit ihm eine grosse Anzahl kirchlicher Gemälde in fresco, 
tempera und Oel zu Bologna, Piacenza, Modena, Reggio u. s. W. aus. 1702 wurde 
er nach Genua berufen, um dort den grossen Saal des Rathspalastes mit Bildern aus 
der ruhmreichen Geschichte der Republik zu schmücken, und 1711 zog ihn Papst 
Clemens XL, nachdem der Künstler zuvor noch einige Gemälde für den Senat von 
Bologna angefertigt, nach Rom, um sich durch ihn einige Cartons für Mosaikarbeiten 
der St. Peterskirche zeichnen zu lassen. Seine Heiligkeit wollte Francescini auch 
noch weiter für die Gallerie des Vatikans beschäftigen, allein das Heimweh trieb 
ihn wieder nach Hause. Vom Papste mit dem Christusorden beehrt, kehrte er zurück, 
um 1714 zum zweitenmale nach Genua zu wandern, wo er die Kirche der Padri 
Filippini mit Fresken schmückte, ausserdem aber noch viele andere Bilder für ver- 
schiedene Edelleute der Stadt malte. Die letzte Reise machte er nach Crema, wohin 
er sich im Jahr 1716 begab, um die Kapelle Unserer lieben Frau del Carmine, für 
welche er bereits das Hauptaltarbild ausgeführt hatte, auszumalen. Die übrige Zeit 
verlebte er in Bologna, wo er bis in sein hohes Alter thätig blieb. 
Franceschini bildete für Oberitalien eine Schule und hatte fast denselben An- 
hang, wie Cortona. in Unteritalien. In seinen früheren, Werken folgte er ganz der 
Art und Weise des Cignani, so dass dieselben oft kaum von denen des letzteren zu 
unterscheiden sind. Später bildete er sich eine eigene Manier, die sich durch die 
pikante Wahl der Motive, verständige Composition, kluge Eintheilung in den Raum, 
wohlberechnete Wirkung , eigenthümlich liebliches Colorit und anmuthige Zeich- 
nung bemerkbar macht. 
Ausser Italien trifft man auch in einigen Gallerien Deutschlands Bilder von ihm. 
So besitzt die Dresdner Gallerie: das schöne Bild einer büssenden Magdalena und 
eine Geburt des Adonis. In der Gallerie des Belvedere zu Wien sieht man von seiner 
Hand: eine sogenannte römische Charitas; eine büssende Magdalena; den heil Bon-g- 
mäus während der Pest zu Mailand im Jahr 1576. 
 Literatur. Gio. Pietro Zanotti, Storin de11' Aeademia Clementina di Bologna. Bologna 1739. 2 Vol.  
Museo Fiorcntino, woselbst auch sein Porträt im Stich. 
Franceschini , Mattia, ein Maler aus Turin , der um 1745 arbeitete und ein 
Schüler von Beaumont war. 
Francheville, Pierre,  auch Francqueville geschrieben, oder Francavilla, 
13191310, wie er in Italien genannt wurde  ein tüchtiger Bildhauer, geb. 1553 zu 
Cambray, gest. 1630, stammte aus einer adeligen Familie spanischen Ursprungs und 
zeigte schon frühe Neigung für die Kunst, in der er sich, gegen den Wunsch seiner 
Eltern, zu Paris, wohin er sich unter irgend einem Vorwand in seinem 16. Jahre 
begeben hatte, ausbildete. Nach einem zweijährigen Aufenthalt daselbst nach Hause 
zurückberufen, um sich hier einem anderen Stande zu widmen, verliess er dasselbe 
heimlich und ging nach Deutschland, wo er in Innsbruck zu einem tüchtigen Bild- 
hauer in die Lehre trat und bald das Glück hatte, an dem Erzherzog Ferdinand einen 
Gönner zu gewinnen. Mit Empfehlungen von demselben versehen, reiste er nach 
Italien, hielt sich einige Zeit in Rom auf, ging dann aber nach Florenz, wo sein 
berühmter Landsmann Giovanni da Bologna ihn in seine Schule aufnahm, und sein 
bedeutendes Talent mächtig förderte. Francheville half seinem Lehrer an den meisten
        

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