Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1052501
Franceschi 
Franceschini , Marcantonio. 
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Er schrieb auch einige Werke über Geometrie und Perspektive, und unterrichtete 
darin den berühmten und geachteten Mathematiker Fra Luca Pacciolo dal Borgo 
S. Sepolcro. 
Literatur Vasari, Leben der ausgezeichnetsten Maler, Bildhauer und Baumeister.  Derselbe, 
Vita di Pietro dells Francescß, pit-tore dul Borgo Sansepolcro, arrichita di note illustrative (von Fran- 
cesco Dragomani), Flrenze 1835.  Dr. Gaye, Kunstblatt, Jahrg. 1836, Nro. 85. 
Franeeschi, Domenico  ein Formschneider und Kunsthändler, der in der 
letzten Hälfte des IGJahrhunderts in Venedig lebte. Wir kennen von ihm eine 
meisterhaft geschnittene grosse Procession am Frohnleichnamstag zu Venedig (1561) 
und den Aufzug des türkischen Kaisers Soliman I. zu Constantinopel (1565). Seine 
Blätter sind äusserst selten. 
Literatur. Heller, Praktisches Handbuch für Kupferstichsammler. 
Franceschi, Paul, genannt Fiammingo, geb. 1540 zu Antwerpen, gest. zu 
Venedig 1596, bildet-e sich vorzugsweise unter Tintoretto zu Venedig und machte 
sich in der Landschafts- wie in der Historienmalerei einen geachteten Namen. Zwei 
seiner besten Hervorbringungen in letzterem Fach, eine Kreuzabnahme und Johannes, 
in der Wüst-e predigend, sieht man in der Kirche S. Niccolb de' Frari zu Venedig. 
Die Pinakothek zu München besitzt von ihm einen Leichnam Christi im Schoosse der 
Maria. Er malte auch verschiedene Landschaften und andere Bilder für Kaiser 
Rudolph II. 
Franceschini, Baldassare, genannt i1 Volterrano, Historienmaler, geb. 1611 
zu Volterra, gest. 1689 zu Florenz, der Sohn eines Bildhauers, Gasparro 
Franceschini, der aus Alabaster, Tufstein und Holz kleine Figuren und Gruppen 
arbeitete, erlernte die Malerei bei Matteo Rosselli, den er bald nachzuahmen 
verstand. Nach seiner Rückkehr in die Vaterstadt malte er für die Mönche der 
Badia di S. Giusto mehrere grosse Fresken, worunter besonders sein Elias geriihmt 
wird, ferner für die Kirche S. Agostino zwei Tafeln, deren eine die Reinigung Mariä, 
die andere den heil. Rochus darstellte. Nach Beendigung dieser Arbeiten wandte 
er sich wieder nach Florenz, um sich weiter auszubilden und sich namentlich unter 
Giovanni da. San Giovanni in der Frescomalerei, in welcher sich dieser damals 
aufs Rühmlichste auszeichnete, zu üben. Seine Arbeiten lenkten die Aufmerksamkeit 
des Grossherzogs auf ihn und verschaiften ihm viele Bestellungen, sowohl von diesem, 
als von anderen vornehmen Personen zu Florenz, von Kirchengemeinschaften u. s. w. 
Für den Grossherzog malte er die Thaten der Medicaer in vier grossen Bildern; an 
die 'Decke einer Kapelle der Kirche S. Maria Maggiore den gen Himmel fahrenden 
ElißS; für S- Mafia- Nuova eine Tafel, den heil. Ludwig darstellend; für S. Felicita 
eine Himmelfahrt der Maria; ferner verschiedene Fresken für S. Annunziata, unter 
denen man namentlich eine Himmelfahrt Mariä, eine heil. Cäcilie in der Eckstase und 
eine Dreieinigkeit hervorhob. Dann schmückte er verschiedene Gemächer in den 
Palästen Pitti, Riccardi, Giraldi, Gherardesca, Guadagni, in den Villen von Castelli 
und Lappeggio mit Fresken die allgemeine Anerkennung fanden. Später begab er 
sich nach Rom, um die alten Meisterwerke zu studiren und aus diesem Studium Nützen 
für seine weitere Ausbildung in der Kunst zu ziehen , was ihm auch gelang, wie man 
besonders an seinem Hauptwerke, der Krönung Mariä, einem Kuppelbilde in S. Annun- 
ziata zu Florenz erkannte. 
Franceschini besass eine leichte Eriindungsgabe, unterstützt durch eine frucht- 
bare, feurige Phantasie. Es herrscht in seinen Bildern eine geWiSSe Freiheit und 
Grossartigkeit, die besonders durch den meisterhaften Vortrag imPßllifelb eine H11- 
genehme Färbung und eine überall wohl angewandte Kenntniss der Perspektive. 
Literatur. Museo Fiorentino, woselbst auch sein Porträt- im Stich. 
Franceschini, Giacomo, Maler, der Sohn des Marcantonio Frauceschini, 
geb. zu Bologna 1672, gest. daselbst 1745, arbeitete meistens mit seinem Vater, 
immer aber in der Manier desselben, wie man an den von ihm zu Bologna, Genua 
und anderen Orten hinterlassenen Werken sieht. 
Ffalwßsßhilli, Marcantonio, Historienmaler, geb. zu Bologna 1648, gest. 1729,
        

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