Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1052490
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Francesca. 
von Bolsena malte, zerstört wurden. Nach der Rückkehr von Rom in seine Vaterstadt, 
war er hier längere Zeit thatig, fing aber hernach in Gemeinschaft mit Domenico 
Veneziano an, die Wölbung der Sakristei von Santa Maria zu Loretto mit Bildern 
zu schmücken. Aus Furcht vor der Pest liessen jedoch beide das begonnene Werk 
unbeendigt, das erst später durch Luca Signorelli seine Vollendung erhielt. Von 
Lcretto begab sich Francesca nach Arezzo, wo er in S. Francesco die umfassendste 
aller seiner Schöpfungen, die Legende vor der Auffindung des Kreuzes ausführte, und 
noch andere Werke schuf, von denen aber nur noch eine Maria Magdalena an der 
Thüre. der Domsakristei erhalten ist. Für eine Kapelle in Sargiano, bei Arezzo, 
malte er hierauf einen Christus am Oelberg, der aber bei der Restauration der Kirche 
im verflossenen Jahrhundert zu Grunde ging. Ausserdem fertigte er noch eine grosse 
Anzahl von Bildern zu Perugia, Ancona  von denen aber die meisten nicht 
mehr vorhanden sind. In seinem 60. Jahre hatte er das Unglück, zu erblinden, er 
lebte aber doch noch 26 Jahre. 
Francescais bedeutendsten Schüler waren: Loren tino d'Angelo, Pietro 
Perugino und Luca Signorelli. 
Seine von ihm hinterlassenen, uns erhaltenen Hauptwerke sind, in Arezzo: 
die Wandgemälde im Chor von S. Francesco, aus der Legende von der Auffindung 
des Kreuzes, enthaltend, auf der linken Seite, oben im spitzen Winkel: die Beerdi- 
gung des Adam; darunter zwei auf die Einweihung der Kirche bezügliche Vorstel- 
lungen und zwar die heil. Helena knieend, von ihren Frauen umgeben und dieselbe, 
vom Patriarchen von Constantinopel die Benediction empfangend; dann: die Flucht 
und den Tod des Maxentius. Gegenüber auf der rechten Seite, im obersten Winkel: 
den Kaiser, der das Kreuz nach Jerusalem trägt; in der zweiten Reihe, die Aus- 
grabung des Kreuzes und die Wiedererweckung eines Todten durch das wahre Kreuz; 
die Schlacht zwischen Heraklius und Cosroa, und auf derselben Linie, auf einem 
beschränkteren Raume: die Enthauptung des Cosroa. An der Fensterwand endlich, 
zu oberst: zwei stehende Heilige; auf der rechten Seite des Fensters wird einer aus 
dem Brunnen hervorgezogen, Welcher das Kreuz aufzunehmen bestimmt war, auf der 
linken ist man mit der Aufrichtung eines Balkens beschäftigt; zu unterst rechts: eine 
Verkündigung, links den Traum des Constantin; ferner an der Thüre der Domsakristei 
ebendaselbst die (schon erwähnte) heil. Magdalena; in Borgo S. Sepolcro: die 
Tafel des Hauptaltars der Kirche della Misericordia, eine Madonna mit Heiligen, in 
der Predella kleinere kirchliche Bilder, ein Noli me tangere, Engel am Grabe des 
Herrn, Grablegung, Geisselung Christi, Christus amlOelberg darstellend; die Tafel 
des Hauptaltars in Sta. Chiara mit einer Himmelfahrt Maria; die Taufe Christi im 
Jordan, zu beiden Seiten die h. h. Petrus und Paulus, nebst AltarstaEel in der Sakristei 
des Doms (ehemals am Hauptaltar von S. Giovanni); ein kleines Bildniss, das für 
das- des Malers ausgegeben wird und einige unbedeutende Reste einer grösseren 
Arbeit im Hause der Familie Franceschi. Ein grösseres Presepio aus demselben 
Hause ist nach Florenz in den Kunsthandel gekommen. Ferner die Wandgemälde; 
eine Auferstehung Christi (jetzt in Monte di Pieta); der heil. Ludwig, Bischof von 
Tolosa, lebensgrosse Figur in der Tracht seines Ordens, im ersten Saale des königl. 
Tribunals laut Inschrift vom Jahr 1460; zu Florenz, in der Gallerie der Uflizien; 
zwei Prolilporträts des Grafen Federigo von Montefeltro und seiner Gemahlin, der 
Battista Sforza, und auf der Rückseite dieselben Personen in kleinen Figuren auf 
Triumphwagen; zu Perugia, in der Sammlung der Akademie; eine Altartafel, 
welche in der Mitte Madonna auf dem Throne, rechts Johannes den Täufer und den 
heil; Benedikt, links die heil. Rosalie und der heil. Franz, in der Predella zwei heilige 
Frauen, und ganz oben eine Verkündigung vorstellt; zu Rimini, in einer Kapelle 
des Doms (S. Francesco) das (oben genannte) Votivbild des S. Malatesta; zu Urbino, 
111 der Domsakristei: eine Geisselung Christi, bezeichnet: Opus Petri de Burgo 
Sel- sePulßfiä Zll Venedig, in der Akademie, ein kleiner S. Hieronymus in 
einer Landschaft. 
Piero della Francesca beschäftigte sich in seiner Jugend viel mit Mathematik.
        

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