Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
F - L
Person:
Müller, Friedrich Klunzinger, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1051288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1052443
Fonchier 
Fouquet. 
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Ruf. Foucher radirte auch in Kupfer mit geistreicher Nadel und man schätzt unter 
seinen derartigen Blättern besonders den: Jaque Roland sieur de belebat, maistre 
chirurgien age de 40. ans.   
Fouchier, Bertrand, Maler, geb. 1609 zu Bergen-op-Zoom, gest. daselbst 1674, 
erlernte die Kunst bei A. van Dyck und Jan Bylert, begab sich hierauf nach 
Italien, studirte besonders in Rom und Venedig, und suchte in letzterer Stadt nament- 
lich den Styl des Tintoretto nachzuahmen. Nach seiner Rückkehr über Florenz, 
Paris und Antwerpen nach seiner Vaterstadt malte er viel in Oel und auf Glas, je- 
doch, da der Geschmack an Tintorettois Kunstweise daselbst keinen Anklang fand, 
jetzt mehr Genre- als geschichtliche Darstellungen in der Manier des A.Brouwer. 
Fougere, Amanda, eine treifliche Porträtmalerin, geb. zu Coutances, bildete sich 
unter der Leitung der Maler Steuben und Montvoisin zu Paris. Ihre Bildnisse 
sind hübsch aufgefasst und tüchtig oharakterisirt. Auf der Kunstausstellung zu Lyon 
im Jahr 1848 sah man von ihr ein höchst artiges Bild: zwei Waisenmädchen , eine 
Composition voll Einfalt, Anmuth und fesselnden Interesses. Auch die grosse Kunst- 
gusstellung zu Paris im Jahr 1855 beschickte sie mit einem ausgezeichnet hübschen 
ildniss.  
P0111011, Benjamin, Hofmaler und Kammerdiener König Heinrich IV., von dem 
sich im Kupferstichkabinet der Nationalbibliothek zu Paris 48 Kreidezeichnungen 
befinden, deren eine Fulonius fecit bezeichnet ist, welche alle den Einüuss des 
Frangois Clouet (siehe diesen) beurkunden. 
Foulongne, Charles Alfred, Historienmaler zu Paris, geb. zu Rouen, bildete 
sich unter P. Delaroche und Gleyre zu einem tüchtigen Künstler in seinem Fach 
aus. In seinen Bildern neigt er sich der Auffassungsweise der vorraphaelischen 
Meister zu, verbindet damit aber eine gediegene, den Fortschrittten der Gegenwart 
Sich durchaus nicht verschliessende Technik. Auf der grossen Pariser Kunstaus- 
stellung im Jahr 1855 sah man von ihm zwei tretfliche Gemälde: die Bergpredigt 
und eine Allegorie auf den Frühling. 
Fouquet  auch Foucquet geschrieben  Jean, der grösste französische Miniatur- 
maler des 15.Jahrhunderts, Hofmaler Königs Ludwig XL, geb. um 1415 zu Tours, 
gest. 1483. Die früheste Erwähnung seines Namens kommt 1461 in den Rechnungen 
über die Bestattungsfeier König Karls VII. von Frankreich vor; die nächste betrifft 
eine Zahlung für Bilder, welche er für König Ludwig XI. ausgeführt. In einer 
anderen vom Jahr 1472, worin er den Auftrag erhält, ein Gebetbuch für die Her- 
zogin von Orleans auszuführen, wird er „Maler des Königs" genannt und im Jahr 
1475 kommt er noch einmal unter derselben Benennung vor. 
Fouquet kann in manchem Betracht als der letzte Maler des gothischen Stylcs 
in Frankreich, in anderen Beziehungen aber auch als der erste der Epoche der Re- 
naissance angesehen werden. Unter den beiden, sich vornehmlich in der zweiten Hälfte 
des 15.Jahrhunderts in Frankreich geltend machenden Schulen der Miniaturmalerei, 
VOn denen die eine mit grösserer Entschiedenheit zu der Weise der niederländischen 
Malerei der Brüder van Eyck und deren Schüler sich neigte, während die andere 
mit dieser vorherrschenden Richtung eine Aufnahme von Motiven der italienischen 
Kunst verband und sich zu einer eigenthümlichen Eleganz entwickelte, steht Fouquet 
an der Spitze der letzteren. In seinen Bildern macht sich ein grosser künstlerischer 
Verstand, ein edles Stylgefühl und ein gewählter Geschmack bemerkbar. Die Com- 
position ist schön und gemessen in edlem üorentinischen Styl geordnet, die Form rein 
und gewählt, das Gesicht edel, der Ausdruck fein, die Perspektive und das Hell- 
dunkel höchst ausgebildet, die Räumlichkeit und ihre Verzierung, bald gothisch, 
bald der italienischen Frührenaissance entnommen, von reichster Eleganz, die Für- 
bung V01! harmonischer YVirkung und eigenthümlichem Reiz. Von seiner Hand ent- 
hält eine französische Uebeysetzung der Geschichte der Juden von Josephug (auf 
d" Bibliüthek zu Paris)  mit Ausnahme der drei ersteren älteren, von einem der 
Maler des HeTlßgs Johann von Berry gefertigten Bildern, eilf Miniaturen, welche 
eine Geschichte der Juden bis zur Zerstörung Jerusalems darstellen. Sie wurden
        

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