Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1041513
Barbalonga 
Barbarelli. 
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Michele di Ridolfo del Ghirlandaje, der zufällig das Talent des Knaben ent- 
deckte , auferlegen und für die Kunst gebildet, in der er binnen kurzer Zeit so be- 
deutende Fortschritte machte, dass er, nachdem er in Rom seine St-udien nach den 
alten Meistern vollendet, und nach Florenz zurückgekehrt war, bald zu den ersten 
aller damaligen Groteskenmaler gezählt wurde. Unter der ausserordentlichsten Menge 
von Wandgemälden, die er in Florenz ausführte und die sich durch die anmuthige 
Erfindung, das sanfte und reizende Colorit, und durch eine Technik auszeichnen, 
Welche historische Compositienen, gleichwie Landschaften, Früchte und Blumen mit der- 
selben Sicherheit und Leichtigkeit behandelte, dürften namentlich anzuführen sein: 
Fresken aus dem Leben des heil. Domenikus und des heil. Antonius, jene im Kloster 
von S. Maria Novella, diese im Kloster von S. Marco, Scenen aus dem Leben der 
Gründer des Servitenklosters in S. Annunziata h.  auch schmückte er eine Gal- 
lerie im Palazzo Pitti mit Darstellungen aus dem Leben des Grossherzogs Cesimo l. 
Literatur. Museo Fierentino, woselbst auch sein Porträt im Stich zu finden ist. 
Barbalonga, Juan de, Beinamen des J. Corn. Vermeyen.  
Barbalunga, Beinamen des Ant. Bicci.  
Barbarelli, Giorgio di Castelfranco, genannt Giorgione, geb. um 1477, der Sohn 
armer Eltern, bildete sich unter dem treiflichen Giovanni Bellini zum Maler aus, 
und machte in Folge seiner glücklichen Anlagen, besonders für das Colorit, so glän- 
zende Fortschritte, dass er die Eifersucht des Lehrers selbst erweckte. Er verliess 
daher dessen Schule, malte einige Zeit in Venedig für die Malerbuden Heiligenbilder, 
Einfassungen für Betten und Vertäfelungen für Cabinette und kehrte hierauf nach 
seiner Heimat-h Castel Franco im Trevisancr Gebiet zurück, wo er auf Bestellung 
des Feldhauptmanns Tutio Costanzo eine Madonna mit dem Kinde und den h. h. Georg 
und Franciskus für die Parochialkirche daselbst, einige Bildnisseiund einen todten 
Christus von Engeln getragen (der in das Leihhaus zu Treviso kam und als eines 
seiner Hauptwerke betrachtet wird), malte. Nach Vollendung dieser Arbeiten reiste 
Giorgione wieder nach Venedig, nahm seine Wohnung in Campe di S. Silvestro und 
bemalte, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, die Facade seines Hauses mit 
Figuren von Musikern, Dichtern und mit sonstigen Gegenständen phantastischen und 
historischen Inhalts, wie es damals in Venedig Sitte war. Auf solche öffentliche Ern- 
pfehlung hin von allen Seiten beschäftigt, hielt er eine Bude und arbeitete nach 
damaliger Gewohnheit für die Bedürfnisse des Luxus. Schilde, Schränke und Kleider- 
kisten wurden mit Malereien verziert und er wählte dazu meist Gegenstände aus 
Ovids Verwandlungen, die er landschaftlich und mit allem Reiz der Farbe und grosser 
Lebendigkeit der Erfindung behandelte.- Aber auch ganze Fagaden von Häusern 
schmückte er mit den schönsten Frescomalereien (die jedoch beinahe sämmtlich zu 
Grunde gegangen sind), Kirchen, mit tretllichen in Ocl ausgeführten Altarbildern, 
vor Allem jedoch wurden seine ausgezeichneten Bildnisse gepriesen. Während dieser 
vielseitigen Beschäftigungen soll er auch einst, so wird es erzählt, um in den zu. 
jener Zeit häufig vorkommenden Rangstreitigkeit-en der Künstler über Malerei und 
Sßulptur zu beweisen, dass, wenn gleich die letztere verschiedene Ansichten, jene 
aber nur eine Seite zeige, dieser dennoch der Vorzug gebühre, weil sie in einem 
Bilde, ohne Veränderung des Standpunkts, auf einen einzigen Blick alle möglichen 
AllSichten und Bewegungen menschlicher Gestalten vor Augen führen könne, ein 
Gemälde ausgeführt haben, die nackte Figur eines Mannes darstcllend, der dem Be- 
schauer den Rücken zuwendct, während seine Vorderseite in einem zu seinen Füssen 
iliessenden klaren Quell abgcspiegelt Wird, die glänzende Fläche eines goldenen 
Harnisches zu seiner Linken aber seine linke und ein zur Rechten angebrachter 
Slllegel Seine rechte Seite geirrt. Und sein Bild soll sehr gerühint und als sinnreich 
und schön bewundert werden 5:511! 
 Unter solch erfolgreicher Thätigkeit Wuchs Giorgione's Ruhm bei jeder neuen 
kuußflerlschen Hervorbringung, er führte eine Menge Bildnisse für verschiedene 
Furst-en Italiens aus und Viele seiner Gemälde wurden nach entfernten Ländern ver- 
sendet; leider radte ihn aber mitten im schönsten Streben und Schafen der Tod in
        

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