Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1041508
82 
Bandini 
Barbacelli. 
Hass gegen ausgezeichnetere Künstler (wie er denn aus Bosheit den berühmten Car- 
ton Michelangelcfs im Rathssaale zu Florenz schändlicher Weise zerstört, auch 
mehrere angefangene WVerke desselben, die in seine Hände kamen, vernichtet haben 
soll), masslose Eitelkeit und Anmassung mit einer unersättlichen Begierde nach 
Geld und Ruhm, die ihm keine Ruhe liess , durch Intriguen aller Art andern Kunst- 
genossen oft bereits übertragene Arbeiten abwendig zu machen. Hieraus entwickelte 
sich auch, auf der Grundlage einer grossen künstlerischen Befähigung, die Eigen- 
thümlichkeit seiner Kunstrichtung: eine eminente technische Fertigkeit ohne höhere 
leitende Idee, eine rein äusserliche Richtung, ohne tieferen geistigen Gehalt, ein 
Streben nach Grossartigkeit, aber ins Riesenhafte, ins Gewaltsame übertrieben. Ob- 
gleich Mich elangelo's eifrigster Nebenbuhler, stand er doch ganz unter dem Ein- 
fluss seiner Richtung und zwar in ihrer Entartung, in der mehr manieristischen , die 
Grösse der Aufgabe in der unmittelbaren Macht des Effekts suchenden Weise.  Ban- 
dinellfs natürlicher Sohn, Clemens, geb. 1534, entfaltete in der Schule seines 
Vaters ein bedeutendes Talent, starb aber in Folge anhaltenden Studiums und un- 
regelmässigen Lebens sehr jung in Rom. 
Literatur. Vasari, Leben der ausgez. Maler, Bildh. und Baumeister.  Cicognara, Storia della scul- 
tura.  Museo Fiorentino, Woselbst auch sein Porträt. 
Kupfcrwerkc. La Metropolitana Fiorentina illustrata, von Lasinio. 
Bandini, Giovanni oder Giov. Benedetto da Castello, auch Giov. da11' Opera 
genannt, ein Florentiuer von Geburt, war ein Schüler B andinellfs und folgte 
seinem Lehrer in derselben Kunstrichtung, nur mit mehr Neigung zum Zierlichen, 
wie man an seiner Statue der Architektur am Grabmale Mi chelangelok in S. Croce, 
den Sculpturen der Kapelle de'.Ga.ddi in S. Maria novclla und anderen seiner WVerke 
zu Florenz sieht. 
Bang, Hieronymus, geb. 1553 zu Nürnberg, wo er 1629 noch lebte, fertigte 
mehrere seltene Blätter mit der Goldschmiedsbunze, z. B. eine Folge von 8 Blättern 
Kriegs- und Spielinstrumente, 10 Blätter mit Thieren und 6 Blätter Kinder. 
Banks, Thomas  ein geschätzter englischer Bildhauer, der 1805 starb, dessen Ar- 
beiten aber bei allem Talent einen fühlbaren Mangel an Styl verrathen. WVerke von 
ihm sieht man in der YVestminster-Abtei und S. Paul's Kirche , Woselbst mehrere der 
dortigen Monumente von seiner Hand sind; bekannt sind ferner: die Figuren des 
Shakespeare mit der tragischen und komischen Muse an der Fagade der ehemaligen 
Shakespeare-Gallerie (jetzt der brittischen Institution Pall Mail) von ihm, und eine 
Marmorstatue: der gefallene Engel, in der Akademie zu London, deren Mitglieder 
1'786 geworden war. 
Baquoy, Pierre Charles, geb. 1764 zu Paris, ein geschickter Kupferstecher, von 
dem besonders die Blätter: Die Verurtheilung der h. h. Protasius und Gervasius nach 
Lesueur; St. Vincenz von Paula, nach Monsiau, und Fenelon, der die verwundete 
Krieger nach der Schlacht bei Malplaquet verbindet, nach Fragonard geriihmt 
werden. 
Barasta, Carlo, ein sehr t-alentvoller Schüler von Prof. Rauch in Berlin, der tref- 
liche Porträtbüsten fertigt. Man rühmt besonders die des Königs Friedrich Wil- 
helm III. und des Kaisers Nikolaus von Russland. 
Baratta, Francesco, gebiirtig aus Masse Canara, Schüler Algardfs und Ber- 
nini's, gest. zu Rom 1666, verfertigte eine der Flussgösterstatuen an dem Brunnen 
auf der Piazza Navona zu Rom, ferner verschiedene Sculpturen für einige Kirchen 
daselbst, auch eine Gruppe des Herkules und Achelous, die Statuen  und 
Lucretizfs, welche Wegen der Zierlichkeit der Ausführung besonders gefühmt werden. 
Baratta, Gian Maria, der Bruder des Vorigen, erlernte bei Algnrdi die Architek- 
tur, und erbaut-e u. A. die Kirche S. Niccolb di Tolentiuo zu Rom, 
Barattieri, Niccolö, war um 1180 Baumeister des Markusthurms zu Venedig. 
Barbaeelli, Bernardino, auch Poccetti, oder Bernardino delle grottesche ge- 
nannt, geb. 1542 zu Florenz, gesb. 1612, war der Sohn armer Eltern und wurde von
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.