Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1041455
Balduc. 
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Baldung malte Kirchenbilder, historische , allegorische Darstellungen und Por- 
träts, Werke, in denen sich, bei manchen Eigenthünllichkeiten-der schwäbischen 
Schule, der Einfluss Albrecht Dürers (mit dem er in einem sehr freundschaftlichen 
Verhältnisse stand , und von dem er bis zu seinem Tode eine Haarlocke als kostbare 
Reliquie verwahrte, die im Laufe der Jahrhunderte, nach einer Wlanderung durch die 
Hände verschiedener Maler zuletzt in den Besitz des Hofrat-hs Schlosser kam), nicht 
verkennen lässt. Seine Köpfe sind voll Leben und Ausdruck, das Nakte erscheint 
ziemlich durchgebildet, das Colorit ist frisch und blühend und in seinen Compositionen 
herrscht eine poetische Auffassung und bedeutsame Intention. Sein Hauptwerk ist 
der grosse Hochaltar des llliinsters zu Freiburg, ein wahres Kleinod oberdeutschei- 
Malerei. Derselbe besteht aus mehreren Tafeln, von denen das Mittelbild eine reiche, 
prachtvolle Krönung der Maria enthält, die Innenseiten der Flügel aber, die Apostel, 
als Zuschauer der himmlischen Handlung, vortrefflich charakterisirte Figuren, zeigen. 
Die Aussenseiten enthalten: die Verkündigung, eine Composition von eigenthiim- 
liehen Gedanken, die Heimsuchung von überaus süssem und lieblichem Ausdrucke in 
den reizenden Köpfen, die Geburt Christi, bei welcher das Licht von dem göttlichen 
Kinde ausgeht, und die Flucht nach Aegypten, ein ungemein liebliches, vielleicht das 
schönste Bild, das Baldung hervorgebracht. Die Rückseite des Altars ist in der Mitte 
mit einer vorzüglich ausgeführten grossen Kreuzigung nach Dürefscher Composition 
geschmückt; auf den Flügeln erscheinen je zwei Heilige, grossartige, charakter- 
volle Gestalten. Das Statfelgemälde, unter dem Mittelbild, stellt in der Mitte die 
heil. Jungfrau mit dem Kinde, zu beiden Seiten die Donatoren, treffliche Porträts der 
einst mit dem Bau beschäftigten Männer dar. Auf dem freien Winkel links Engels- 
köpfe, rechts eine Tafel mit der Inschrift: "Johannes Baldung cog. Grrien Ga- 
mundianus Deo et Virtute auspicibus faciebat." Unter den Glasgemälden des 
Chorumgangs ist das Fenster der Alexanderkapelle nach Baldungs Composition gemalt. 
Von anderen erhaltenen Bildern Baldungs, die hin und wieder eine gewisse Nei- 
gung zu den Eigenthümlichkeiten der fränkischen Malerei, zu manierirter Färbung 
und übertriebener Charakteristik verrathen, sind bekannt: die Geburt Christi und" 
die Kreuztragung in der Gallerie des Schlosses zu Aschaffenburg; Frauen, in der 
Fülle der Kraft vom Tode ergriifen, zwei Bildchen von geistvoller Conceptiion in der 
öffentlichen Sammlung zu Basel; eine Kreuzigung, eine Steinigung des heil. Stepha- 
nus und das Bildniss Albrechts von Brandenburg in Kardinalstincht im k. Museum 
zu Berlin; Maria mit dem Kindc und den1 Stifter Markgraf Christoph von Baden 
und seiner Familie und das Porträt des Markgrafen Christoph von Baden in der gross- 
herzogl. Gallerie zu Carlsruhe; Herkules und Antäus in der AbePschen Samm- 
lung zu Ludwigsburg; das Brustbild des Markgrafen Phil. Christoph von Baden 
(mit Monogramm und der Jahrszahl 1515); die Klugheit, eine bis aufeinen sehr zarten 
Schleier nackte Figur am Abgrunde (mit Monogramm und der Jahrszahl 1525),  ein 
Bild, das einsehr ileissiges Naturstudium des Meisters beurkundet, in der Moritz- 
kapelle zu Nürnberg; das Porträt eines jungen blonden Mannes (mit Monogramnx 
und der Jahrszahl 1515) in der k. k. Gallerie zu Wien. 
Unter die Vorzüglichsten Blätter, die Baldung in Kupfer gestochen, gelwreqr 
Der Schmerzensmann; der Stallknecht; Maria, den Leichnam ihres ßohues bewei- 
neild.  Zu seinen bedeutendsten Holzstichen, die sich durch das treiflhche Hell- 
dunkel auszeichnen, zählt man: Adam und Eva in 3 verschiedenen Blattern (vdn 
1511 und 1519, das dritte ohne Jahrszahl); die Hexen (1510); dle Bekehrung Pauhä 
eine heil. Familie; die Geburt des Heilandes; der Reitknecht im Pferdestalle; P1141438 
11011100511); die Marter des heil. Sebastian (1514); Xßntiipre Tßißetsokrate? (1015); 
Gruppe von Pferden, drei verschiedene Blätter (1534); 13 _Blätter: Christus und 1GB 
die zwölf Apostel. 
Literatur. H. Schreiber, das Münster zu Freiburg.  Bartsch, Le Peintro graveur.  Heller, 
Hamlb. für Kuyferstichsammler. 
Balduc , 
Roque 2 
Spanischer Bildhauer, 
der Vvon 1551- 
in welch letzterem
        

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