Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1041326
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Aubriet 
Audenaerde. 
Aubriet, Claude, gebiirtig aus Chalons, ein Schüler des Jean Joubert, war ein 
vorzüglicher Zeichner von Pflanzen, der 1'700 den berühmten Botaniker Tournefort 
auf seiner Reise nach der Levante begleitete und nach seiner Rückkehr von LudwigXlV. 
die Stelle eines Malers bei dem botanischen Garten erhielt. Die Bibliothek zu Göt- 
tingen bewahrt 90 grosse botanische Zeichnungen, Meisterstücke in ihrer Art, von 
seiner Hand.  
Aubry, LOIIiS FTaIIQOiS, geb. 1770, ein Schüler von Vincent und Isabey, war 
ein sehr gesuchter Porträtminiaturmaler seiner Zeit. 
Aubry, GllillOt, Baumeister, war im zweiten Viertel des vorig: Jahrh. zu Paris 
thätig, woselbst viele Prachtgebäude, z. B. die Hotels Villeroy, Bouillon, Ccnty, 
de 1a Villiere nach seinen Plänen errichtet Wurden. 
Aubry, Peter, Kupferstecher, geb. zu Oppenheim 1596, gest. 1660, verfertigte 
eine Menge von Bildnissen berühmter Männer alle1' Nationen, z. B. des Bernhard v. 
Weimar, Olivier Cromwell, iVallenstcin, Cartesius, Hugo Crot-ius u.  von denen 
H eine cken in seinem „Dictionnaire des artistes" ein Verzeichniss bringt. Er trieb später 
zu Strassburg mit seinem Bruder Abraham, den er auch in der Kupferstecherkunst 
unterrichtete, einen Kunsthandel. 
Aubry, Stephan, geb. 1745 zu Versailles, malte verdienstliche Porträts und häus- 
liche Scenen 1nit kräftigem und kühnem Pinsel. Er starb 1781 zu Paris. 
Aubry-Lecomte, Hyacinthe Louis Victor Jean Baptiste, geb. zu Nizza 1797, 
ein Schüler von G i r 0 d e t  Trio s o n , bildete sich zu einem der ersten Lithographen 
aus. Er zeichnete meistens Bilder seines Lehrers auf Stein, lithographirte aber auch 
nach Raphael, die Madonna di S. Sisto, eine h. Familie nach Poussin, den todten 
Trompeter nach Vernet, Corinna nach (ierard, Childe-Ilarold und Ines nach 
Dejuinne und mehrere andere grosse Blätter. 
Audebert, Jean Baptiste, geb. 1759 zu Rochefort, bildete sich von 1777 an in 
Paris zu einem sehr geschickten Miniaturmnlcr aus; grössere Bestellungen natur- 
wissenschaftlicher Zeichnungen xveckten indessen seinen Geschmack für Naturge- 
schichte, der bald bis zur Leidenschaft stieg. Nachdem er verschiedene Zeichnungen 
für naturwisseilschaftliche Bücher vortrefflich ausgeführt, unternahm er eigene Werke, 
und seine "Histoire naturelle des siuges" und seine "Histoire des colibris", ein Pracht- 
werk in Farben von bis (lahin nie gesehener "Vollkonnnenheit, begründeten für immer 
seinen Ruhm als Zeichner, Maler, KUPfOYSiCClIOY und Naturforscher. Audehert 
starb 1800. 
Audenaerde oder Oudenaerde, Robert van, geb. 1663 zu Gent, gest. 17-13, wurde 
in der Kunst von Frans van Mierop und Hans van Clecf unterrichtet, bildete 
sich aber von 1685 an unter Carlo Maratti in Rom zum Maler aus. Einige in 
Kupfer geätzte Blätter von ihm verriethen indessen dem Lehrer die grossen Anlagen 
des Schülers für diese Kunst, und jener gab ihm desshatlb den Rath, sich ganz der- 
selben zu widmen. Nach seiner Heimkehr setzte Audenaerd zwar die Kupferstecherei 
-fort, vernachlässigte aber darüber die Malerei nicht. So malte e1' z. B. für das Kart- 
häuserkloster seiner "STaterst-adt die Erscheinung des h. Petrus, der die Mönche ab- 
hält, ihr Kloster zu verlassen, mehrere Bildnisse u.  Bilder, in Welchen er strenge 
Zeichnung mit blühendem Colorit verband. Seine Stiche, in denen er innner so viel 
als möglich radirte, sind frei und geistreich behandelt, namentlich diejenigen nach 
Bildern seines Lehrers , unter denen der Tod der iWIaria, die Himmelfahrt der Maria, 
die Marter des l1.Blasius, Maria mit dem Kiude, Rosenkränze austheilend, Eliezer und 
Rebecca am Brunnen, Christus am Oclberg zu den besten gehören. Auch nach 
Ann. Carracci, Guido Reni, P. da Cortona,  stach er brave 
Blätter. Die von ihm gestochnen Bildnisse stellen, ausser den für den Cardinal Bar- R 
barig-o gestochenen, mit Emblemen und lateinischen Versen von ihm geschmückten 
Familienporträits, bis auf eines sännntlich Cardinäle dar. Ferner enthält das WVerkK 
von Rossi viele von ihm gestochene Blätter nach plastischen Gruppen und Statuen 
in Rom. Heinecken in seinem „Dictionna.ire des artistes" exithält ein Verzeichniss aller 7 
seiner Blätter. 
        

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