Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1046417
En gleheart 
Ensinger. 
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schiedene in den Kirchen seiner Vaterstadt bewunderte. So sah man in der Kirche 
des heil. Rombus dort die sieben WVerke der Barmherzigkeit und in der Katharinen- 
kirche eine Bekehrung Pauli. Für den Prinzen von Oranien copirte er ein Bild des 
Lucas de Heere in Wasserfarben: die Geschichte David's. Von seinen Bildern 
sollen auch viele nach Deutschland gekommen sein.  
Engleheart, F. , ein tüchtiger, zu London lebender Kupferstecher, dessen Arbeiten 
sich durch Feinheit und Zartheit, wie durch Kraft und wirkungsvolles Wiedergeben 
des betreifenden Originals in seiner ganzen Eigent-hümlichkeit auszeichnen. Eines 
seiner schönsten Blätter ist: The only daught-er, nach Wilkie (1839). 
Enhuber, Karl 17., ein ausgezeichneter Genremaler, geb. 1811 zu Hof in Ober- 
franken , machte seine künstlerischen Studien an der Akademie in München und wid- 
mete sich später ausschliesslich Darstellungen aus dem Volksleben. Seine Bilder, 
von denen wir beispielsweise nur anführen wollen: eine schlafende Frau bei einem 
Kinde (1838); einen Knaben, der in der Studirstube seines Vaters raucht (1840); 
eine Soldatenfamilie (18411); einen Knaben, der von einem Alten das Zitherspiel 
lernt; Knaben, die sich vom Vater die Erlaubniss zum Baden erbitten; einen Jahr- 
markt im bayrischen Gebirge (1845); eine Kinderstube (1851); Holzhackerleute 
(1852); einen Bauern, der sich über seine misslungene Arbeit ärgert (1852); eine 
häusliche Scene (1853); einen Grossvater, sich über den guten Schuss seines Enkels 
freuend, der mit einem Blasrohr einige hölzerne Soldaten umgeworfen; einen Bild- 
schuitzer in seiner Werkstätte (beide letztere Bilder in der neuen Pinakothek zu 
München)  zeichnen sich durch die launige, humoristische Auffassung des pikan- 
testen Stoffes und die ungesuchte ächte Komik aus. Die Anordnung erscheint durch- 
aus einfach, zeigt aber eine sehr verständige Vertheilung der Figuren , wie eine ge- 
schickte Benützung der Lokalitäten. Die Charaktere sind alle gut studirt und wahr 
in Stellung, Bewegung, Physionomie und Ausdruck. Auch in der Farbe machen seine 
Gemälde einen guten Gesammteindruck und die Behandlung lässt kaum etwas zu 
wünschen übrig. 
Ensinger ist der Name einer berühmten altdeutschen Baumeisterfamilie aus Bern 
gebürtig, an den sich die Geschichte eines Domes knüpft, der zu den schönsten 
deutschen mittelalterlichen Bauten gehört, des Ulmer Münsters. Zwar waren die 
Ensinger auch an anderen Orten wirksam, die Hauptthät-iglaeit der bedeutendsten von 
ihnen gehörte jedoch jenem Baue an. Im Jahr 1390 wurde Ulrich Ensinger zum 
Kirchenmeister des Münsters in Ulm bestellt, und er widmete als solcher dem Baue 
seine Thätigkeit bis zu seinem 1429 erfolgten Tode, ohne jedoch seinen weisen Rath, 
der bei dem grossen Rufe, den er schon frühzeitig genoss, vielfach in Anspruch 
genommen wurde, auch anderen Bauten der damaligen Zeit vorenthalten zu haben. 
So war er um 1391 und 1394 bei dem Bau des Domes von Mailand, mit dem er schon 
1387 auf den an ihn ergangenen Ruf des Herzogs Galeazzo beschäftigt gewesen, 
thätig, und auch bei dem Bau des Münsters zu Strassburg wurde er zu Rathe ge- 
zogen. Er hatte zwei Söhne, Kaspar und Matthäus Ensinger, von denen der 
erstere nach des Vaters Tod als Kirchenmeister beim Münster in Bestallung genom- 
men Würde, aber schon 1430 starb. Von 1446 an führte sodann, nachdem unterdessen 
Kaspar Kuen Kirchenmeister gewesen, Matthäus Ensinger, der um 1430 als 
Kirchenmeister und Werkmann zu Bern im Uechtlande vorkommt, als Meister den 
Bau des Münsters weiter. Er vollendete das Gewölbe des Chors (1449) und betrieb 
die Aufrichtung der Pfeiler und Umfassungsmauern, sowie die Erbauung des Vorder- 
thurms. Im Jahr 1463 Starb er, wie eine Inschrift am oberen Nordportal des Münsters 
besagt. Sein Brustbild will man an der mittäglichen Wendeltreppe des grossen 
Thurms erkennen. Auf ihn folgte sein Sohn Moriz Ensinger, der im Jahr 1465 
auf zehn Jahre, im Jahr 1470 auf Lebenszeit als Kirchenmeister angenommen, das 
Gewölbe des Mittelschiifs, Hochwerk genannt (1471), und die beiden Seitenschiife 
(1478) ausbaute. Er starb im Jahr 1480, nachdem er das Grösste vollendet. 
Matthias Ensinger, der Sohn des Kaspar Eusinger, ward Baumeister 
am Berner Münster und starb im Jahr 1451.
        

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