Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1046325
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Elkan 
Ellenrieder. 
Amsterdam, ein sogenanntes Schützenstück, mit seinem Namen und der Jahrszahl 
1639 bezeichnet, kennt. 
Elkan, David Levy, Lithograph, Arabeskenzeichner und Maler zu Köln, geb. 
1808 , ein Künstler von fruchtbarer Phantasie und tüchtiger Gewandtheit, der sich 
sowohl durch tretfliche Nachbildungen, als durch eigene Compositionen, besonders 
im mittelalterlichen Style , wie auf dem Gebiet der politischen und gesellschaftlichen 
Satyre einen Namen erworben. Zu seinen besten Lithographien zählt man: Christus 
und Maria nebst den zwölf Aposteln , 14 Blätter nach den Standbildern im Chor des 
Doms zu Köln (im Farbendruck herausgegeben). Auch beschäftigte er sich mit Er- 
folg mit dem Versuche, die Holzschnitte A. Dürer's auf lithographischem Wege 
wiederzugeben. Grosses Verdienst hat sich aber Elkan besonders durch seine höchst- 
anziehenden Compositionen zum Dombauliede, zum Rheinweinlied, durch seine Minia- 
turen, Initialen und Randverzierungen der Adresse des Dombauvereins an Papst 
Pius IX., das Widrnungsblatt zum Rheinlandsalbum u. s. w. erworben. Höchst ver- 
dienstvoll sind ferner die von ihm in lithographirtem Farbendruck herausgegebenen 
„Albnmblätter im mittelalterlichen Style." Von seinen Aquarellbildern werden rüh- 
mend erwähnt: der erste Busspsalm David's; das Rheinweinlied; der Reichstag des 
Kaisers Maximilian auf dem Gürzenich zu Köln im Jahr 1505; Christus am Oelberge; 
David; unter seinen Oelgemälden: der Schulbesuch; Auszug aus dem Lager; Gast- 
mahl des reichen Prassers. 
Literatur J. J. Merlo, Kunst und Künstler in Köln. 
Ellenrieder, Marie, grossherzogl. badische Hofmalerin, geb. 1'791 zu Constanz, 
bildete ihr schon frühe hervortretendes Talent für die Kunst auf der Akademie zu 
München und später auf Reisen in Italien aus. Sie liebt vorzugsweise die Darstellung 
religiöser Gegenstände, denen sich eine gemüthliche , liebliche und innige Seite ab- 
gewinnen lässt, und sie weiss darin die tiefen Empfindungen und Stimmungen ihrer 
frommen Seele meistens mehr oder weniger glücklich zum Ausdruck zu bringen. 
Namentlich gelingen ihr die weiblichen und Kindergestalten, während den männlichen 
es' an der nöthigen Kraft gebricht. Ihre Bilder sind nicht geschalfen, zu imponiren, 
wirken aber angenehm und erfreuend auf das Gemüth. Nur hat sich bei ihr im Laufe 
der Zeit eine Art Manier herausgebildet, welche in der Auffassung stark an's Senti- 
mentale streift und ihren Gesichtern die menschlich sympathetische Anziehung der 
Individualität benimmt, ohne sie durch eine überirdische Wahrheit zu ersetzen. Immer- 
hin aber ist sie eine der talentvollsten Malerinnen unserer Zeit und man muss ihre 
poetischen Intentionen bewundern, wenn sie auch öfters in einer mehr oder minder 
weichlichen Weise zur Erscheinung gelangen. Ihre Composition ist in der Regel 
wohlgeordnet, ihre Zeichnung correkt, ihr Pinsel zart und ihr Cßlßfiü zeugt von 
warmem Farbengefühl und Geschmack. Mit vielem Glück übt sie auch in kleineren 
und grösseren Bildern die Pastellmalerei. Unter ihre vorzüglichsten Gemälde zählt 
man: das Martyrium des heil. Stephanus in der katholischen Kirche Zu Karlsruhe; 
Maria mit dem Kinde im grossherzogl. Residenzschlosse dort; einen Christuskopf; 
die heil. Jungfrau, das Magniiicat schreibend; eine Heilige, ein Buch in der Hand 
haltend; eine lesende Jungfrau; die Erweckung der Tnhißha; ein Mädchen, das 
Blumen aus einem Korbe schüttet; drei Jungfrauen mit dem Motto: Lasset uns von 
Gott reden und seinen heiligen Geboten, sowie zwei Cartons: den heil. Joseph mit 
dem Jesuskinde und Christus als Kinderfreund darstellend in der grossherzogl. Kunst- 
halle ebendaselbst; den Kßpf eines Kindes und Christus im Brustbild in der gross- 
herzogl. Gallerie zu Mannheim; den heil. Borromäus, lebensgrosse Figur; die heil. 
Jungfrau, den göttlichen Knaben in die Welt einführend, in der katholischen Kirche 
zu Stuttgart; ferner verschiedene Darstellungen von Kindern und Kindergruppen. 
Marie Ellenrieder raldiffe auch mit weicher und zarter Nadel eine Anzahl mit 
nebigem Monogramm bezeichneter Blätter nach eigenen Erfindungen in Kupfer, unter 
denen man namentlich hervorhebt: die Auferstehung Christi; Maria auf dem Throne; 
die heil. Jungfrau, den Jesusknaben an der Hand führend, und die Bildnisse des 
Vaters und der Mutter der Künstlerin. 
Mß
        

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