Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1046173
Eberhatdt 
Ebgrle , Adam. 
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halb erhabener Arbeit schmücken lassen wollte, kam leider wegen des Todes des 
Bestellers nicht zu Stande. Nur einen Gesang in mehreren Compositionen hat Eber- 
hard in Alabaster ausgeführt und diese besitzt König Otto von Griechenland. 
Nach München zurückgekehrt, bebaute er namentlich das Feld des Reliefs mit 
Darstellungen aus dem alten und neuen Testament, in denen er seine reiche Phantasie 
und sein frommes Gemüth frei walten lassen konnte und Gebilde von höchster An- 
muth und Holdseligkeit schuf. Mitten unter solchen Arbeiten und nachdem er 1825 
die Aufgabe, das Grabmal der Prinzessin Karoline in der Theatinerkirche mit einem 
Relief zu schmücken auf's Treiflichste gelöst hatte, erhielt er verschiedene Aufträge 
zu Sculpturen für öffentliche Monumente. So schmückte er das Portal der Aller- 
heiligenkirche zu München, in der Lunette, mit einem Relief, Christus, als Welt- 
heiland, vor dem Maria und Johannes anbetend knieen, darstellend (lith. von J. B. 
Müller), und daneben auf den Thürpfeilern mit den Statuen der Apostel Petrus und 
Paulus; den Haupteingang des Isarthors ebendaselbst zu beiden Seiten mit den 
Kolossalstatuen des Ritters St. Georg und des Erzengels Michael; die Portale des 
Blindeninstituts mit den Statuen der Schutzheiligen der Blinden, den h. h. Benno und 
Raspo, und den h. h. Odilia und Lucia (beide letztere nach Eberhard's Modellen von 
Sanguinetti ausgeführt). Zu Eberhard's weiteren Werken von Bedeutung gehören: 
die Denkmäler der Bischöfe Sailer und Wittmann im Regensburger Dorn. Ausserdem 
fertigte er verschiedene Basreliefs in Alabaster zu Hausaltärchen mit Darstellungen 
aus dem neuen Testamente; namentlich aber stellte er auch mehrere sehr schöne 
Christus- und Madonnenbilder in Alabaster dar. In den letzteren Jahren beschäftigte 
sich der Künstler häufiger mit Zeichnungen von ernsten religiössymbolischerf. Gegen- 
ständen, in denen ihm positive Lehren der katholischen Kirche die Motive der Dar- 
stellungen an die Hand gaben, und von denen er früher schon manche als Oelgemälde 
ausgeführt hatte. Auch kennt man Altäre von-ihm, an denen sowohl die Malereien 
als auch die plastischen Arbeiten von seiner Hand herrühren.  
ln Eberhards früheren Arbeiten aus der griechischen Mythologie spricht uns 
namentlich der natürliche Sinn für Schönheit der Form, die lebendige Auffassung, 
Charakteristik und die Weichheit der Behandlung an. Seine religiösen Darstellungen 
athmen den Geist der deutsch-christlichen Kunst unserer alten Meister, sind aber rein 
und edel in Form und Zeichnung und ohne die technischen Mängel der damaligen Zeit. 
Seine Madonnen sind von höchst edler Bildung, voll hoher Anmuth und Demuth, in 
dem Ausdruck des Jesuskindes vereinigt sich Ernst mit lieblicher Heiterkeit und seg- 
nender Huld , und seine Engel sind allerliebste zarte Wesen, gross und schlank ge- 
wachsen als himmlische Boten. Alle seine Werke in dieser frommen Richtung tragen 
das Gepräge der holdesten Grazie, der seligsten Gefühle. In seinen Reliefs waltet 
eine fruchtbare Phantasie voll poetischer Gedanken; sie sind in Anordnung, Bewe- 
gung und Stellung innerhalb der Grenzen des plastischen Styls gehalten und bringen 
eine höchst angenehme Wirkung hervor. Seine Porträtbüsten zeichnen sich durch 
Aehnlichkeit und sorgliche Individualisirung aus.  
Eberhardt, 1., ein geschickter Historien- und Genremaler in München, von dem 
wir mehrere poetisch erfundene und wirkungsvolle Bilder kennen. Wir nennen 
darunter: Leonore, nach Bürgers Ballade; den Sieg des Admiral Ruyter über die 
verbündete englische und französische Flotte am 21. Aug. 1673 (Blatt in dem Album 
des Königs Ludwig von Bayern); den Frühling; die Erwartung; die getäuschte Er- 
wartung.  Eberhardf, lithographirte auch das Aquarellbild des Hofmalers Diez: 
von der Tann schlägt die Dänen (1848). 
Eberle, Adam, Historienmaler, geb. 1805 zu Aachen, gest. 1832 zu Rom, genoss 
den ersten Unterricht in der Kunst auf der Akademie zu Düsseldorf, schloss sich aber 
später, als Cornelius dahin kam, an diesen grossen Künstler mit aller lnnigkeit und 
Verehrung an und wurde bald dessen liebster und ausgezeichnetster Schüler. Sein 
erstes Bild war eine Grablegung Christi, eine Composition, die ein ernstes tiefes 
Gemüth, eine reichbegabte Künstlernatur beurkundete, die unter des Meisters Leitung 
bald einen hohen und freien Schwung annahm. Ein zweites grösseres Bild, ein
        

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