Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1046143
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Earlom. 
seinen Blättern, wie bei der Mehrzahl jener alten Meister, bemerkbar, dagegen ent- 
faltet er im Technischen des Grabstichels schon eine ziemliche Gewandtheit. Sie sind 
äusserst fein und zart mit "kleinen spitzgeformten Strichen vollendet und in besonderer 
Kraft und Reinheit mittelst einer Presse abgedruckt. Ihre Anzahl beläuft sich auf 
.200, sie sind aber zum Theil sehr verschieden, wesshalb man sie in verschiedene 
Perioden des Meisters eintheilt, deren erste eine noch etwas rauhe Manier verräth, 
während -,die zweite eine feinere und mehr vollendete Behandlung zeigt, die_dritte 
aber wieder eine etwas rückgängige Bewegung im Charakter der ersten vermuthen 
lässt. Seine schönsten Blätter sind: die grosse Maria zu Einsiedel (1466), das vor- 
züglichste und vollendetste Blatt von ausserordentlicher Seltenheit; die kleine heil. 
Maria zu Einsiedel (1466); die Geburt Christi; Patene oder Kussbild (vielleicht der 
Boden eines Hostientellers), eines der schönsten und gelungensten Blätter und von 
allergrösster Seltenheit (1466); die Geburt Christi mit drei Engeln; der heil. 
Johannes, dieOifenbarung niederschreibeud; der Heiland in halber Figur mit der W 
Weltkugel (1467); Christus auf dem Throne; die Erscheinung des heil. Geistes 
unter den Aposteln; Gott Vater, die heil. Jungfrau segnend; das Schweiss- 
tuch, von den h. h. Petrus und Paulus gehalten; die Geburt Christi mit dem 
knieenden Joseph; Maria in halber Figur mit dem eine Birne haltenden Kinde; 
Maria mit dem die TVeltkugel haltenden Kinde (1467); Christus mit der YVelt- 
kugel; die vier Evangelisten in 4 Blättern; die Enthauptung der heil. Barbara; 
der heil. Sebastian an einen Baum gebunden (1467); ein Ritter in voller Rüstung 
mit einer Dame; Salomons Urtheil; Gott Vater, den Leichnam Christi auf dem 
Schoosse haltend; der Schöpfer, den ersten Menschen verbietend vom Baume P 
des Lebens zu essen; eine Heilige mit gefalteten Händen; das junge Einhorn;  
der heil. Andreas sitzend; die Stigmatisirung des heil. Franciscus; eine Laub- 
verzierung mit einem wilden Manne; das Liebesbanket; ein Narr umarmt ein Äxä_  
nacktes junges Weib; der Heiland; der heil. Petrus auf einer Bank sitzend; s"  
die h. h. Philippus und Jacobus der kleinere in einer Nische; die heil. Passion  
Jesu; die heiL- Jungfrau, das Kind auf dem rechten Arme, eine Rose in der   
linken Hand; die heil. Jungfrau in langem Kleide sitzend, das stehende Kind  ' 
auf dem Schoosse; die heil. Jungfrau in halber Figur (1467); die heil. Jung-  
frau stehend auf dem Halbmonde in einer Strahlenglorie; die heil. Jungfrau f  
stehend in einem Zimmer (1467); die heil. Jungfrau stehend mit gefalteten  N4 
Händen (1467); 23 Buchstaben des Alphabets, alle in altdeutscher Form, aus e, 5D  
Figuren und grotesken Thieren zusammengesetzt (V und W. fehlen).  Mehrere 
seiner Blätter sind mit nebenstehenden Monogrammen versehen.  
gterntur. Bartsch, "Le peintre grareur.  Heller, Praktisches Handbuch für Kupferstichsamrnler.  
aumann, Archiv fur die zeichnenden lsunsto. Leipzig, 1855. 
Earlom, Richard, berühmter Kupferstecher, einer der grössten Schabkiinstler, geb_ 
1728 111 der Grafschaft Sommersetshire, gest. 1794 zu London. Er war der erste, der 
in der Schwarzkunst die Nadel zur Anwendung zu bringen wusste, wodurch seine 
Blätter eine in dieser Manier bisher nicht gekannte Kraft und Bestimmtheit erlangten, 
Die Zahl seiner Stiche ist beträchtlich und es nehmen darunter ein Blumen- und ein 
Früchtenstück, nach Huysum, die erste Stelle ein, Auch verdankt man ihm das 
geschätzte Werk der 200 in glücklicher Verbindung von Nadel- und Tuschmanier aus- 
geführten Landschaften, nach Claude Lorrairfs Originalzeichnungen, die unter 
dem Titel: „Liber veritatis, or collection oftwo hundred prings after the 
original designs of Claude Lorrain, London 1779" herauskamen. Zu seinen 
schönsten Arbeiten zählt man ferner: den Fischmarkt, den Früchtemarkt, den Wild- 
pretmarkt und den Gemüsemarkt, 4 Blätter, Meisterwerke in ihre;- Art, nach den 
von F. Snyders, Langjan und Rubens für den Bischof von Brügge ausgeführten 
treflichen Gemälden (jetzt in der Eremitage zu St. Petersburg); die Hammerschmiede, 
nach J. Wright (1771); eine grosse Tafel mit Wildpret, nach M. de V05; das 
Vogelconcert, nach Mario da Fiori; das Innere einer Schmiede, nach J. Wright 
(1771); Rubens und seine Frau von der Jagd zurückkehrend, nach Rubens (1793);
        

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