Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1046090
Dyck , Anthonie van. 
541 
worunter das des van der Borgt, Bürgermeisters von Antwerpen und das der Prinzessin 
Marie von England und ihres Bruders , des Herzogs von Gloucester (auf einem Bilde) 
die schönsten sind; im Museum zu Antwerpen: Maria mit dem Leichnam Christi 
im Schoosse (gest. v. Bolswert); Christus in der Grabeshöhle von seiner Mutter, 
Magdalena und Johannes betrauert; Christus am Kreuz; eine andere Darstellung 
desselben Gegenstandes, und die zwar sehr einfachen aber geistvollen Bildnisse des 
Malderus, Bischofs von Antwerpen und des Diplomaten Scaglia; in der Bildergallerie 
zu Augsburg: die vier bussfertigen Sünder, noch ganz in der Weise seines Lehrers, 
die Bildnisse der Königin Henriette von England, aus der späteren Zeit des Meisters 
und des Seemalers van Artvelt, an der Staffelei, wahrscheinlich in Genua, gemalt, 
wo sich Letzterer ebenfalls eine Zeitlang aufhielt. Das Museum zu Berlin besitzt 
11 Gemälde von ihm, worunter einige für die frühere Richtung, sowie für die spätere 
Entwicklung des Meisters seltene Beispiele. Zu den ersteren gehören die beiden 
Johannes und eine Ausgiessung des heil. Geistes; ungleich bedeutender ist schon 
eine Dornenkrönung Christi, während ein Kindertanz zwar ebenfalls noch an Rubens 
erinnert, in den zarteren Körperbildungen und im Ton der Farbe aber schon mehr 
die selbstständige Kunstweise des Meisters erkennen lässt. Aus der späteren Zeit 
seiner Eigenthiimlichkeit stammen dann: Maria mit dem Kinde, vor ihr die drei buss- 
fertigen Sünder: Magdalena, der verlorene Sohn und König David, und eine WVehe- 
klage um den Leichnam Christiß" Dann die höchst interessanten Bildnisse eines 
jungen Mannes; des Prinzen Thomas van Carignan (bez. Antony van Dyck Eques 
1634), höchst vollendet und von trefflichem Ausdruck (gest. v. J. Caspar); der 
Infantin Isabella, Regentin der Niederlande, in der Tracht des von ihr nach dem 
Tode ihres Mannes gestifteten geistlichen Ordens; der Kinder Karl I. von England 4"" 
und einer Prinzessin, Tochter desselben Königs, als Kind. Das Museum zu Brüssel 
verwahrt von ihm: einen Christus am Kreuz; den heil. Antonius von Padua, der das 
Christuskind hält; den heil. Franz in Extase; das Martyrium des heil. Petrus und 
einen betrunkenen Silen; die grossherzogliche Gallerie zu Darmstadt: Maria mit 
dem Kinde (eine kleinere Wiederholung des Münchner Bildes mit lebensgrossen Fi- 
guren) und das Bildniss einer Frau aus der Familie von Copet (gehört zu den vorziig- 
lichsten Porträts des Meisters). Die Gallerie zu Dresden besitzt von van Dyck: 
den trunkenen Silen, von Bacchanten geführt; Maria als Himmelskönigin mit dem 
Kinde; den heil. Hieronymus vor einem Kreuzbilde knieend; die Bildnisse der Maler 
D. Ryckaert und Engelbrecht; des Th. Park im 151. Lebensjahre; des Bruders von 
Rubens; der Henriette Maria, Gemahlin Karl I. von England; dreier Kinder der 
Vorigeu (lith. von Hanfstängl); Karl I. , Königs von England, selbst, und einige 
andere Porträts. In der Gallerie deS Palastes Pitti zu Florenz findet man unter 
Anderem von ihm; das prachtvolle Bildniss des Kardinals Bentivoglio (aus der ersten 
Zeit seines Aufenthalts in Italien), welches sqlbst unter den kunstreichsten Schätzen 
jener bedeutenden Sammlung eine der allerersten Stellen einnimmt; in der Tribune 
der Ulfizien ebendaselbst befindet sich sein berühmtes Reiterbild Karl V., und unter den 
Malerbildnissenjener Gallerie sein Selbstporträt. Auch das Städefsche Institut zu Fr an k- 
furt besitzt zwei herrliche Bildnisse des Meisters, wovon das eine, eine ältliche Dame 
darstellend, sich durch die bewundernswürdige Vollendung, den geistreichen Ausdruck 
und die feillSüe Eleganz auszeichnet. Im PaLBrignole zu Genua, in welcher Stadt 
sich der Künstler, wie bereits bemerkt, mehrerernals und zum Theil längere Zeit aufhielt, 
sieht man eine Reihe meisterhafter Bildnisse, unter denen das grosse Reit-erbild der Mar- 
chese A. G. Brignole das wichtigste ist. Andere Porträts von ihm verwahren die Samm- 
lungen in den PßläStell: Marcello Durazzo, Filippo Durazzo, Cambiaso, Pallavicini, 
Spinola u. s. w. Die Gallerie zu Gotha besitzt von ihm: sein Selbstporträt; das Museum 
im Haag: zwei schöne Bildnisse, und die grossherzogliehe Kunsthalle zu Karlsruh e: 
sein Selbstporträt und ein von Engeln angebetetes Jesuskind. Das königl. Museum 
zu Madrid ist im Besitz von 22_vorzüglichen Bildern des Meisters , sowohl von Por- 
Abgebildet in den D enkmälern der Kunst. 
Ebendaselbst. Taf. 95, Fig. 8. 
der Kunstgesch. 
Atlas zu Kuglers Handb.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.