Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1045666
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Ducerceau 
Duck. 
gehalten blieben, obgleich auch in den grösseren Figuren der Vorderseite die Köpfe 
in den anmuthigsten Formen gezeichnet sind und namentlich die männlichen eine 
sehr treue Nachahmung der Natur zeigen. In der Gewandung bemerkt man bereits 
eine starke Hinneigung zu der Kunstweise des germanischen St-yls der folgenden 
Periode. Wie viel oder wenig Duccio ausser diesem Altarwerke schuf, er hat damit 
für ein Jahrhundert der Schule seiner Vaterstadt den Ton angegeben. 
Von anderen zuverlässigen Gemälden des Meisters weiss man nur wenig. In der 
Sakristei des Domes von Siena befindet sich noch eine Reihe kleiner Tafeln, welche 
dem Duccio anzugehören und die Staffeln und der Giebel jenes grossen Altargemäldes 
gewesen zu sein scheinen. Ebenso hat man verschiedene Bilder in der Sammlung 
der Sieneser Akademie mit dem Namen des Künstlers bezeichnet, unter denen vor- 
nehmlich ein grösseres Werk, dessen Hauptdarstellung die Anbetung der Hirten ist, 
-zu solcher Auszeichnung berechtigt sein dürfte. Eine in seiner Lebensbeschreibung 
von Vasari erwähnte und angeblich für S. Trinita zu Florenz gemalte Verkündigung 
ist verschollen, dagegen werden ihm zwei Bilder im Archiv des Spitals del Ceppo 
zu Pistoja, eine Kreuzabnahme und eine Madonna mit Heiligen, welche beide aus dem 
1290 von einem Sieneser gestifteten Kloster der Umiliati stammen, zugeschrieben. 
Eine Kreuzigung, in der Gemäldesammlung des Hrn. Young Ottley zu London , wird 
als von Duccio herrührend bezeichnet; sie stimmt auch sehr wohl mit dem erwähnten 
Dombild überein und ist überhaupt ein höchst geistreiches Werk. Aus der Zeit und 
im Styl des Duccio sieht man auch eine Maria mit dem Kinde in der Dresdner Gallerie. 
Duccio soll einen Sohn gehabt haben, der Galgano geheissen und ebenfalls 
Maler gewesen.  Auch noch ein anderer Maler Duccio soll in demselben Jahr- 
hundert zu Siena gelebt haben und der Sohn des Meisters Niccolo gewesen sein. 
Dieser wird noc11 1390 erwähnt. 
Literatur. Vasari, Leben der ausgezeiclmetsten Maler, Bildhauer und Baumeister.  Delle Valle, 
Lettere Sanese. 3 V01. 4. 1782-1786.  Lanzi, Geschichte der Malerei in Italien.  Fiorillo, 
Gesch. der zeichn. Künste in Italien.  Rumolir, Italienische Forschungen.  Kugler, Handb. der 
Gesell. der Malerei.  För ster, Beiträge zur neueren Kunstgeschichte.  Burckhardt, der Cicerono. 
Kupferworke. Die Passion des Duccio Buouinsagna. Nach Zeichnungen 'voi1 B. Bartoccini, heraus- 
gegeben v. Emil Braun. 26 Blätter. Leipzig, Georg Wigand. 1850. 
Ducerceau, "siehe Androuet. 
Duchange, Gaspard, ein vorzüglicher Kupferstecher mit der Nadel und dem Grab- 
stichel, geb. zu Paris 1662, gest. daselbst 1757, war ein Schiller von Jean Audran 
und zeichnete sich in seinen Stichen besonders durch die glückliche Behandlung der 
fleischigen Theile des menschlichen Körpers, namentlich aber durch die reizende 
Weichheit der weiblichen Carnation aus, wie unter Anderem die unten angeführten 
Blätter nach Correggio, dessen Bilder er überhaupt im Stich am Glücklichsten 
nachzuahmen wusste, beweisen. Zu den besten seiner sehr zahlreichen Blätter zählt 
man: Jupiter: und Leda; Jupiter und Danae; Jupiter und Jo, nach Correggio 
(die ersten Abdrücke dieser Blätter sind ohne Bedeckung der Iliwkfßn Theile, die 
Duchailge später, angeblich aus Reue, solche wollüstige Bilder verbreitet zu haben, 
hineinstechen liess) ; die Auferweckung des Jünglings zu Nain; Jesus treibt die 
Verkäufer aus dem Tempel; die Mahlzeit bei Simon , dem Pharisäer, sämmtlich nach 
Jouvenet; Jupiter und Juno auf dem Berge Ida; das Opfer des Jephta; Solon 
erklärt die Gesetze (1717); Anton Coypel und sein Sohn vor der Staffelei, sämmtlich 
nach Coypel; Franz Girardon, nach Rigaud. 
DIIOiS, Louis, Historien-, Genre und Porträtmaler, gßb- z" Paris 1773, gest- 1847, 
war ein Schüler von David, und folgte in verschiedenen Geschichtsbildcrn der von 
seinem Lehrer befolgten Richtung. Später aber malte er mehr Scenen aus dem Leben 
geschichtlicher Personen. In der Gallerie Luxembourg sieht man von ihm seine 
Maria Stuart und „le dehnt de Talmaf. 
Duck, Jakob, ein Maler, der 1626 als Meister in die Malergilde zu Utrecht aufge- 
nommen wurde, 1629 nach dem Haag zog und Gesellschaftsstücke in der Weise deS 
Jan le Ducq malte, wesshall) man ihn, da die Zeit und der Aufenthaltsort überein-
        

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