Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1041046
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Amb äres 
Ambrozy. 
Amberes, Francisco de, Maler und Bildhauer, malte im J. 1502 im Dom zu Toledo 
die Tafeln des dem heil. Eugen geweihten Altars. 
Amberes, Miguel de, Michael von Antwerpen, auch Miguel el Flamengo ge- 
nannt, wurde, wenn er ein und dieselbe Person mit Miguel Manrique ist, in 
Flandern geboren, war Hauptmann unter den spanischen Truppen, erlernte die Male- 
rei bei Rubens, und in Genua bei Giov. Andrea de' Ferrari und Cornelis 
Wael, deren Styl er in seinen Werken zu einem vereinigt haben soll. Er ging 
hierauf nach Spanien, wurde zu Malaga Lehrer des N ino de Guevara, malte da- 
selbst mehrere Bilder, z.B. in der Sacristei des Klosters zum heil. Augustin, die heil. 
Anna und die Jungfrau mit dem Kinde, und in der Kirche selbst; die heil. Jung- 
frau, dem heil. Augustin den Gürtel reichend, im Hospital de la Caridad die Vor- 
mählung des heil. Joseph und im Refektorium des KlosteTS de la Victoria, Magdalena, 
dem Herrn die Füsse waschend, sein bestes Bild. Amberes starb in Spanien in der 
2. Hälfte des 17. Jahrhunderts. 
Amberger, Christoph, geb. zu Nürnberg 1490, bildet-e sich unter dem älteren und 
dem jüngeren Holb ein zu Augsburg, woselbst er auch den grössten Theil seines Le- 
bens zubrachte, aus, und machte sich, namentlich als Bildnissmaler, einen berühmten 
Namen. Kaiser Karl V. sass ihm mehrere Male und war mit seinem 1530 ausge- 
führten Bildnisse, das er in gleiche Linie mit jenem stellte, das T izian von ihm gemalt, 
so zufrieden, dass er dem Künstler den geforderten Lohn verdreifachte und ihn über- 
diess mit einer goldenen Kette nebst Gnadenpfennig beschenkte. Von besonderer 
Vollendung ist auch das Porträt Heinrichs VLIL, Königs von England (vom J. 1535), 
in der Augsburger Gallerie, das Bildniss der Margaretha Weiser auf dem Rathhaus 
daselbst, und das Köpfchen eines Mädchens mit seinem Schwesterchen in der Dresdner 
Gallerie. Ein Meisterwerk feiner lebensvoller Auffassung und Färbung ist das Porträt 
des berühmten Kosmographen Sebastian Münster im Berliner Museum. Andere Bild- 
nisse von ihm trifft man in der k. k. und in der Lichtensteinkchen Gallerie zu Wien. 
Ambergefs Kirchenbilder, z. B. die Marter des heil. Sebastian in der Moritzkapelle zu 
Nürnberg, eine Kreuztragung und Kreuzalwnahme in der Pinakothek zu München, 
das grosse Altarbild Maria mit dem segnenden Kinde und Ileiligen (vom J. 1554) 
im Dom zu Augsburg, ferner die Speisung der zehn Tausend und die klugen und 
thörichten Jungfrauen (vom J. 1560), Maria mit dem Kinde, von Heiligen umgeben, 
in der S. Annenkirche daselbst (vom J. 1560) u. s. w., sind beinahe durchschnittlich 
im Ausdruck andächtig, die Köpfe haben eine feine und edle Bildung, die Zeichnung 
ist gut, in den Händen sogar zierlich, die Färbung 111111, klar und WaTm, und die 
Haltung eine beinahe durchaus würdige; sie beurkunden aber schon einen gewissen 
Mangel an Energie des Gefühls, den Uebergaxig von der Kraft und Tüchtigkeit der alt- 
dentschen Schule zur abgeschwächteren modernen Kunstweise. A m b er g er starb 1563. 
Ambling, Carl Gustav, auch Amling geschrieben, geb. zu Nürnberg 1651, gest. 
1702, erlernte die Kupferstecherkunst auf Kosten des Churfiirsteil Max II. bei N_ de 
Poilly zu Paris und wurde nach seiner Rückkehr HQÜKIIPfCTStCChQT- Er stach u. A. 
die Porträts der bairischen Herzoge und Churfiirsten , worunter das seines hohen 
Gönners besonders schön, ferner Scenen aus dem Leben des Otto von Witbelsbach und 
des Kaisers Ludwig, des Baiern, nach P. C an d i d's Zeichnungen u. s. w. 
Ambrogj, Domenico degli, gen. Menichino del Brizio, ein Schüler Von L_ 133,141, 
D. Calvart und Fr. Brizio, und Lehrer des Giov. Ant. Fumiani und des 
Pierant. C erva, übte die Zeichenkunst und Malerei und zwar wird er in letzterer, 
sowohl in grossen Dekorationen als in kleinen Cabinetstücken, geriihmt. Man kennt 
auch einige in Kupfer gestochene Blätter von ihm. Er arbeitete um 1678. 
Ambrozy, Wenzel Bernhard,  zu Kuffenberg in Böhmen, bildete sich in 
Prag zum Maler aus und malte viele Bilder in Oel und ill FYESCO, an denen man eine 
sehr verständige Composition, ein blühendes Colorit im Geschmack der Teneßianischell 
Sßhule und tretlliohen Ausdruck rühmt. Maria Theresia ernannte ihn zu ihrem Hof- 
maler. Er starb 1806.
        

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