Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1045517
Dorn 
Dorner , Johann Jakob. 
483 
Bitterstand erhoben wurde. Nach seiner Rückkehr nach Paris nahm ihn die Aka- 
demie unter ihre Mitglieder auf.  
Die Kreuzabnahme, nach Daniele da. Volterra (1710), die Transligurait-ion 
und die Cartons, nach Raphael, Blätter, in denen sich Leichtigkeit mit Strenge, 
Kraft und Milde so mit einander vereinigen, und auf denen die Arbeit der Nadel mit 
der des Grabstichels so glücklich verschmolzen erscheint, dass sie die WVirkungen 
treiflicher Zeichnungen hervorbringen, werden Dorignys Ruhm, als einer der ge- 
schicktesten Stecher für den grossen historischen Styl, auf immer erhalten. Weitere 
ausgezeichnete Stiche von seiner Hand sind: die Gallerie Farnese, die Fabel der 
Psyche darstellend, nach Raphael, in 12 Blättern; die Marter des heil. Sebastian, 
nach Dominichino (1699); der Tod der heil. Petronilla, nach Guercino; der 
heil. Petrus geht auf dem Wasser, nach Lanf1'anco(1699); Stanislaus Kosta zu 
den Füssen der heil. Jungfrau (1689). 
Dorn, Joseph, Historien- und Genremaler, geb. 1759 zu Gratz-Sambach bei Pom- 
niersfelden, gest. zu Bamberg 1841, studirte in den Gallerien zu München, Wien 
und Düsseldorf, wo er zahlreiche, sehr täuschendc Copien nach Mieris, Gerh. Dow, 
A. van der Werft, Therburg u. s.w. machte. Er malte jedoch auch eigene Com- 
positionen und Bildnisse, die er mit nebigem Monogramm zu bezeichnen pflegte. 
Einen bedeutenden Ruf verschaffte er sich auch seiner Zeit durch die Restauration 
alter Gemälde.  Seine Frau Rosalie Dorn, die Tochter seines Lehrers, des Historien- 
nmlers Treu in Bamberg, nialte ebenfalls besonders Bildnisse, in denen sie viel Ge- Ü) 
schicklichkeit an den Tag legte. 
Dorner, Jakob, Historien- und Genrenialer, Professor und Galleriedircktor zu 
München, geb. 1741 zu Ehrenstetten im Breisgau, gest. 1813, erlernte die Anfangs- 
gründe der Kunst bei Hofmaler Rösch in Freiburg und bildete sich dann in Italien, 
in den Niederlanden und Paris zu einem in allen Zweigen der Kunst- vielgewandten 
Maler aus. Er malte historische Bilder aus der biblischen und Profangeschichte, 
Genrebilder, Porträts, Landschaften und kleinere Kabinetstiicke in Schalken's Manier. 
In der Pinakothek zu München sielitman von ihm: eine Handelsfrau in ihrem Kauf- 
gewölbe, Porträt der Gemahlin des Künstlers. Er ätzte auch in Kupfer und man 
kennt einige recht hübsche Blätter: einen sitzenden Greis, in Rembrandts Manier, 
und ein junges Weib, einer Alten aus einem Buche vorlesend (1774) von ihm. 
DOTIIBI, Johann Jakob, der Sohn des Vorigen, Landschaftsmaler und Central- 
Gemäldegallerie-Conservatol", geb. zu München 1'775, gest. dasclbst 1852, lernt-e die 
Anfangsgründe der Kunst bei seinem Vater, wählte jedoch das Landschaftsfzich zu 
seinem Berufe, in welchem ihm namentlich Claude Lorrain und Karl du Jardin 
zum ltluster dienten. Besonders aber studirte er die Natur, wozu ihm anfänglich das 
bayrische Oberland, die frische Gebirgsnatur und die herrlichen Wälder an den Isar-  
ufern, später eine Reise durch die Schweiz und Frankreich vielfache Gelegenheit dar- 
boten. Nach seiner Rückkehr zum Restaurateur der k. Gemäldegallerie und im Jahr 
1808 zum Gallerieinspektor ernannt, war er vielfach thätig, und seine Bilder fanden 
den Weg in die königl. Schlösser und Gallerien, sowie in die Sammlungen vieler 
Kunstkenner und Freunde. In Wien, wohin er 1818 reiste, beüel ihn ein Augen- 
iibel, das ihm erst im Jahr 1821 nach glücklicher Operation seine künstlerische 
Thätigkeit fortzusetzen erlaubte, bis 91' 1843 vom Schlaglluss berührt wurde, de? 
ihm die ganze linke Seite lähmt-e und ihm nur noch zuweilen in kleinen Bildern 
seinem Schalfensdrang Genüge zu leisten gestattete, 
Dorner gehörte zu jenen Künstlern, welche dem verdorbenen Geschmack des 
vgrigen Jahrhunderts eine bessere Richtung zu geben und das Studium der Kunst 
auf vernünftige Grundlagen zurückzuführen beilissen waren. Seine LimdSChßftCll 
hatte er mit wenigen Ausnahmen fast ausschliesslich aus seinem Vaterlande gewählt. 
Es sind Wald- und Berggegenden, mit künstlichen oder natürlichen Wasserfällen, 
mit an Abhängen oder in Tiefen gelagerten Dörfern, See- und Bllussansißhten. Sie 
zeichnen sich durch die verständige Anordnung, feinen Natursinn und Gefühl für 
Anmuth und Schönheit aus und man hebt unter ihnen besonders hervor: die An-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.