Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1045442
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Does, Jacob van der, der Aeltere 
Dolci. 
den grössten Theil der zu Amsterdam unter dem Titel: „Port-raits des hommes 
illustres du 17 ieme siecle" erschienene Reihenfolge von Bildnissen berühmter Zeit- 
genossen, von denen einige mit der Jahrszahl 1649 bezeichnet sind, zu. Einige 
seiner Blätter haben nebiges Monogramm, andere sind nur mit den Anfangsbuch- 
staben A. V. D. bezeichnet.  m 
D065, Jacob Van der, der Aeltere, ein ausgezeichneter Thiermaler, geb. 1623 
zu Amsterdam, gest. 1673 im Haag, war ein Schüler von Nie. Moyaert, besuchte 
später Italien und nahm dort P. van Laar zum Vorbild. Er malte besonders Ziegen 
und Schafe , die er mit grosser Meisterschaft darstellte, aber auch seine Landschaften 
sind nicht ohne Verdienst. Doch trug sich in alle seine Bilder seine melancho- 
lische Stimmung über; sie haben meistens einen düsteren braunen Ton. Die Gallerie 
des Belvedere zu YVien besitzt zwei Bilder von ihm: eine Landschaft mit einer Schaf- 
heerde und einem bepackt-en Maulesel (1662), und eine italienische Landschaft mit 
Ruinen und Thierstaüage.  Does ät-zte auch in Kupfer. Man kennt von ihm aber 
nur ein einziges sehr seltenes, schön radirtes Blatt: eine Gruppe von 5 Schafen (1650). 
Iiitorßtilr. De scamps , La vie des peintres namands.  lmmerzeel, De Levens en Werken der Holl. 
enVlaam. Kunstschilders u. s. w. Amsterdam, 1842. 
DOES, Jacob van der, der Jüngere, Historienmaler, der Sohn des Vorigen, war 
anfänglich ein Schüler von Karel du Jardin, dann lernt-e er bei Gaspard 
Netscher und endlich trat er in die Schule des Gerard de Lairesse. Er malte 
Geschichtsbilder, die von seinen Zeitgenossen bewundert wurden, soll aber in der 
Blüthe seiner Jahre zu Paris ermordet worden sein. 
D085, Simon van der, der Sohn des älteren Jacob van der Does, geb. 1653, 
gest. 1'717, malte Landschaften mit Figuren, Kühen und besonders Schafen, die ihm 
einen Namen verschaiften , auch Bildnisse in der Art des Gaspard Netscher. Er 
führte eine grosse Anzahl von Bildern aus, die besonders in Holland nicht selten 
sind. Auch das Städebsche Institut in Frankfurt a. M. besitzt zwei Bilder von ihm: 
einen Knaben und ein Mädchen, die ihre Heerde an den Brunnen führen, und einen 
Knaben und ein Mädchen mit Vieh an einem Brunnen (1711). 
130106, Luzio, ein Maler zu Castel Durante, der um 1589 noch lebte und wegen 
verschiedener in und ausser seinem Geburtsort ausgeführter Gemälde und anderer 
Kirchenbilder gerühmt wird.  Auch sein Grossvater Bcrnardino Dolce und sein 
Vater Ottaviano Dolce sollen die Malerei getrieben haben. 
Dülßi, C3110, berühmter Maler, geb. 1616 zu Florenz, "gest. 1686, zeigte in 
frühester Jugend schon ein so grosses Talent für die Malerei, dass er, nachdem er 
seit seinem 9. Jahre den Unterricht darin bei Jacopo Vignali genossen, bereits 
in seinem 11. Jahre zwei Bilder nach eigenen Erfindungen, ChriStnS, als Kind, nnd 
Johannes , den Täufer, ausführen konnte, die Aufsehen erregten, und ihm die Gunst 
einiger Grossen und selbst des Hauses Medici erwarben. Er wurde sofort bei immer 
reiferer Ausbildung seiner Fähigkeiten vielseitig beschäftigt, namentlich für Kirchen, 
wurde auch einmal an den Hof des deutschen Kaisers berufen und vollendete im 
Ganzen eine sehr grosse Anzahl von Gemälden. Beschränkte er sich auch in ihnen 
meistens auf den engeren Kreis der Madonnen und anderer Ileiligen, vgrzug-Sweise 
in halben Figuren, so entwickelte er in ihnen doch, indem er in der Gefühls- 
weise den Matteo Rosselli zum Vorbild nahm, im Colorit dem Cignli folgte, eine 
eigenthümliche Milde, Anmuth und Zartheit. Freilich geht er in seiner Auffassung 
oft in grosse Sentimentalität über, die zwar in einzelnen Fällen sehr liebenswürdig 
erscheint, häufig aber zu einer widerwärtig siissen Kcketterie herabsinkt. Auch 
wiederholt er sich zum Oefteren und bringt dasselbe siisse Motiv in mehreren Ge- 
stalten wieder, bald als Madonna, bald als heil. Magdalena, als heil. Apollonia u. s.w. 
Doch darf man über seiner Süsslichkeit, seiner conventionellen Andacht im Kopf- 
hängen und Augenverdrehen, der übereleganten Haltung der, übrigens meistens 
trefflich gebildeten Hände nicht verkennen, dä-SS 81' ein, wenn auch schwächlichßs 
und süssliches, dennoch in seiner Seele wahres religiöses Gefühl auszudrücken 
strebte; darf man den ihm angeborenen bedeutenden Schönheitssinn und den ausset-
        

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