Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1045366
468 
Dietrich , F. 
schützte 1734 eine Reise nach Holland vor, begab sich aber nur nach Weimar, wo 
er vielseitig thätig war und kam erst 1742 wieder nach Dresden. Um dieselbe Zeit 
änderte er auch seinen Namen in Dietericy oder Dietrici. Im Jahr 1743 besuchte 
er sodann Italien, kehrte aber schon 1744 wieder in's Vaterland zurück, wo er 1745 
zum Inspektor der Bildergallerie ernannt wurde, viel fiir den Hof zu thun bekam und 
bald auf der Höhe seines Buhmes, sowie seines Kunstvermögens stand. Der sieben- 
jährige Krieg war zwar Veranlassung, dass er seinen Aufenthalt in Dresden mit dem in 
Freiberg und Meissen vertauschte, er blieb aber in der lieissigen Ausübung seiner Kunst 
consequent und schlug vortheilhafte Rufe nach Kopenhagen und Berlin aus Vater- 
landsliebe aus. Im Jahr 1763 wurde er zum Direktor der Malerschule der Meissner- 
Porzellanmanufaktur und 1765 zum Professor an der Akademie zu Dresden ernannt. 
Obgleich in späteren Jahren durch Körperleiden geschwächt, arbeitete er doch bis 
an seinen Tod rüstig fort, der im Jahr 1774 erfolgte. Dietrich war Mitglied der Aka- 
demien von Augsburg, Bologna und Kopenhagen. Sein Porträt wurde nach seinem 
eigenen Gemälde von Schmutzer, nach Reclam's Zeichnung von Chodo- 
wiecki gestochen. 
Dietrichs Bilder beurkunden einen glücklichen Eklekticismus, welcher die Ma- 
nieren verschiedener älteren niederländischen Meister, wie Poelenburg's, Ostade's. 
Berchem's, Elzheimefs, am längsten aber die des Rembrandt in sich aufnahm 
und im Einzelnen Treßliches in dieser YVeise leistete. Er malte geschichtliche und 
Genregemälde, kirchliche Bilder, namentlich aber Landschaften, theils mit genreartiger, 
theils historischer Staliäge, und Alles mit derselben Freiheit, demselben leichtbevveg- 
liehen Talente und einer grossen Wärme des Gefühls. Sie verrathen einen schönen 
Farbensinn, haben einen hohen Grad von technischer Vollendung, ein kräftiges, helles 
und frisches Colorit. In den meisten europäischen öffentlichen und Privatsammlungen 
sieht man Exemplare von ihnen, die grösste Anzahl aber besitzt die Dresdner Gallerie. 
Ausserdem befinden sich von seinen Zeichnungen mehrere hundert in dem k. Kupfer- 
stichkabinet zu Dresden. Seine Bilder wurden seiner Zeit zu hohen Preisen verkauft. 
Neben dieser vielseitigen Thätigkeit als Maler, beschäftigte sich Dietrich auch 
noch unausgesetzt mit der Nadel, und man sieht seinen Radirungen, wie seinen 
Bildern, die Vorliebe für die niederländischen Meister an. Sie sind leicht und ge- 
schmackvoll behandelt und werden eiftrig gesucht. lhre Zahl beläuft sich auf 181. 
Als seine schönsten werden genannt: Jupiter und Antiope (Hauptblatt 1735); 
der grosse Charlatan (1740); der Marktschreier (1764); Nero von den Furien ge- 
plagt; eine Frau mit ihren Kindern am Fenster (1739); Christus heilt die Kranken 
(1736); die badenden Nymphen in der Felsenhöhle (1741); der Tablettenkrämer 
unter der Weinlaube (1741); der verlorene Sohn bei dem Pächter (1756); der 
Scheerenschleifer vor der Schusterbude (1741); Ruinen römische!" Gebäude; die 
Musikantenfamilie, (1756); der Rattengiftverkäufer (1732); die Auferweckung des 
Lazarus; die wandernden Musikanten vor dem Thorbogen; der Sibyllentempel zu 
Tivoli (1745); die Flucht nach Aegypten (1734); ein blinder sitzender Bettler mit 
dem Kruge (1757); Loth und seine Töchter (1731); die Beschneidung (1732); die 
Kuchenbäckerin; das Opfer Abraham's; der Engel hindert Isaaläs Opferung (1730); 
der Satyr beim Bauern (1739); der heil. Jakobus, in einem Dorf predigend; Venus, 
dem Amor die Maske vorbindend (1735); die Modehändlerin; der Alchimist 08er der 
Chirurg; die Gärtnerin mit dem Strohliute (1731) und verschiedene Landschaften 
mit Statfage. 
In seiner früheren Zeit bezeichnete Dietrich seine Bilder und Radirungen mit 
nebigem Monogramm; später nur mit D., mit C. TV. E. D. oder seinem Namen. Ö 
 Literatur. Heinecken, Dictionnairo des artistes.  J. E. Linck, Münographig de,- von  w_ 1.; 
Dietrich radirten, geschabten und in Holz geschnittenen Vorstellungen.  0_ v, schon], C_ w_ E_ 
Dietrich. Ein Beitrag zur deutschen Kunstgeschichte des 18.Jahrli. Kunstblatt, Jahrg. 1856, 1719,41, 
Dietrich, E, ein junger Bildhauer in Berlin, fertigt Büsten und Statuen, die ein 
tüchtiges Talent verrathen. Auf der Kunstausstellung zu Berlin im_ Jahr 1852 sah
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.