Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1045343
466. 
Dielmann, Jakob  Diepeubeck. 
Dielmann, Jakob, ein sehr talentvoller Genremaler, geb. 1810 zu Sachsenhausen, 
genoss den ersten Unterricht in der Kunst im Städefschen Institut zu Frankfurt a. M., 
bildete sich dann an der Düsseldorfer Akademie weiter aus, und lebt nunmehr seit 
längerer Zeit in Frankfurt. Er malt beinahe nur idyllische Zustände aus dem Land- 
leben, meistens im Freien, so dass die Landschaft immer eine grosse Rolle dabei 
spielt, aus den Gebieten des Rheins, des Westerwalds, der Lahn und des Taunus und 
sein Pinsel stellt am liebsten Scenen der Lust und Freude, der Heiterkeit und des 
Humors, des Friedens und der stillen Beschaulichkeit dar. Namentlich aber liebt 
er die Darstellung des Kinderlebens, das er mit aller der demselben eigenen Reinheit, 
Unschuld, Naivität und Anmuth und mit all der unerschöpflichen Mannigfaltigkeit 
seiner Erscheinung wieder zu geben weiss. Dabei verbindet er mit einer Wärme, 
Beschaulichkeit, XVahrheit, unmittelbaren Naturtreue, vielfältigen, scharfen und fein- 
fühlenden Beobachtungsgabe, eine ebenso treue, sorgfältige Ausführung, detaillirte 
Feinheit der Behandlung und reizende Harmonie des Colorits. Besonders findet man 
diese Vorzüge in seinen Aquarellen vereinigt, obgleich er in der Oelmalerei ebenfalls 
Vortreifliches leistet. Wir erinnern hier nur an seine: Procession in einem rheini- 
schen Städtchen; sein hessisches Landmädchen (lith. v. Jentzen); seine vor einem 
Heiligenhäuschen spielenden Kinder; seinen Schmied mit" dem Stelzfuss; seinen 
Bauernhof an der Ahr; seine Weinlese in Sachsenhausen; sein Kirchweihfest; seinen 
Bauernhof im Taunusgebirge u. s. w. 
Dielmann, Johann, ein derzeit zu Frankfurt lebender trelflicher Ilolzschnitzler, 
der besonders auf dem Felde der Ornamcntik Tiichtiges leistet. 
Dielmann, Petrus Emanuel, Historiem, Genre- und Porträtmaler, Direktor der 
Kunstschule in Herzogenbusch, geb. zu Gent 1800, erhielt den ersten Unterricht in 
der Kunst an der Akademie seiner Vaterstadt, studirte dann auf einer Kunstreise 
in Frankreich und Italien besonders die Werke der grossen alten Meist-er, und fertigte 
seit seiner Rückkehr im Jahr 1831 eine grosse Anzahl von Bildern, unter denen 
Jupiter und Leda; die Entführung der Psyche; einige Darstellungen aus dem Leben 
des heil. Augustinus in der Kirche der englischen Frauen zu Brügge; der Fischmarkt 
zu Gent; die Zurückkunft von Schweninger Fischern; eine Fischerfamilie und ver- 
schiedene Porträts genannt werden.  
Dien, Claude Marie Francois, geb. zu Paris, einsehr geschickter Kupferstecher, 
war ein Schüler von Audoin. Zu seinen besten Blättern zählt man: die Sibyllen, 
nach Raphaels Fresken in S. Maria della Pace zu Rom (1838); Raphael und Perü- 
gino, aus Raphaels Schule von Athen; die Marter der heil. Cäcilie; den Tod des 
Demosthenes, nach Boisselier; den blinden Homer, von einem Knaben geleitet, nach 
Blondel; eine heil. Familie, nach Raphael.  Dien erhielt 1853 das Ritterkreuz 
der Ehrenlegion. 
Diepenbeck, Abraham van, berühmter Maler, geb. zu Herzogenbusch 1607, gest, 
zu Antwerpen 1675 (nach Waagen geb. 1589, gest. 1657), beschäftigte sich an- 
fänglich mit der Glasmalerei und fertigte 1635 ein Feustergemälde für die Kapelle 
der Almoseniere in der Kathedrale zu Antwerpen , die sieben WVerke der Barmherzig- 
keit darstellend, worauf einige Köpfe so schön gemalt sind, als wäre van Dyck 
der Meister derselben gewesen. Auch andere Kirchen dort, in Ryssel und in Brüssel, 
woselbst man die gemalten Fenster im Chor des Doms, als von seiner Hand herrüh- 
rend, nennt, hatten Malereien auf Glas von ihm aufzuweisen. Die Zufälle, denen 
die Glasmalerei durch Zerbrechen und das Zcrsprengen beim Farbeneinschmelzen 
ausgesetzt ist, veranlassten ihn aber, diese Kunst wieder aufzugeben und sich fortan 
in der Schule des P. P. Rubens der Oelmalerei zu widmen. Er machte dort so be- 
deutende Fortschritte, dass er dem Meister bald als Gehülfe tüchtige Dienste leistete, 
begab sich aber später nach Italien, hielt sich einige Zeit in Rom auf und wurde nach 
seiner Rückkehr nach Antwerpen im Jahr 1641 Direktor der Akademie daselbst. 
Unter der Regierung Karl I. von England soll er sich auch einige Zeit in London auf. 
gehalten und dort mehrere Gemälde ausgeführt haben. Von nun an malte er in Oel, 
sowohl auf Leinwand, als auf Holz, fast lauter religiöse Bilder, später sehr häufig
        

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