Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1045243
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Descamps, Jean Baptiste 
Deseine. 
136508111115, Jean Baptiste, ein Maler und Schriftsteller, geb. 1'711 zu Dünkirchen, 
gest. zu Rouen 1791, soll den ersten Unterricht in der Malerei von seinem Oheim 
Louis Coypel erhalten haben. Hierauf kam er nach Paris, wo er in Largillieres 
Atelier trat und einige Zeit an den Dekorationen für die Krönung Ludwig XV. ar- 
beitete. Später liess er sich in Rouen nieder, wo er eine Zeichnungsschule gründete, 
auch die Dekorationsarbeiten an öifentlichen Monumenten leitete. Er malte länd- 
liche und häusliche Scenen, deren eines: eine Mutter in der Küche mit zwei Kindern 
(im Louvre z-u Paris) ihm 1764 den Eintritt in die Akademie verschaffte. Auch zeich- 
nete er die Hauptmomente der Ankunft Ludwig XV. in Havre und der zu dessen 
Ehren veranstalteten Feierlichkeiten (gest. von Le Bas). Seinen Ruf verdankte er 
aber hauptsächlich seinem Werke: „Vie des peintres ilamands, allemands et hol- 
landois" (3 Bände, Paris 1753-1760), das lange Zeit in einer gewissen Achtung 
stand, durch neuere Forschungen aber bis auf Weniges unbrauchbar geworden ist. 
Es muss jedenfalls mit grosser Vorsicht zu Rath gezogen werden, denn es wimmelt 
von Unrichtigkeiten und ist höchst unvollständig. Auch seinem darauf erscheinenden 
Buche  „Voyage pittoresque de la Flandre et du Brabant" (Paris 1769) gehen rich- 
tiges Urtheil und Genauigkeit ab. 
Descamps, Guillaume Desire Joseph, Historien- und Porträtmaler, geb. 1781 
zu Lille, war ein Schüler von Vincent, bildete sich hierauf in Italien weiter aus 
und malte seit seiner Rückkehr zu Paris, wo er sich niederliess, viele Bildnisse, 
Genrebilder und historische Darstellungen, die man in öffentlichen und Privatsamm- 
lungen, sowie in Kirchen zu Paris und anderen Städten Frankreichs trifft.  Des- 
camps radirte auch mehrere Blätter in Kupfer. 
1163031111, Theophile Victor, ein französischer Kupferstecher, der seit 1808 seine 
Kunst zu Paris mit Erfolg übt. Zu seinen schönsten Blättern gehören: die Fischer 
und die Schnitter, nach Leopold Robert; die Ermordung des Herzogs von Guise, 
nach Delaroche; der Hellebardier, nach M. Meissonier. 
Deschwanden, P3111, ein höchst talentvoller Historienmaler aus Stanz in Unter- 
walden, der sich von 1840 an in Italien besonders durch das Studium der Werke 
RaphaeFs gebildet und nun zu den bedeutendsten und produktivsten Malern der 
Schweiz gehört. Schon die ersten Schöpfungen des jungen Künstlers, eines Mannes 
von kindlich gläubigem Gcmüth, erregten durch die Tiefe der Empfindung, durch 
Innigkeit und Anmut-h, verbunden mit einer geistreichen Composition, grcsser Ein- 
fachheit und vielem Adel des Styls grosses Aufsehen, und er rechtfertigte die Erwar- 
tungen, die sich an seinen Namen knüpften , durch einige höchst ergreifende Bilder 
und durch eine immer mehr sich entwickelnde Meisterschaft der Techllik- Allein 311ml! 
die Vielen Aufträge, die ihm von allen Seiten zukamen, wurde er Zu einer Schnell- 
ma-lerei Veneitet, die ihn zum Oefteren veranlasste, sich in seinen Engeln, Marien 
u- S-W-i die übrigens wunderbar rein gedacht sind, zu wiederholen und zu copiren. 
Auch läSSü 01' Sich nicht selten in den Beiwerken Kleinlichkeiten in Fähnchen, Papier- 
streifen u.s.w. beikommcn, die oft den schönsten Gedanken wieder zerstören. In 
allen Werken aber zeigt er eine tiefe religiöse Ueberzeugung, eine ausserordentlich 
reine Zeichnung und ein zartes sinniges Colorit. Zu seinen besten religiösen Bildern, 
deren er namentlich eine grosse Anzahl fiiy die Kirchen der katholischen Schweiz 
malte, gehören: Jesus, als Kind; Jesus, mit dem Tod kämpfcnd; Jesus, auferstanden. 
und Jesus, alsRichter am jüngsten Tage, vier grosse Gemälde in der restaurirten 
Kapelle zu Luzern; Glaube, Liebe, Hoffnung; eine heil. Familie in der neuen 
Kapelle Zu Ennemoos; Moses und Johannes, zwei merkwürdige Bilder voll Tiefe 
und Frömmigkeit, 
DeSCW-rtißv Charles Melchior, geb. 1753 zu Paris, gest. 1820, ein französischer 
Kupferstecher, der in J aninet's Schule ging und in der Manier seines Lehrers schöne 
Blätter mit mehreren Platten in Farbenmauier fertigte. Die besten darunter sind: 
6 Blätter aus dem Roman Paul und Virginie, nach Schall; Foire de Village, 
nach Taunay.  
Dßeille, LOIIiS Pierre, ein geschätzter Bildhauer zu Paris, geb. daselbst 175.0,
        

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