Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1045177
Delorme, Pierre Claude Frangois 
Delvaux; Laurent." 
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sich frei tragende Wendeltreppe von ihm ohne Spindel, im Vestibule des mittleren 
Pavillons, ein Meisterwerk des Steinschnitts, wurde im Jahr 1664 abgetragen. Dessen 
ungeachtet konnten alle späteren Veränderungen an dem Gebäude das originelle 
Gepräge Seines ursprünglichen Plans, das in der grossartigen Gesammtanlage, der 
allgemeinen Anordnung und in dem freilich etwas zu reichen und überladenen Styl 
der verzierenden Theile besteht, nicht verwischen, und Delonne ist unbestritten als 
der Urheber eines der grössten und prächtigsten Paläste Frankreichs zu betrachten. 
Katharina von Medicis belohnte die Dienste des Künstlers durch die Einkünfte 
der Abteien von St. Eloi, Noyon und St. Serge d'Anvers und ernannte ihn zum Rath 
und Almosenier des Königs. 
Philibert Delorme gab auch zwei Werke über die Baukunst heraus. Das erste 
rührt den Titel: „Un traite complet de Part de bätir", und kam 1561 zu Paris heraus, 
das andere: „Nouvelles inventions pour bien bätir et a petits frais, Paris 1576. 
Beide Werke erschienen später (1626 zu Paris, 1648 zu Rauen) gesammelt unter 
dem Titel: „Oeuvres d'Architecture de Ph.Delorme". In dem ersteren entwickelt 
er alle theoretischen und praktischen Lehrsätze, auf denen die Kunst und Wissen- 
schaft der Architektur beruht, das andere enthält die Beschreibung seiner Erfindung 
einer höchst wichtigen Holzkonstruktion zur Bedeckung der Gebäude in verschiedenen 
Formen und mit fast allen Holzarten, die man immer noch mit dem glücklichen Er- 
folg erneuert und durch die er zu einem kaum minder dauernden Ruhm gelangte, 
als durch seine, wie bereits bemerkt, meistens zu Grunde gegangenen Bauten. 
Literatur. Quatremere de QuincynDietionnaire historique d'Architecture.  Quatremere de 
Quincy, Histoire de 1a vie et des ouvrages des plus celdbres architectes. 
Delorme, Pierre Claude Franeois, Historienmaler, geb. zu Paris 1783, erlernte 
die Malerei bei Girodet, besuchte später Rom und führte nach seiner Rückkehr in 
seine Vaterstadt eine Menge, zum Theil sehr grossräumigen Bilder, aus, in denen 
er der Auffassungs- und Darstellungsweise der klassischen Richtung der französischen 
Malerei in der Art seines Meisters unwandelbar treu blieb. Sie zeichnen sich durch 
richtige und geschmackvolle Zeichnung, Adel und Anmuth der Formen, Bestimmtheit 
der Charaktere und treffenden Ausdruck aus. Unter seine besten Gemälde gehören: 
der Tod Abels (1810 in Rom gemalt) und der Tod des Leander (gest. v. J. N. Laugier); 
Hero und Leander (1814); die Erweckung der Tochter Jairi (1817); Christus im 
Limbus (1819); Cephalus von der Aurora entführt (1822, im Luxembourg); Amor 
und Psyche (1824); Hektor, der dem Paris seine Weichlichkeit verwirft (1827). Im 
Jahr 1838 vollendete Delorme die Kuppelgemälde der Kirche Notre Dame de Lorette, 
in denen er die wunderbare Versetzung der Santa casa von Nazareth nach Loretto 
darstellte und 1842 die Malereien auf Kalk in der Kapelle der heil. Jungfrau von 
St. Gervais zu Paris  Delorme erhielt 1841 das Ritterkreuz der Ehrenlegion. 
Delpo, siehe Po.  . 
DSIVSIIX, Eduard, ein verdienstvoller Landschaftsmaler, geb. 1806 zu Brüssel, 
erlernte seine Kunst bei van Assche, bereiste sodann die malerischsten Gegenden 
Frankreichs, der Schweiz, Italiens und Deutschlands, und liess sich nach seiner Rück- 
kehr in seiner Vaterstadt nieder. An seinen Bildern, die man in Belgien in öffent- 
lichen Sammlungen und fast in jeder grüssercn Privatgallerie sieht, wird besonders 
die Ursprünglichkeit der Auffassung, die kräftige und klare Farbe und die leichte 
Behandlung der grossen , sehr hübsche Durchhlicke gewährenden Bäume und Baum- 
gruppen geriihmt. 
Delvaux, Ferdinand Marie, Historien- und Genrenialer, geb. 1782 zu Brüssel, 
gest. 1815 in Italien, war ein Schüler von Lens. Zu seinen Hauptarbeiten ge- 
hören; David vor Sau] und das Mm-tyrium des heil. Stcphanus, letzteres Bild in 
dem Franziskanerkloster seiner Vaterstadt befindlich. 
Delvaux, Laurent, ein tüchtiger Bildhauer, geb. 1695 zu Gent, gest. 1778 zu 
Nivelles, Crlerllfß die Kunst bei Dieudonne Plumier zu Brüssel, begab sich aber 
später , da er in Belgien keine Beschäftigung fand, 1717 nach London, wo er neun 
Jahre verweilte und mit dem Bildhauer Pietcr Scheemaeckers aus Antwerpen viele 
Müller, Künstler-Lexikon. 29
        

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