Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1045065
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Dehärain 
Deinias. 
Pietät sprechen. Im Jahr 1831 malte er die Grablegung Christi (lith. von Sonder- 
land); 1832 den kreuztragenden Heiland und eine Maria mit dem Kinde; 1834 die 
Auferstehung Christi (Altarbild in der Kirche zu Arnsberg); Maria, welche den 
Christusknaben auf eine grüne Wiese hinausführt (gest. v. C. Müller). Hierauf 
folgten die drei hochgepriesenen Bilder: die heil. Jungfrau betet das Kind an, gest. 
v. J. Caspar (1836); der englische Gruss (1837) und die Himmelskönigin mit dem 
Christuskind, jenes wundervolle Altarbild in der vormaligen Jesuitenkirche zu Düssel- 
dorf (gest. v. J. Keller; Konst. Müller; A. Glaser). Diese Belege eines höchst 
seltenen Talentes für die christliche Kunst lenkten frühe alle Augen auf Deger und 
waren die Veranlassung, dass der Graf von Fürstenberg-Stammheim den Künstler 
dazu auserkor, eine von ihm für den Appollinarisberg bei Remwagen durch den Dom- 
haumeister Z wirner zu erbauende Kirche mit Fresken zu schmücken. Die Aufgabe 
war indessen für eine einzige Kraft zu umfassend. Deger wählte sich daher in den 
Brüdern Andreas und Karl Müller aus Darmstadt und Friedlzlttenbach in 
Königswinter würdige Genossen, mit denen er 1837 nach Italien reiste, um dort die 
Gartens zu jenem Gemäldecyklus zu entwerfen. Hier studirten die auf's Innigste sich 
aneinander anschliessenden Künstler in freier Aufnahme und Weiterbildung vorzüg- 
lich die, ihrer Individualität am meisten zusagende Kunstweise der vorraphaelischen 
Meister, und kehrten einige Jahre später reichbeladen mit Entwürfen, Gartens und 
Studien in die Heimath zurück, um sich mit rüstigem Fleisse an ihr Werk zu begeben. 
Deger übernahm für die Chornische die Darstellung des Erlösers mit Maria und 
Johannes dem Täufer, an welche sich links die Altväter, rechts die Propheten an- 
schliessen, lauter höchst würdevolle Gestalten; für zwei kleine Seiteualtäre: einer- 
seits Maria und andererseits den heil. Joseph. Für den einen grossen Kreuzesarm 
der Kirche componirte er die Kreuzigung, ein Bild, reich an Motiven , voll Kraft der 
Darstellung und von der grossartigsten Wirkung, nebst vier kleineren Gemälden 
darunter, ebenfalls Passionsscenen: Christus am Oelberg; die Geisselung; die Dornen- 
krönung und die Kreuztragung; sodann für die erste Wand beim Eingange: die 
Geburt des Heilandes und auf der dritten: die Auferstehung. Mit diesen Darstel- 
lungen begann für Deger die zweite Periode seiner künstlerischen Entwicklung. YVar 
die erste mehr der Anmuth geweiht, so erfasste er in dieser mehr die Tiefe und den 
Ernst der christlichen Geschichte, und es gelang ihm darin den ganzen Reichthum 
an innern Mitteln, seine ganze mächtige Schöpferkraft und den Umfang seines 
Talentes in dramatischer Kraft und Fülle zu entfalten, indem er zugleich der von ihm 
"verfolgten Richtung ganz neue und frische Seiten abzu gewinnen wusste. 
 Die Malereien der Kirche auf dem Apollinarisberge kamen erst vor einigen 
Jahren zur Vollendung, Deger hatte aber mittlerweile seine Thätigkeit auch in christ- 
lichen Bildern in Oel fortgesetzt. So bewunderte man unter Anderem 1845 auf der 
Kunstausstellung zu München seine: Himmelskönigin mit dem göttlichen Kinde, eine 
Darstellung, die so viel Hoheit und Anmuth, so viel erhabenen Ernst und Seligkeit 
in sich vereinigte, und mit leuchtender Kraft und gesättigter Tiefe der Färbung, 
grosse Schönheit der Zeichnung und Lebendigkeit des Ausdrucks verband, Nachdem er 
sodann 1851 die in jener Kirche gestellte Aufgabe auf's Rühmlichste gelöst hatte, 
begab er sich nach Burg Stolzenfels, um die ihm bestellten Wandmalereien in der 
dortigen Schlosskapelle in Angriff zu nehmen. 
;  Literatur. Wolfg. Müller, Düsseldorfer Künstler.  Kugler, Kleinere Schriften u. s. w. 
 Deherain, Madelaine, Malerin zu Paris, gest. 1839, malte anfänglich Genrebilder, 
fertigte aber später besonders Kirchenbilder, die nicht ohne Verdienst, waren. 
 Dei, siehe Mathieu. 
F Deicker, ein Thiermaler aus Braunfels, von dem man unter Anderem auf der Kunst- 
ausstelluug zu München im Jahr 1854 ein mit unvergleichlicher Meisterschaft ge- 
maltes Rudel Wildschweine von treffendster Charakteristik , wahrstem Ausdruck und 
voll Leben und Natur sah. 
 Deig, Sebastian, siehe Taig. 
1 Deiliias, auch Dinias geschrieben, gehörte neben Hygiaenon, Charmadas,
        

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