Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1045044
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Decamps 
Decker, Paul. 
Anbetung der Hirten (1841); eine heil. Familie (1844); eine Charitas (1850), ein 
mit den besseren Gemälden Guido Reni's vergleichbares Bild. 
Decamps, Alexandre Gabriel, einer der gefeiertsten neueren Historien- und 
Genremaler in Frankreich, Oilizicr der Ehrenlegion, geb. 1803 zu Paris, erlernte die 
Malerei bei Abel de Pujol und entwickelte frühzeitig ein so ausserordentliclies 
Talent, dass er binnen kurzer Zeit neben Ingres, Delaroche und Delacroix zu 
den Häuptern der modernen romantischen französischen Schule gezählt wurde. Mit 
ungewöhnlicher Originalität, grosser Fruchtbarkeit der Erßndung und erstaunlicher 
Meisterschaft der Technik verbindet er in seinen Genrebildern eine ausserordentliche 
Lebendigkeit der Darstellung und einen wunderbaren Farbensinn, während seine 
historischen Gemälde durch das Stylgefühl, den Adel der Auffassung und die eminente 
malerische Wirkung sich auszeichnen. Er bereiste die Türkei imd Algier, wo er 
Land und Volk üeissig studirte und beides häufig zum Gegenstand seiner Darstel- 
lungen wählte. In seinen Genrebildern spielen daher Türken, Hunde und Alfen, 
welolf letztere er mit unbeschreiblicher Persiflage menschlicher Physionomie darzu- 
stellen weiss, eine Hauptrolle. Zu den vorzüglichsten derselben gehören: seine 
türkische Wachstube; der Bilderliebhaber, ein grosses Genrebild, das in Anordnung 
und Färbung an die besten niederländischen Gemälde erinnert; seine türkischen 
Kinder; die Hakenhinrichtung in der asiatischen Türkei, ein dem Gegenstand nach 
grässliches Bild; eine Scene von Kunstverständigen, Menschen mit Atfenköpfen be- 
trachten ein Gemälde, eine von Witz und Malice übersprudelnde Composition; die 
Entlassung einer türkischen Knabenschule, ein Bild von wirklich genialer Laune und 
Grazie, von origineller Erlindung und feiner Naturbeobachtung; Beduinenkinder am 
Strande mit Schildkröten spielend; ein orientalischer Eselstall; ein Affe vor der 
Staffelei; eine Aeiiin, sich im Spiegel beschauend; Erinnerung an die Türkei, ge- 
wöhnlich „die Enten" genannt; der Reitunterricht; Sancho Panso auf dem Esel, 
seinem Herrn durch's Kornfeld voranreitend u. s.w. Zu den besten seiner kühn und 
genial ausgeführten historischen Gemälden werden gezählt: Joseph, der von seinen 
Brüdern verkauft wird; Samson, der die Philister schlägt; Eliescr und Rebecca am 
Brunnen; die Cimbernschlacht u. a. m. Decamps hat auch seiner Zeit vortrefflich 
lithographirt und alle anziehenden Eigenthümlichkeiten seines grossen Talentes findet 
man auch in seinen Lithographien wieder.  Viele seiner Bilder wurden gestochen 
und lithographirt. 
Decker, Coenraet, auch Dekker geschrieben, ein Maler und Kupferstecher, der 
im 17. Jahrhundert lebte und auch Jan, Cornelis, Adriaan, Frans, Karel zu- 
benannt wird. Er malte Landschaften im Geschmack des Ruysdael, den er glück- 
lieh nachzuahmen wusste, mit figürlichen Staffagen von A. van Ostade und Van 
den Veld e. Das Louvre zu Paris verwahrt zwei Landschaften von seiner Hand, 
Wahrscheinlich von demselben Meister ist eine Landschaft im Städefschen Institut 
zu Frankfurt und ein von Bäumen beschattet-es Bauernhaus in der Pinakothek zu 
München (an beiden Orten wird der Meister Cornelis Dekker genannt). Von 
einem Frans Decker sieht man im Berliner Museum das Innere einer Schmiede 
(bez. F. Decker 1644). 
Decker, auch Dekker, Frans, Maler, geb. zu Harlem 1684, gest. 1751, war ein 
Schüler von R. de Hooge und Barth. Engels. Er malte Porträts und Genrebilder, 
zeichnete sich aber namentlich in Caricaturen aus. 
Decker, Johann Stephan, ein trelflicher Miniaturmaler, geb. 1784, malte beson- 
ders am österreichischen Hofe zu Wien eine grosse Anzahl von Miniaturbildnissen 
und Aquarellen, die seiner Zeit sehr beliebt waren und bewundert, wupdem 
Decker, Hans , ein um die Mitte des 15. Jahrhunderts in Nürnberg vorkommender 
„Pildhawer", dem man eine Grablegung Christi (1446) in der Wolfgangskapelle der 
Aegidienkirche und den grossen Christoph mit dem Christkind auf der Schulter, neben 
der Läutthüre der Sebaldskirche, eines von einem Gliede der Familie Schlüsselfeld im 
Jahre 1447 gestifteten Denksteins, zuschreibt. 
Decker, Paul, Architekt und Kupferstecher, geb. 1677 zu Nürnberg, ging 1699
        

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