Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1044994
David, Jacques Louis. 
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Preis, mit dem eine Reiseunterstützung nach Italien verbunden war, zuerkannt wurde. 
Vien aber, erzürnt, dass sein Schüler sich auf die Liste hatte setzen lassen, ohne ihn 
davon zu benachrichtigen, veranlasste eine Abänderung des Urtheils und David wurde 
jetzt nur der zweite Preis zu Theil. Im Jahr 1772 bewarb er sich hierauf mit seinem 
Bilde: die von den Pfeilen Diana's und Apolfs getödteten Kinder der Niobe, zum 
zweitenmal um den Preis, trug aber damit nicht einmal eine ehrenvolle Erwähnung 
davon, und mit seinem: Tod des _Seneca ging es ihm im Jahr 1773 nicht besser. Erst 
1774 erhielt er durch sein Bild: die Liebe des Antiochus zu Stratonice den ersten 
Preis, der so lange das Ziel seiner Anstrengungen gewesen, und im folgenden Jahre 
begab er sich sodann, nachdem er vorher noch ein von Fragonard begonnenes 
Deckengemälde im Hause der Tänzerin Guimard vollendet hatte , mit seinem Lehrer 
Vien, der zum Direktor der französischen Akademie in Rom ernannt worden war, 
nach Italien, wo er von 1775-1780 blieb und sich bis zu seiner Rückreise dem rück- 
haltlosesten Studium der Antike hingab, sich auch, obgleich er im Ganzen mehr 
zeichnete als malte, durch eine kleine Zahl trefflicher Gemälde, unter denen nament- 
lich sein 1779 zu Rom ausgestelltes Bild: der heil. Rochus, welcher die heil. Jung- 
frau anruft, der Pest ein Ende zu machen (derzeit im Geneshaus des Lazareths zu 
Marseille), grosses Aufsehen erregte, einen ziemlich bedeutenden Ruf erwarb. Nach 
seiner Rückkehr stellte er zu Paris seinen Belisar (1784), jetzt in der Bildersanimlung 
zu Alton Tower in England (gest. v. Morel), aus, und malte hernach seinen Tod 
Hektors, sein Aufnahmstück in die Akademie. Diese Bilder hatten bereits seinen 
Namen so berühmt gemacht, dass ihm der König ein Bild auftrug und den Gegen- 
stand desselben freistellte. Er ging nach Rom, malt-e dort: seinen Schwur der Hera- 
tier (bezeichnet: L. David faciebat Roma Anno MDCCLXXXIV. Gegenwärtig im 
Louvre zu Paris, gest. v. Morel), und brachte denselben 1786 nach Paris , wo dem 
Bilde, wie früher in Rom, die allgemeinste Bewunderung gezollt wurde. Im Jahr 
1787 begab sich David nach Flandern und malte hierauf nach seiner Rückkehr die 
Liebe des Paris zu Helena (l 788) für den Grafen von Artois (gegenwärtig im Louvre), 
für Ludwig XVI. (1789): die Lictoren, welche dem alten Brutus die Leichname seiner 
von ihm selbst zum Tod verurtheilten Söhne bringen (ebenfalls im Louvre) und den 
Tod des Sokrates (gest. v. ltlassard). Sein im folgenden Jahre (1790) ausgeführteg 
Bild: die Ankunft des Königs in der Parlamentssitzung vom 14.Febr., machte er 
der Nationalversammlung zum Geschenk, welche ihm hierauf den Schwur im Ball- 
hause bestellte (gest. v. Jazet), jene effektvolle Composition, die aber nur Skizze 
blieb. Unterdessen war die Revolution ausgebrochen und David hatte sich mit aller 
Lebhaftigkeit- seines Geistes daran betheiligt. [Er wurde 1793 Mitglied des corps 
electoral von Paris und Dcputirter des Nationalconvents, in welcher Eigenschaft er 
für den Tod des Königs stimmte. Ueber seiner Theilnahme an den politischen Zeit- 
oreignissen rergass er jedoch die Malerei nicht ganz. Er malte mehrere Revolutiong 
scenen, unter denen sein Tod Marats und der Mord Pelletiers besonders hervorge- 
hoben werden, und ward vielfach mit Leitung der künstlerischen Angelegenheiten 
dieser Periode, mit den Dekorationen der grossen Volksfeste, welche gefeiert wurden, 
beschäftigt- Nach dem Sturze Robespierrtäß, dessen Freund er gewesen, wurde er 
mehrerernale in's Gefingniss geworfen, und nur sein Ruf als Maler und die Aufopfe- 
rwlg 591119? Schüler retteten ihn vom sicheren Untergange. Während seiner Ge- 
fangenschaft entstand der EIICWUTf eines Bildes, das er nach seiner Wiederbefreiung 
im Jahr l7il5 , in deren Folge er aller thätigen Theilnahme an der Politik entsagte 
und sich mit um so regereln Eifer wieder seinem Beruf widmete, begann und 1799 
Vßllelldeßv-  War sein Gemälde der Sabinerinnen (im Louvre zu Paris, gest. von 
MaSSf-Td) i m15 dem er eine öffentliche Ausstellung veranstaltete , die ihm die Summe 
Vdll 59,527 Franken eintrug. Nachdem Napoleon, der ihn schon nach Aegypten hatte 
lflltnehlnen Wollen, 'zur Herrschaft gelangt war, diente David's Kunst der Verherr- 
llchung fies Gewaltlgen- Er wurde erster Maler des Kaisers und von diesem durch 
grflssartlge Aufträge bestimmt, seinen Pinsel den glorreichen Ereignissen des Kaiser- 
Telchs und NaPQlCOIIS Zll weihen. Doch blieb das Feld der griechischen Geschichte
        

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