Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1044823
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Daedalos , Erzgiesser 
Dael. 
ein wahrer Odysseus voll neuer Gedanken, sinnig im Erfinden, gewandt im Ausführen, 
geschildert. Allein auch hier gehört seine Person der Sage an, und die Thatsachen, 
die in ihr verkörpertierscheinen, liegen dem Raum, wie der Zeit nach, weit ausein- 
ander. Da überdiess nirgends ein Künstler neben ihm erscheint, so hat man auf ihn 
allein fast alles übertragen, was überhaupt von den Anfängen der griechischen Kunst 
bekannt war. Dädalos ist somit der Gesammtname, auf den das Alterthum überhaupt 
die ältesten Werke der Baukunst, Steinhauerei und Holzschnitzkunst, sowie die nütz- 
lichsten technischen Eriindungen, deren Urheber nicht bekannt waren, zusammen über- 
trug. Daedala wurden daher auch die ältesten Statuen von den alten Griechen genannt. 
Daedalos, Erzgiesser aus Sykion, ein Sohn und Schüler des Patrokles, blühte 
von 395-365 v. Chr. Geb. Das früheste YVerk des Künstlers , von dem wir Kunde 
haben, ist die Trophäe, welche die Eleer wegen des in der Altis über die Lakedämo- 
nier (um 396 v. Chr. Geb.) erfochtenen Sieges in Olympia errichteten. Spätere Werke 
von ihm waren: die Statuen der Nike und des Arkas unter dem figurenreichen Weihe- 
geschenke der Tegeaten in Delphi, und die der olympischen Sieger: Eupolemos, 
Aristodemos, Timon und dessen Sohn Aesypos. Plinius spricht von ihm auch als 
Marmorbildner, rühmt jedoch besonders zwei Knaben (aus Erz), die sich mit dem Striegel 
reinigen. Endlich werden ihm neuerdings noch die dem alten Dädalos zugeschriebe- 
nen Statuen des Zeus Stratios zu Nikomedia in Bithynien und der Artemis zu Bithy- 
nien in Karien beigelegt. 
Literatur. Bruun, Geschichte der gricch. Künstler. 
Daege, Eduard, Professor und Mitglied der Akademie zu Berlin, geb. 1805 da- 
selbst, bildete sich an der dortigen Akademie unter Professor Wach und später auf 
Reisen in Italien zu einem trefflichen Historienmaler aus, dessen Bilder sich durch 
Wohlerwogene Composition, edlen Styl und harmonische Färbung auszeichnen. Er 
malt aber auch kleinere Genrebilder, an denen man den ansprechenden Inhalt und 
die Präcision der Ausführung rühmt. Unter den verschiedenen, seit den letzten zwanzig 
Jahren von ihm ausgeführten Bildern, die man auf den Ausstellungen sah, wurden mit 
besonderer Anerkennung genannt: die Zuflucht zum Altar (gest. v. H. Eichens); 
die Einkleidung einer Nonne; die h. Elisabeth, eine kranke Frau besuchend; Maria 
mit dem Kinde; betende Landmädchen; der wohlthätige Mönch (lith. v. Oldemann), 
und das Gegenstück dazu: ein Messner mit dem Allerheiligsten, von einem Knaben 
durch den Bach geleitet (lith. v. C. Lange); das Weihwasser (lith. v. WVildt); eine 
Römerin mit dem Kinde auf dem Schoosse (gest. v. A.Teichel); eine italienische E: 
Pilgerin mit ihrem Sohne.  Das erste der nebigen Monogramme fanden wir auf 
einigen Bildern, das zweite auf Zeichnungen des Meisters. 
Dähling, Heinrich, Historienmaler, Mitglied und Professor der Akademie zu Berlin, 
geb. zu Hannover 1773, gest. zu Berlin 1850, bildete sich vorzugsweise an der 
Akademie der letzteren Stadt. Er malte historische, kirchliche und Genrebilder, reich 
an poetischem Gehalt und selbst zum Theil an grossartigen Intentionen. Unter seine 
besten künstlerischen Produktionen zählt man; eine Kreuzabnahme in der Garnisons- 
kirche Zu POtSÖßIII; einen Wettgesang; die Kranzwinderinnen; eine Bacchantin mit 
Panther-n spielend; Christus die Mühseligen und Beladenen zu sich ladend; den 
Anbruch des jüngsten Tags; die Jubelfeier und mehrere Genrebilder. 
D361, Jan F. van, ein seiner Zeit sehr geschätzter Blumen- und Früchtenmaler, 
geb. 1764 zu Antwerpen, gest. 1840 zu Paris, erlernte anfänglich die Baukunst, 
trug auch 1784 und 1785 die ersten Preise in der Architektur an der Akademie seiner 
Vaterstadt davon, gieng aber später nach Paris, um sich daselbst der Malerei zu 
widmen, und fand, da er binnen Kurzem schon eine ausgezeichnete Gewandtheit erlangt 
hatte, bei den Dekorationsmalereien in den Schlössern von Chantilly, Saint-Cloud 
und Bellevue vielfach Arbeit. Er verliess jedoch bald auch dieses Fach wieder, um 
sich ausschliesslich mit der Blumen- und Früchtemalerei zu beschäftigen, für die er 
ein eminentes Talent besass. Er wurde rasch bekannt und vom Hof, vcn der Kaiserin 
Josephine, von Napoleon I., von Ludwig XVIIL, Karl X., der ihn zum Ritter der 
Ehrenlegion ernannte, mit Bestellungen überhäuft. Im Louvre zu Paris sieht man
        

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