Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1044712
Crespi , Giuseppe Maria. 
Cresti. 
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eine Versammlung von Franziskanern; ein anderes: Christus, den Aposteln Petrus 
und Paulus erscheinend, sieht man in der Gallerie des Belvedere zu Wien. 
Grespi, Giuseppe Maria, gen. 10 Spagnnolo,  geb. 1665 zu Bologna, gest. 1747, 
Maler undvKupferätzer, erlernte das Zeichnen bei A. M. Toni , kam dann in die Lehre 
zu D. M.'Canuti, 'verliess aber dessen Schule bald wieder und trat in die von C. 
Cignani eröffnete Akademie, vollendete jedoch, nachdem Letzterer nach Forli abge- 
reist war, seine Studien erst bei G. A. Burrini. Er gieng hierauf nach Venedig, 
Parma und Modena, ahmte dort die Werke der damals beliebtesten Meister, haupt- 
sächlich Baroccio, Guercino und Pietro da Cortona nach und malte nach 
seiner Rückkehr in Bologna, Livorno, Florenz u. a. O. für Fürsten und Privaten, für 
Paläste und Kirchen eine Menge Bilder. Es ist Schade für sein bedeutendes Talent, 
dass sein Humor ihn oft zu abenteuerlichen Seltsamkeiten hinreissen liess; dass er 
namentlich in seiner späteren Zeit zu flüchtig arbeitete und in der Behandlung der 
Farben zu wenig Sorgfalt beobachtete, so dass viele seiner Gemälde verblasst sind, 
während andere stark nachgedunkelt haben. Ausser Italien, wo man eine grosse 
Menge Bilder von ihm trifft, sieht man in der Gallerie zu Dresden: die Jungfrau 
Maria mit dem Kinde und dem kleinen Johannes; eine Anbetung der Hirten; den heil. 
Joseph mit dem Zweige und einem Buche; den dornengekrönten Heiland zwischen 
Kriegsknechten, und ein Porträt; in der Sammlung des Sir Th. Baring zu London: 
ein italienisches Bauernmädchen , ein Bild von feiner Ausführung; in der Pinakothek 
zu München: eine in einen weissen Mantel gekleidete trauernde Nonne, Kniestück 
in Lebensgrösse; im Louvre zu Paris: eine Schulmeisterin, ein Bild aus der früheren 
ileissigen Zeit des Meisters; einen unter der Eingebung der heil. Jungfrau schreiben- 
den Abt; in der Gallerie des Belvedere zu Wien: den Centauren Chiron, wie er den 
jungen Achilles" im Bogenschiessen unterrichtet. 
Crespi radirte auch eine Anzahl Blätter mit freier und leichter Nadel. Einige 
davon tragen den Namen seines Freundes L. Mattioli, dessen gedrückte Lage er 
durch den Erlöss aus denselben zu verbessern gedachte. _Unter die bessern zählt man : 
den Kindermord; die an einen Baum gebundene Diana, von einem Satyr gezüchtigt; 
die Beschneidung Christi nach L. Caracci, und die Säugamme des van Dyck, nach 
van D yck. 
Crespi erreichte ein hohes Alter. Er wurde vom Papste mit der Auszeichnung 
eines Ritters beehrt und galt für einen der besten Maler seiner Zeit. 
 Antonio Crespi, sein ältester Sohn, gest. 1781, malte in einer sorgsameren und 
lieissigeren Weise, als sein Vater.  Sein zweiter Sohn, Luigi Crespi, gest. 1'779, 
war Domherr, malte aber auch und schrieb über die schönen Künste. Im Jahr 1'769 
veröffentlichte er im Supplemcnt der Felsina pittrice des Malvasia das Leben 
Seines Vaters. 
 Literatur. Museo Florontino, wvselbst mwh sein Porträt im Stich.  Bartsch, LeÄpeintre graveßf. 
Cresti, Domenico, gen. il Passignano nach seinem Geburtsort, ein Maler, geb. 
1558, gest.163.8, kam in die Lehre Z1! Girplamo Macchietti, gen. il Crocifis- 
saio, verliess dieselbe aber bald wieder, um die Schule des Battista Valdini zu 
besuchen. Als jedoch Fed. Zuccaro nach Florenz kam, um die Malereien der KuP- 
pel des dasigen Doms zu beginnen, begab er sich zu diesem und half ihm bei seinen. 
.Arbeiten. Nach deren Vollendung begleitete er Zuccaro nach Venedig, wo er ihm 
ebenfalls bei Seinen Gemälden im Saale des grosseuRaths Hülfe leistete. Er studirte 
dort auch die venetianischen Meister und genoss den Unterricht des Paolo Veronese. 
Vom GlfßSSllefiog Ferdinand I. nach Flvrenz, von den Päpsten Clemens VIII. und 
Paul V. nach Rom berufen , führte er darauf in beiden Orten eine Menge Bilder für 
Paläste und Kirchen aus. Unterstützt durch eine äusserst fruchtbare Phantasie, konnte 
er sein glückliches Talent, namentlich in grossräumigen Darstellungen, die er geschickt 
mit vielen Figuren zu füllen wusste, geltend machen und seine erlangte ungemeine 
Fertigkeit vermochte sie in einer kaum glaublich kurzen Zeit auszuführen. Er gehörte 
unter diejenigen Künstler, welche sich aus dem nach dem Tode der grossen Meister ein- 
geschlichenen Manierismus in der Kunst befreit und dem neuen Aufschwung angeschlos-
        

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