Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1044655
Cowper 
Coypel , Charles Antoine. 
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die Capilla de los reyes nuevos in der Kathedrale daselbstr von Alvaro Mone- 
gro ausgeführt. 
Cowper, Douglas, geb. 1818, gest. 1840, war ein vielversprechender Maler, dessen 
Gemälde, theils dem Genre angehörig, theils Scenen aus Schauspielen darstellend, in 
England grossen Beifall erhielten, der aber der Kunst leider zu früh entrissen wurde. 
Sein bestes Bild „Kate Kearney" wurde von J. Porter gestochen.  
Coxcie, siehe Gocxie. 
Coxie, Johan, Anthonis, wird ein niederländischer Historien- und Porträtmaler 
genannt, der am Hofe des Königs Friedrich I. von Preussen gearbeitet und für dessen 
Schlösser und Kapellen Plafondsgemälde und Altarbilder gemalt haben soll. 
Goypel, Antoine, Historienmaler, geb. zu Paris 1661, gest. daselbst 1722, der 
älteste Sohn und Schüler seines Vaters Noel, kam mit diesem, der zum Direktor der 
französischen Akademie in Rom berufen worden war, schon in seinem elften Jahre 
nach Rom, und machte hier, unterstützt durch sehr glückliche Anlagen und gebildet 
durch dasStudium derWerke Raphaefs, Michelangelds und Annibale Carac- 
ci's so grosse Fortschritte, dass er einen Preis der Akademie von S. Luca davon trug 
und sich das YVohlwollen Berninfs und Carlo Marattfs erwarb. Nach dreijähri- 
gem Aufenthalt in Rom kehrte er mit seinem Vater nach Paris zurück, erhielt hier 
einen zweiten Preis von der Akademie und erregte durch seine Bilder für verschiedene 
Kirchen und das Schloss von Choisy so grosse Bewunderung, dass er vom Bruder 
des Königs Ludwigs XIV. zu seinem Maler ernannt, in seinem zwanzigsten Jahre in 
die Akademie aufgenommen und im Jahr 1684 zum Professor ernannt wurde. Im 
Jahr 1709 malte er die Kuppel der Kapelle zu Versailles und fertigte mehrere grosse 
Gemälde für Tapeten. 1710 wählte ihn der König zum Direktor der Gemälde und 
Zeichnungen der Krone , 1714 ernannte ihn die Akademie zu ihrem Direktor, 1716 
erhielt er die Stelle eines Hofmalers und 1717 den Titel eines Stallmeisters und das 
Adelsdiplom. Hierauf malte er im Auftrag des Herzogs von Orleans, des damaligen 
Regenten von Frankreich , vierzehn Bilder aus der Aeneide in der Gallerie des Palais 
royal, fertigte ferner verschiedene Cartons aus der Iliade und der heiligen Schrift, die 
inTapeten ausgeführt werden sollten, der Tod überraschte ihn aber über dieser Arbeit. 
 Coypel führte eine beträchtliche Anzahl von Bildern für Kirchen und Paläste aus, 
die von den ersten Kupferstechern seiner Zeit: Poilly, Tardieu, Desplace s, 
B. Picart, Duchange, Edelinck, Audran Simonneau und Drevet gesto- 
chen wurden. Er besass ein sehr bedeutendes Talent, missbrauchte dasselbe aber 
dadurch, dass er der Mode des damaligen aifektirten theatralischen Flitterwesens und 
gezierter Grazie huldigte. Durch kluges Schmeicheln und Eingehen auf die herrschende 
Sitte und den Geschmack, durch ein fächerartiges buntes Colorit Wusste er sich als 
den ersten Maler seiner Zeit geltend zu machen. In Paris sieht man die meisten sei- 
ner Bilder. Das Louvre allein verwahrt von ihm fünf Darstellungen aus dem alten 
Testament: Athalia, aus dem Tempel verjagt; Susanna, von den beiden Aeltesten 
fälschlich angeklagt; Esther vor Ahasver; Rebekka und Elieser. Coypel hat auch 
einige Blätter radirt, unter denen ein Ecce homo (1692); eine Taufe Christi; ein grös- 
seres und ein kleineres Bildniss der berüchtigten Giftmischerin la Voisin besonders 
genannt werden. Ein Blatt: die Judith darstellend (1694), wurde von C. Simonneau 
mit dem Grabstichel beendigt.  Das Mus eo fio rentino enthält sein Porträt im Stich. 
Coypel, Charles Antoine, Maler und Kupferätzer, der Sohn und Schüler des Vori- 
gen, geb. zu Paris 1694, gest. daselbst 1752, malte historische Bilder und Porträts in 
Oel und in Pastellfarben. Er wurde im Jahr 1730 Professor, 1746 Rektor der Aka- 
demie und 1747 Maler des Königs. Sein Geschmack für das Theater, der ihn zum 
Dichten von Tragödien und Comödien verleitete, trug sich auch in forcirten Stellun- 
gen und künstlichem Ausdruck in seine Bilder über. Eine Folge von Gemälden aus 
dem Roman: Don Quixotte, die in Tapeten ausgeführt werden sollten, befindet sich 
derzeit im Schlosse von Compiegne. Drevet, der Sohn, hat sein Porträt der Schau- 
spielerin Adrienne Lecouvreur gestochen. 
' Abgebildet in den D enkmälern d er Kun st. Atlas zu Kuglers Handb. der Kunstgesch. Taf. 87 A, Fig. 4.
        

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