Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1044557
Cosimo , Piero di 
Cosmaten. 
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Honore; die Statue der Unsterblichkeit im Pantheon; mehrere Bildnissstatuen und 
Porträtbüsten; Grabdenkmäler mit figürlichem Schmuck; einige Basreliefs am Triumph- 
bogen de 1'Etoile , im Giebelfeld der Deputirtenkammer u. s. w. 
Cosimo ,i Piero di, ein Maler aus Florenz, geb. 1441 , gest. 1521 , war der Sohn 
eines Goldschmiede Namens Lorenzo und der Pilegsohn und Schüler des Cosimo 
Ro s e lli, nach Welchem er Piero di Cosimo genannt wurde. Er bekleidete seinen 
Lehrer nach Rom , wo er ihm bei seinen Malereien in der Sixtina half und ausserdem 
eine Menge Bildnisse berühmter Personen ausführte. Nach seiner Rückkehr nach 
Florenz fertigte er theils für Kirchen, theils für Privatpersonen viele Bilder in Fresco, 
Tempera und Oel, aus der biblischen Geschichte, der Mythologie oder nach eigener 
Erfindung. Durch alle diese seine Gemälde geht das Streben nach naturalistischer 
Durchbildung, namentlich des Nackten , nach jener rein sinnlichen Schönheit der 
Form, wie wir sie bei den lombardischen Meistern der letzten Decennien des 15. Jahr- 
hunderts erblicken. Damit suchte er sodann die Vorzüge des Leonardo da Vinci, 
mit dem er sich überall gerne zu messen bemühte , zu verbinden, was ihm auch im 
Helldunkel und in der WVeichheit der Modellirung hie und da mit Erfolg gelang; aber 
es fehlt ihm fast durchweg der innere Adel und das hohe Schönheitsgefühl jenes 
grossen Meisters. So heiter und poetisch er oft in der Auifassung sein konnte, so 
phantastisch wird er hin und wieder, was mit der abenteuerlichen Lebensweise des 
bizarren Mannes zusammenhing, der sich oft völlig von der Welt zurückzog und in der 
äussersten Entbehrung von rohen Speisen lebte, oft auf die ungebundenste Weise 
dem Leben huldigte, sich den sonderbarsten Carnevalsbelustigungen hingab u. s. W. 
Im Uobrigen zeichnen sich seine Bilder durch die liebevolle Vollendung und besonders 
durch die grosse Ausbildung der Landschaft aus. 
Hauptbilder von Cosimo findet man namentlich in Florenz. Sein bestes Bild: 
die Empfängniss Maria mit sechs Heiligen (für die Servitenkirche gemalt, jetzt in 
den Utiizien) ist von ausserordentlicher Gediegenheit der Composition und der Charak- 
tere. Ebendaselbst sieht man: die Geschichte des Perseus in vier Bildern, welche 
trotz mehreren phantastischen Wunderlichkeiten voll reizender Einzelheiten sind. 
Für das Spital des ilorentinischen Findelhauses (agli innocenti) malte er eine Madonna 
auf dem Throne von Heiligen und Engeln umgeben, jetzt in der kleinen Gallerie 
dieser Anstalt aufgestellt (gest. in der Etruria pittiz), und für S. Pier Gattolini: eine 
Krönung der Maria (wahrscheinlich das derzeit im Louvre befindliche Bild des Meisters). 
Die C353, Nerli im Borgo S. Niccolo bewahrt ein Bild: Mars und Venus mit Liebes- 
göttern, einen Gegenstand, den er mehrfach behandelte, denn man findet ihn auch in 
einem Temperabild im Berliner Museum, das ausserdem noch ein reizendes Bildchen 
des Meisters: Christus und Johannes der Täufer als Knaben, von Cosimo, besitzt. 
Auch in der Kirche S. Francesco zu Fiesole soll sich noch ein Altarbild mit der Auf- 
schrift: Pier di Cosimo 1480 befinden. 
Piero di Cosimo hatte viele Schüler, unter denen Andrea del Sarto der vor- 
züglichste war. 
IÄWYlI-lllf- Vaseri, Leben der ausgßzeißhllßßifen Maler, Bildhauer und Baumeister.  Rumohr, Italie- 
nische Forschungen.  Kngler, Handb. der Geschichte der Malerei.  Burckhardt, De: Cicerone. 
Cosimo di, Andrea, siehe Feltrini. 
Cosmaten, werden die Künstler aus der römischen Steinmetzenfamilie Cosma. ge- 
nannt, welche vom Schlüsse der Periode des romanischen Styls , etwa von der Mitte 
des 12. Jahrhunderts an thätig waren , und sich in Werken architektonischer Deko- 
ration, in Tabernakelarchitekturen über Altäre und Grabmäler, in Ambonen und 
Arkadenbauten von Klosterhöfen auszeichneten. Der älteste bekannte COSIIIM ist 
Lorenz , der mit seinem Sohne Jacob in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts 
die Hauptthüren von Civita Castellana und von Falleri, ferner (vor 1205) die Ambo 
S. Maria in Araceli äillSführte. Sein Sohn Jacob fertigte laut Inschrift 19 Säulen 
nebst den Kapitellen in S.Ba1tolo1nme0 auf der Tiberinsel, die Seitenthüre in Civitä, 
Castellana und die Thüre von S. Saba, (1205); ferner mit seinem Sohne C o s ma, den 
herrlichen Porticus von Civita Castellana (1210) und daS T1101 1'011 5- TßIlllllßSß ill
        

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