Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1044205
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Cogniet 
Coignet, Jules Louis Philippe. 
Herzog von Leuchtenberg verschiedene Gemälde ausführte. Im Jahr 1817 nahm ihn 
die königl. Akademie zu Antwerpen zum Mitglied , 1824 die Akademie zu München, 
wo er sich seit 1819 niedergelassen hatte, zum Ehrenmitglied auf. Seine Bilder, 
besonders diejenigen, welche Gegenden aus seinem Vaterlande, Wasserfälle und alte 
Monumente darstellen, sind sehr geachtet. Einige seiner Gemälde sind mit dem ersten 
der nebenstehenden Monogramme bezeichnet. Cogels hat auch mehrere Blätter nach 
J. 'Both, andere nach eigenen Zeichnungen radirt. Eines der letzteren trägt das 
zweite Monogramm. ' ' 
Cogniet, 116011, ein viel genannter französischer Historien- und Porträtmaler, Pro- 
fessor der Zeichnenkunst an der polytechnischen Schule zu Paris, Offizier der Ehren- 
legion , geb. zu Paris 17 94, war ein Schüler von Guerin, bildete sich aber später 
hauptsächlich in Rom, wo er 1817 den ersten Preis erhielt. Seit dieser Zeit sah man 
auf den verschiedenen Kunstausstellungen seiner Vaterstadt zwar nicht sehr zahl- 
reiche aber um so tüchtigere Gemälde, t-heils in historischen Bildern, t-heils in Porträts 
bestehend, während er sich zugleich mit Eifer dem künstlerischen Unterrichte widmete 
und eine grosse Anzahl von Schülern bildete, welche alle mit Verehrung an ihm 
hängen. Zu seinen ersten Gemälden, die seinen Ruf gründeten, gehören: Marius 
auf den Trümmern von Karthago (im Luxembourg zu Paris), und Numa in der Grotte 
der Egeria. Darauf folgte eine Scene aus dem bethlehemitischen Kindermord; der 
Raub der Rebecca, nach Walter Scott's Roman: Ivanhoe, und andere Bilder, die sich 
alle durch einfachen Styl, correkte Zeichnung, saftige Tinten und wahres, feines, 
mitunter glänzendes Colorit auszeichneten. Im Jahr 1836 vollendete er ein Decken- 
gemälde in einem Saale des ägyptischen Museums , Napoleon darstellend, wie er auf 
den Ruinen eines ägyptischen Grabmonuments sich mit gelehrten Alterthumsforschern 
über aufgefundene Merkwürdigkeiten unterhält, ein Bild , das neben der: Apotheose 
Homers, von Ingres, zu den besten Plafonds des Louvre gehört. Kurze Zeit her- 
nach malte er im Auftrag des Königs Louis Philippe: die Abreise der Pariser 
Nationalgarde im September 1792 (im Schlosse zu Versailles), ein Musterbild von 
Vorwürfen solcher Art, ausgezeichnet durch den Adel der Auffassung, die Klarheit 
der Composition , die Wahrheit des Ausdrucks, durch die Gewandtheit der Lichtver- 
theilung und die Feinheit des Tons. Im Jahr 1843 stellte er sodann nach längerer 
Enthaltsamkeit von grösseren Werken, zugleich mit einer Anzahl Porträts, sein 
grosses Bild: Tintoretto, seine Tochter auf dem Todtenbette malend, aus, das gleich 
bei seinem ersten Erscheinen grosses Aufsehen erregte, und als eine der gcreiftesten, 
durchdachtesten und würdigsten Hervorbringungen der neueren französischen Malerei 
begrüsst wurde. Man bewundert darin besonders die rührende Tiefe des Gefühls, 
den interessanten Gegensatz der Charaktere, die ausserordentlich schön durchgeführte 
Beleuchtungsstimmung und die täuschend wahre Färbung. Ueberhaupt unterscheidet 
sich Cogniet dadurch sehr vortheilhaft von andern Künstlern unter seinen Lands- 
leuten , dass er in stetem Fortschreiten begriffen , seinem letzten Bilde jcdesmaleine 
grössere Durßhbildung und höhere Vortrefflichkeit als den früheren zu geben weiss. 
So sah man unter anderen Porträts, in denen er überhaupt eine unbestrittene Virtuo- 
sität besitzt, auf der Pariser Aufstellung im Jahr 1852 ein weibliches Bildniss von 
ihm, das sich in Beziehung auf geistreiche Auflassung und meisterhafte malerische 
Behandlung den ausgezeichnetsten Meisterwerken des 16. Jahrhunderts im Porträt- 
fache würdig anschliesst. Cogniet hat auch Kirchenbilder gefertigt: den h. Stephanus, 
in der Kirche S.Nicolaus des Champs, undMagdalena, Salben zum Grabe Christi tragend, 
in der Magdalenenkirche zu Paris, Gemälde, die in malerischer Grösse und Wirkung, 
überhaupt in künstlerischer Ausstattung seinen übrigen Arbeiten nicht nachstehen, 
aber wie die WVerke der neueren französischen Schule überhaupt an dem Mangel, 
religiöser Ergriüenheit leiden. 
Coignard, L., ein gewandter, derzeit in Paris lebender Thiermaler, von dem man 
auf den regelmässig wiederkehrenden Kunstausstellungen tüchtige Arbeiten in seinem 
Fache sieht.  
Üßigllet, Jules Louis Philippe, ein ausgezeichneter französischer Landschafts-
        

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