Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1044194
Coene, Constantinus Fidelio 
Cogels. 
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wählte dazu die Fabel von Amor und Psyche, zeichnete die Cartons, deren Ausführung 
er dem Don Ant. Palomino übertrug und begab sich wieder in den Escorial, das 
angefangene Bild zu beendigen. Dieses Gemälde , die feierliche Procession einer 
Hostie darstellend, mit vielen Porträts vornehmer Personen des Hofs, worunter der 
in Verehrung knieende König Karl II. selbst, der hohen Geistlichkeit u.  wird 
als ein Meisterwerk gepriessen und für die beste Arbeit Coello's erklärt. Im Jahr- 
1592 kam jedoch Lnca Giordano nach Madrid, und wurde ihm bei der Vergebung 
der Malereien der grossen Treppe im Escorial vorgezogen, was Coello so kränkte, 
dass er aus Gram darüber starb. 
Claudio Coello besass ein grosses Talent. Er war ein scharfer Beobachter und 
treuer Nachahmer der Natur, und zur Zeit Philipp des II. wäre er ein ausgezeichneter 
Meister geworden. So aber suchte er zwar, der in der spanischen Kunst gegen 
Ende des 17.Jahrhunderts einreissenden Geschmackverwirrung entschiedenen Wider- 
stand zu leisten , statt ihr aber eine eigenthümliche und selbstständige Richtung ent- 
gegen zu setzen , suchte er sein Streben durch eine eklektische Nachahmung der 
früheren grossen Meister Spaniens, wie auch der Niederländer und Venetianer, zu 
erreichen. Er genoss jedoch unter seinen Zeitgenossen den höchsten Ruhm und ver- 
dient ihn auch mit Recht als der letzte tüchtige Meister der selbstständig spanischen 
Malerei. In verschiedenen Kirchen Madrids und anderen Hauptstädten Spaniens sieht 
man noch viele seiner Bilder. Sein "Bild der Hostie" beündet sich heute noch im 
Escorial. Im Museum zu Madrid wird unter mehreren Gemälden von ihm besonders 
eine von Engeln und Heiligen umgebene heilige Familied" rühmend genannt. In der 
Pinakothek zu München schreibt man ihm ein Bild des h. Petrus von Alcantara, 
welcher mit einem Laienbruder auf dem Meer wandelt, und in der Gallerie Esterhazy 
zu Wien: einen h. Joseph mit Maria und dem Jesuskinde zu. Auch in der vormaligen 
Sammlung des Marschalls Soult zu Paris waren zwei Eremiten in Lebensgrösse von 
ihm zu sehen. Seine Zeichnungen mit der schwarzen Kreide und mit der Feder sind 
sehr gesucht; nicht minder sind es die drei von ihm radirten Blätter: Christus am 
Kreuz mit der h. Jungfrau, dem h. Augustin und der h. Monica, und die Bildnisse 
Karl II. und seiner Mutter.  Sebastian JMunoz und D. Teod. Ardemans 
waren Schüler von ihm. 
Literatur. B e rmudez , Diccionario historico de los mas illustres professores de las hellas artes en Espana.  
Fiorillo, Geschichte der Malerei in Spanien. 
Goene, Constantinus Fidelio , Historien- und Landschaftsmaler, geb. 1780 zu 
Vilvoorden, gest. 1841, erlernte die Malerei bei Fab er, dem Vater, kam aber 1800 
nach Amsterdam, wo er den Unterricht des Landschaftsmaler Barbiers genoss , und 
liess sich später in Brüssel nieder, wo er seit 1820 Professor an der Akademie ist. 
.Sein Bild: Rubens , von Karl I. den Degen empfangend, durch den er ihn zum Ritter 
geschlagen, erwarb ihm den grossen Preis zu Gent, und seine Schlacht von Waterloo, 
die 91' 1815 nach London brachte, kaufte ihm der damalige Prinzregent ab. Seine 
anderen Bilder, besonders aus dem Genrefßßlle, Welche auf den verschiedenen Kunst- 
ausstellungen immerdar Gefallen erregten, sind in öffentlichen und Privatsammlungen 
Belgien und Hollands zerstreut.  ET hinterm-ISS Zwei Söhne, die sich ebenfalls zu 
Malern ausbildeten. Der ältere, J 83111, malt Landschaften , der jüngere , J- 3-, 
Viehstücke. 
Coenea Hßnri de, ein trefflicher, der Gegenwart angehöriger Genremaler aus 
Brüssel, deSSen Bilder sich durch die wahre und in innigen Motiven feingefühltc Auf- 
fassung und glückliche Erfindung auszeichnen. 
cogels, J 0391311, ein tüchtiger Landschafts- und Marinemaler, geb. 1786 zu Brüssel, 
gesß- 1831 auf dem Schlosse Leitheim bei Donauwörth, bildete sich auf der Düssel- 
dorfer Akademie und später auf Reisen, namentlich in Frankreich, aus, kehrte 1806 
nach Belgien zurück und wurde dort zum Mitglied der königl. Gesellschaft der schönen 
Künste zu dient ernannt. Im Jahr 1810 veranlasste ihn der Graf Max von Lamberg, 
11111 1131311 311111011611 Zll begleiten, wo er für den König und die Königin, sowie für den 
' Abgebildet in. den D enkmälern der Kunst. Atlas zu Kuglers Handb. de: Kunstgesch. Taf. 34 A, Fjg. 7,
        

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