Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1044144
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Clowet, Albert. 
ein Gebetbuch mit vier Bildern, eine Pieta, Christus am Kreuze, ein Epistelbuch mit 
drei grossen Bildern, von denen aber eines später nach Spanien kam (dieses Manu- 
script, die Erklärung der Epistel Pauli an die Römer, beündet sich derzeit in der 
Sammlung des Architekten Soan in London); ferner ein Messbuch, stattete auch ein 
Manuscript der Gedichte Petrarca's mit prächtigen Bildern aus. Durch alle diese 
Bilder, auf deren immer höhere Vollendung die Bekanntschaft des damals sehr be- 
rühmten Miniaturmalers, Girolamo dai Libri, die er gemacht, ehe er noch das 
Kloster verliess, nicht ohne Einfluss geblieben war, hatte sich sein Ruhm in ganz 
Italien verbreitet. Der Kardinal Alessandro Parnese berief ihn für sich und Papst 
Paul III. nach Rom und er folgte, mit Einwilligung des Kardinals Grimani, seines Gönners, 
dem Rufe im Jahr 1540. Hier schmückte er für den Papst unter Anderem 1542 ein 
lateinisches Psalmenbuch mit herrlichen Miniaturen (gegenwärtig im Louvre zu Paris), 
dann im Jahr 1546 für den Kardinal Farnese ein lateinischesMessbuch mit einer 
aussercrdentlichen Menge der prachtvollsten Bilder (gegenwärtig in Neapel); ferner 
jenes wundervolle Muttergot-tesbüchlein, an dem er 9 Jahre lang arbeitete (mit 
dem reichen und kostbaren Einband von Benvenuto Cellini in der k. Biblio- 
thek des Museo Borbonico in Neapel); ausserdem eine grosse Anzahl einzelner 
Miniaturgemälde. Alle diese Arbeiten erhöhten Clovio's Ruhm so, dass beinahe 
alle Fürsten Bilder von ihm zu besitzen wünschten. Herzog Cosimo I. rief ihn an 
seinen Hof nach Florenz und er führte dort für denselben mehrere Bilder aus, 
von denen sich noch ein Cruzifix mit einer Magdalena (in der Gallerie zu Florenz) 
und eine Pieta (im Pal. Pitti) erhalten haben. Nach Rom wieder zurückgekehrt, malte 
er für Philipp Il., König von Spanien, mehrere Bilder aus der Geschichte seines 
Vaters Karl V. (gegenwärtig im britt-ischen Museum zu London), und verzierte fast 
zu gleicher Zeit für Johann IlI., König von Portugal, ein Psalrnenbuch mit einer 
Menge Bilder. Ausser-diesen Werken stattete Clovio noch folgende grössere Manu- 
scripte mit Bildern aus: die göttliche Komödie von Dante (in der Bibliothek des 
Vatikan); das Leben Francesco, Mariafs von Montefeltro della Rovere, Herzogs von 
Urbino und das Leben Friedrichs von Montefeltro, Herzogs von Urbino; ferner die 
„Stanze d'Evrialo d'Ascoli" und eine grosse Anzahl von Choral-, Mess- und Gebet- 
büchern, die noch heute in verschiedenen Bibliotheken verwahrt werden. Auch malte 
er viele kleine Bildnisse, die in Medaillons um den Hals getragen wurden. Er arbei- 
tete mit einer grossen Anzahl von Schülern, die ihm bei der Ausführung seiner ausser- 
ordentlich vielen WVerke behülflich waren. Man zählt darunter vorzugsweise: Bart. 
Torri, Bern. Buontalenti und Marco du Vall. In fortdauernder Thätigkeit 
und rastloser Beschäftigung mit seiner Kunst erreichte Clovio ein sehr hohes Alter. 
Er starb 1578 zu Rom im 80. Jahre. 
Clovio hat sich vorzugsweise nach Michelangelo und Raphael gebildet und 
seine Bilder sprechen namentlich durch die t-reffliche Anordnung und Gruppirung an; 
auch bewies er eine reiche Phantasie, einen guten Geschmack und ein grosses Talent 
in den ornamentistischen Theilen der Umrahmungen seiner Bilder, in Arabesken, 
Grotesken u.s.w. WVo er jedoch nicht nachahmt, erhält sich seine Composition auf 
keiner besonderlichen Höhe; ganz vorzüglich dagegen ist seine Ausführung. In der 
Weichheit, Zartheit und Abrundung der Ausführung, in der lebendigen Frische des 
blühenden Colorits sind seine Malereien ein wahres Wunder. Gleichen Schritt mit 
der Feinheit dieser meisterlichen Technik hielten sein F leiss und seine Ausdauer, mit 
denen er oft kleine menschliche Figuren in Ameisengrösse so ausgezeichnet voll- 
endete, dass sie in natürlicher Grösse nicht treiflicher hätten ausgeführt werden 
können. Er erhielt desshalb auch den Beinamen: il mirmecide, d. h. die Ameise. 
Literatur. Ivan Kukuljevic Sakcinski, Leben des  Julius Clovio. Agram, 1852.  Vasari, 
Leben der ausgezeichnetsten Maler, Bildhauer und Baumeister. 
Clowet, Albert, auch Clovet oder Olouet geschrieben, Maler und Kupferstecher, 
geb. 1624 zu Antwerpen, gest. daselbst 1687, bildete sich unter seinem Oheim 
Pieter Clowet und in Italien unter Corn. Bloemart, mit dem er später zu- 
sammen arbeitete, aus. Er stach verschiedene Porträts für Bellori's: Vite de' pittori.
        

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