Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1044118
Cloos  Clouet, Frangois. 
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C1006, ein englischer Baumeister, der von König Heinrich VI. (regierte von 1422 
bis 1461) zum Oberintendanten aller königl. Bauten ernannt wurde, und als solcher 
alle Pläne zum King's College in Cambridge entwarf. Es wird ihm desshalb auch 
der Plan der Kapelle dieses Colleges, des schönsten Gebäudes der englisch gothischen 
Architektur (begonnen 1441, beendet 1530) zugeschrieben. 
C10stermaun, J0h., ein deutscher Portrat-maler, der sich im Jahr 1679 nach Paris 
begab und von da 1681 nach England reiste , wo er viele Porträts der Grossen des 
Reichs; die Kinder des Herzog von Somerset, die Familie des Herzogs von Mal- 
borough, des ersten Herzogs von Rutland u. A. malte, und in der Kunst der 
Bildnissmalerei dem berühmten Kneller gleich geschätzt wurde. Später ging er 
nach Spanien, wo er den König und die Königin malte, und von da nach Italien. 
Nach England zurückgekehrt, starb er 1710. Eines seiner besten Porträts ist das 
des Bildhauers Gibbons. 
Clouet, Albert, siehe Clowet. 
Clouet, Francois, genannt Janet, vom Vornamen seines Vaters Jean, der in 
Jehannet erweitert und dann wieder in Jannet zusammengezogen wurde, ein aus- 
gezeichneter Porträtmaler, war, so viel wir aus Dokumenten, Akten und Rechnungen 
über sein Leben erfahren, der Sohn des Jean Clouet, des zweiten dieses Namens, 
und wurde von Franz I. von Frankreich im Jahr 1541 „in Anbetracht der von seinem 
Vater geleisteten Dienste" naturalisirt und zu Ende desselben Jahrs zum „paintre 
ordinaire du roy" und Kammerdiener ernannt. Nach dem Tode dieses Königs, im 
Jahr 1547, wurde er beauftragt, dessen Gesicht und Hände abzuformen und nach diesen 
Formen Masken in Wachs auszuführen, welche, gemalt und angekleidet, die Stelle 
des Todten bei den grossen Exequien vertreten mussten. Auch die Ausschmückung 
der Kirche, die Bemalung der Banner, Fahnen u. s. w. hatte er bei dieser Gelegenheit 
zu besorgen. Aus verschiedenen Rechnungen, während der Jahre 1551-1554, geht 
ferner hervor, dass der Künstler nach jener noch aus dem Mittelalter stammenden 
Sitte auch sehr geringfügige Arbeiten, z. B. die Devisen und jene verbundenen Halb- 
monde Heinrich II. und der Diana von Poitiers auf einem Wagen malen musste, 
und aus einer Quittung vom Jahr 1547 erfahren wir, dass er vierteljährig 600 
Livres Gehalt bezog. Im Jahre 1553 führte er das lebensgrosse Bild Heinrich II. 
aus , welches aber nicht mehr vorhanden ist, und nach dem Tode desselben, im Jahr 
1559 , wurde ihm der gleiche Auftrag zur Anfertigung seines in Wachs gearbeiteten 
Abbilds, zur Ausschmückung der Kapelle u. s. w. zu Theil, wie vordem nach dem 
Ableben Franz des I. Janet behielt seine Stelle als Hofmaler auch unter den Königen 
Franz II. und Karl IX. , 1570 kommt aber sein Name zum Letztenmal in den Rech- 
nungen vor und 1572 scheint er gestorben zu sein , da in demselben Jahre, zur Zeit 
seines grössten Rufs, ein ungleich minder bekannter Maler, Jehan de Court, in 
den Hofrechnungen als dieselbe Stelle eiuuehmßud vorkommt. Verschiedene Zeug- 
luSSß ausgezeichneter Zeitgenossen, unter ihnen ein Gedicht von Ronsard, beweisen, 
in welch hoher Achtung der Künstler gestanden. 
Man kennt nur Bildnisse von Clouet. In dem Katalog der Gemälde des Königs 
vom Jahr 1709-1710 kommen zwar auch einige Bilder aus der Geschichte der 
Medici, namentlich der Katharina von Medici, von James gemalt, vor; da sie aber 
VeTSChWuuden, lässt sich über die "Richtigkeit dieser Angabe kein Urtheil fällen. 
Während die französische Schule der Malerei bis in die ersten Jahrzehnte des 
17- JahThuudeTtS in der Nachahmung der durch Rosso und Primaticcio nach Frank- 
reich verpßanzten freien und grossen, aber oft aifektirten und oberflächlichen italie_- 
Fischen KuuStWeiSe beharrte, befolgte Clouet mehr die, zwar verhältnissmassig 
efWa-S Sfeifefe und trockenere, aber einfache und wahre niederländische. Wie 
dle Vfm Eyck, wie Memling, suchte auch er mit naivem Sinne die Natur mit 
möghchstel" Treue und grosser Vollendung der Details wieder zu geben. Wenn 
er aber nach dieSeT Seite hin Niederländer ist, so erscheint er als Franzose in 
der großen Eleganz des Styls und in dem feinen Geschmack, der ihn lehrte, 
ßhue Sich Voll der Wahrheit zu entfernen, welcher die Niederländer und Deutsche
        

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