Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1044069
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Claessens, Anthonie, der Jüngere 
Clasen , Carl. 
In der Karthäuserkirche zu Miraüores befand sich ein Gemälde mit einem Johannes, 
dem Täufer, und einem Bischof, welches Antonio Claesins Brugensis bezeichnet 
war. Aus der Familie dieses Claessens scheint eine Reihe von Malern hervorge- 
gangen zu sein , wenigstens werden häufig in den Kirchen spätere Bilder mit älteren 
Reminiscenzen ohne bedeutenderen Kunstwerth unter ihrem Namen gezeigt.  So 
scheint auch 
Claessens, Anthonie, der Jüngere, ein Verwandter des Vorigen gewesen zu sein. 
Von diesem sieht man in der Akademie zu Brügge ein im Jahr 1574 für den Gerichts- 
saal des dortigen Stadthauses gemaltes Bild des jüngsten Gerichtes, in welchem neben 
manchem Guten die Einfalt der alten Schule bereits beinahe ganz verschwunden er- 
scheint und die moderne" auf scharfe Charakteristik und genaue Naturwahrheit gehende 
Richtung entschieden heraustritt.  Von einem Pieter Claessens  ein solcher 
wurde 1516 in die Malergilde von Brügge als Lehrling von Adriaan Bekaert 
eingeschrieben, im Jahr 1526 Meister und starb 1576  sah man in der Gemälde- 
Vsammlung des Prinzen von Oranien zu Brüssel das tüchtige Bild eines knieenden 
Ritters mit vier Söhnen.  Ob er derselbe mit jenem Maler aus der Familie Claessens, 
welcher sich auf einem Bilde, den Triumph des Friedens darstellend, eine reiche 
Allegorie auf Kaiser Karl V. , Petrus Clacis unterschrieben , ist nicht ermittelt. 
 Claessens, Lambertus AIIÜOIIÜIS, ein vortreffliche-r Kupferstecher, geb. 1764 zu 
Antwerpen, gest. 1834 zu Rueil bei Paris, legte sich anfänglich auf die Landschafts- 
malerei, fühlte aber später eine stärkere Neigung für die Kupferstecherkunst, begab 
sich desshalb nach London, trat zu Bartolozze in die Lehre und bildete sich im 
Laufe der Zeit zu einem der ersten Künstler seines Fachs aus. Seine Stiche zeichnen 
sich durch die schöne Wirkung aus , welche er durch eine glückliche Verbindung der 
Nadel mit dem Grabstichel zu Stande brachte. Seine besten Blätter sind: die Ab- 
nahme vom Kreuz, nach Rubens Bild in der Kathedrale von Antwerpen (1808); 
die wassersüchtige Frau, nach Gerh. Dow (1823) ; der Aufzug der bewaffneten 
Bürger von Amsterdam im Jahr 1642, die sogenannte Nachtwache , nach Rembrandt 
(1797); der Fischverkäufer, nach Ostade; Bauerntabagie, nach Ostade; Interieur 
hollandais , nach P. de Hooge; die Segnung Jakobs , nach Rembrandt. 
Claessoon, Aert, auch Aertgen de voller, d. i. der Walker genannt, geb. zu 
Leyden 1498 und seit 1516 Schüler des Cornelis Engelbrechtsz, führte seine 
biblischen Gemälde erst im Style seines Lehrers, später in dem des Schocrel und 
Heemskerck aus. Bei einer guten und geistreichen Anordnung, haben dieselben 
aber dennoch etwas Hartes und Unliebliches. Man erwähnt von ihm: das Opfer 
Abrahams; Salornon's Urtheil; eine Geburt Christi; eine h. Familie und Hirten, das 
Christkind verehrend; die h. Anna bietet dem Christuskind eine Birne an; Jakobus, 
der Jüngere (die beiden Letzteren sind Flügelbilder); Christus vor Kaiphas; Christus 
am Kreuz. Claessoon führte auch Cartons für Glasgemälde aus, er scheint sie aber 
ziemlich fabrikrnässig gefertigt zu haben, da er sich nur 7 Sols für das Blatt zahlen 
liess, lieferte sie aber in solch ungeheurer Menge, dass man sich über ihre Incorrekt- 
heit nicht wundern darf. Er starb 1564. 
Clarke, George, ein englischer Bildhauer, geb. 1'795, geSt-1842, der sich u. A. 
besonders durch eine Kolossalbüste TVellingtorfs einen Namen gemacht. 
Glarot, Alexander, ein geschickter Historien- und Pvrträtmäliler zu Wien, von dem 
man auf den Kunstausstellungen seit einer Reihe von Jahren sehr gute Bildnisse und 
andere Gemälde sieht. In den Jahren 1840-1842 hatte er zu Prag unter Anderem 
auch einige trelfliche Copien, eine nach der Madonna del Calderino und eine nach 
der Fornarina von Raphael ausgestellt. 
Glasen, Garl, geb. 1812 zu Düsseldorf, bildete Sich auf der Akademie seiner 
Vaterstadt zu einem sehr tüchtigen Historienmaler aus. In seinen ersten Bildern 
bewegte er sich mehr auf dem Gebiet des Genre, wie z. B. in seinem Rudolph von 
Habsburg, der dem mit dem Abendmahl zu einem Kranken gehenden Priester sein 
Pferd überlässt, einem Gemälde, mit dem er. sich grossen Beifall erworben; in seinen 
Kindern mit den Schutzengeln u. S. W. Später beschäftigte er sich vorzugsweise mit
        

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