Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1044025
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Cipriani , Galgagno 
Circignano. 
Herrlichkeit der YVelt dem Graus des Todes zu erliegen bestimmt ist. Das zweite 
schildert das jüngste Gericht mit derselben Tiefe und Energie des Gedankens und ist 
zugleich durch die hohe Majestät der Composition ausgezeichnet, wodurch es auf 
geraume Zeit das Vorbild für ähnliche Darstellungen wurde. Die Motive der Be- 
wegung in den Gestalten Christi und der Maria dienten Michelangelo, die Anord- 
nung der Patriarchen und Apostel dem Fra Bartolommeo und Raphael zum Vor- 
bild. Da. diese Gemälde freier und kühner, dabei aber auch roher im Auftrage, und 
minder vollendet in der Technik sind, als seine YVandmalereien in der Kapelle Strozzi 
in S. Maria Novella und die mit seinem Namen bezeichnete Altartafel ebendaselbst, so 
wurde schon die Meinung aufgestellt, dass sie nicht von Orcagna herrührten. Allein, 
abgesehen von der ausdrücklichen Angabe seines Geschichtsschreihers, dass er zur Aus- 
führung derselben nach Pisa berufen worden, sind sie doch zu sehr geistesverwandt 
mit den letzteren, als dass man nicht annehmen müsste, sie stammen aus des Meisters 
früherer Zeit. Die Bilder in S. Maria Novelle. zeigen freilich die höchste Vollendung 
der Technik, deren Orcagna fähig war. Es weht durch sie ein hoher und edler 
Schönheitssinn; die Gestalten sind voll Adel, Klarheit und Heiterkeit, ebenso die 
Köpfe fast durchgehends höchst anmuthig, schön und voll Gefühl, während sie zu 
gleicher Zeit durch die Tiefe und Kraft des Ausdrucks fesseln. 
Schüler des Orcagna in der Kunst der Malerei waren; Bernardo Nello di 
Giovanni Falconi, Tommaso di Marco und Francesco Traini. 
Andrea hatte noch drei Brüder, die Künstler waren: den erwähnten Bern ardo, 
der älter als er und gleich ihm Maler war; einen zweiten, Ristcro, der sich der 
Bildhauer- und Baukunst beiliss, und J acopo, der ebenfalls in dem Buch der Maler- 
compagnie eingeschrieben war. Es kam ihm jedoch Keiner von ihnen in der Kunst 
auch nur entfernt nahe. Andrea selbst besass nur zwei Töchter, aber Bernardo 
hatte einen Sohn Mariotto, der sich auch der Malerei widmete, jedoch ebenfal1s_keine 
bedeutenden YVerke, die überdiess alle untergegangen sind, schuf. 
Literatur. Vasari, Leben der ausgezeichnetsten Maler, Bildhauer und Baumeister.  Lanzi, Ge- 
schichte der Malerei in Italien.  Rumohr, Italienische Forschungen.  Förster, Beiträge zur 
neueren Kunstgeschichte.  Kugler, Handbuch der Kunstgeschichte.  Burckhardt, der Cicerone. 
llllpferwerke. Lasinio, Pitfure a fresco del Campo santo di Pisa. Firenze, 1832. (Vergl. Rcsini, 
Descrizione delle pitture dcl Campo Santo di Pisa.)  Lasinio, La Piazza del Granduca di Firenze_ 
con i suoi Monumenti, dichiarati da. M. Misserini. Firenze, 1830.  D'Agincourt, Histoire de FAN: 
per les monuments. 
Oipriani, Galgagno, ein geschickter Kupferstecher, geb. 1775 zu Siena, ging 
in Raphael Morghems Schule, wurde 1808 Professoran der Akademie zu Neapel 
und lebt derzeit als Professor der Kupferstecherkunst an der k. k. Akademie zu Vene. 
dig. Zu seinen besten Stichen zählt man: Petrus und Paulus, nach Guido Reni 
(1804) und Johannes in der Wüste, nach Tizian. 
Gipriani, Giovanni Battista, Historienmaler und Kupferätzer, geb. zu Florenz 
1'732, gest. zu London 1785 , hatte sich durch seine in seiner Vaterstadt und deren 
Umgegend ausgeführten Bilder einen Namen erworben, als er 17 54 zur Ausführung 
einer Anzahl historischer Bilder nach England berufen wmirde. Hier malte er viele 
geschichtliche und mythologische, auch einige christliche Bilder und seine Arbeiten 
fanden vielen Beifall. Seine Bekanntschaft mit dem Kupferstecher Bartolozzi, 
der mehrere Blätter nach seinen Gemälden stach, veranlasste ihn, sich auch im Kupfey- 
stechen zu versuchen und man kennt einige hübsche Arbeiten in diesem Fach von ihm 
nach eigenen und fremden Erfindungen. Für sein bestes radirtes Blatt gilt; eine 
Maria mit dem Kindc. 
Literatur. Fioi-illo, Geschichte der Malerei in Grossbi-itannicn. 
Circignano, Niccolü, genannt delle Pomerance, von seinem Geburtsort, im 
Gebiet von Volterra, geb. 1519, gest. 1591, war ein lilalei- von handwerklicher 
Tüchtigkeit, der besonders in Rom für die Kirchen der Stadt und die päpstlichen 
Paläste eine Menge Bilder ausführte. Er arbeitete äusserst schnell, aber so wohl- 
fßil, dass er bei saurer Mühe wenig verdiente. J. B. de Cavalleriis, ein mittel- 
niassiger Kupferstecher, stach nach seinen Zeichnungen eine Sammlung- von 31 Blättern, 
die unter dem Titel: Die Siege der st-reitenden Kirche herauskamen, eine Benennung,
        

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