Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1044009
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Cimon 
Cione , Andrea di. 
Cimon, siehe Kimon.  
Cincinnato, R0m11l0, ein Maler, der, zu Florenz geboren, in der Malerei von 
F. Salviati in Rom unterrichtet und 1567 von Philipp ll. von Spanien an seinen 
Hof berufen wurde. Hier führte er viele Oel- und Frescogemälde für Kirchen und 
Paläste aus, die man heut zu Tage noch im Escorial, im Pal. del Pardo, in der real 
Academia zu Madrid, im Palast des Herzogs von Infantado zu Guadalaxara sieht. 
Seine Bilder werden von Kennern wegen der Grossartigkeit der Zeichnung, dem 
Verständniss in den anatomischen Theilen, wegen der Wirkung und dem Geschmack 
in Anwendung der Architekturen gerühmt. Er starb um 1600 und hinterliess zwei 
Söhne, Diego und Francisco, die er selbst in der Kunst unterrichtete und zu 
tücht-igen Künstlern heranzog. 
Literatur. Bermudez, Diccioiiario historico de los mas illustres professores de las bellas artes en Espaüa. 
Cinello, wird ein namhafter toskanischer Bildhauer, der Periode des germanischen 
Styls der Sculptur in Italien angehörig, genannt, der u. A. um 1337 das Grabmal 
des Cino d'Angibolgi in S. Andrea zu Pistoja fertigte. 
Gini, Jacopo, malte u. A. im Jahr 1373 das Bild der Madonna. mit mehreren 
Heiligen in der Zecca (Münze) zu Florenz. 
-Ci0li, Valerio, Bildhauer aus Settignano, der Sohn des Bildhauers Simone Cioli, 
eines Schülers von Contucci, erlernte die Bildhauerkunst bei seinem Vater und bei 
Tribolo. Er ist namentlich wegen seiner Geschicklichkeit in der Restauration an- 
tiker Bildwerke und durch die Statue der Sculptur, die er für das Grabmal des 
Michelangelo in S. Croce in Florenz ausführte, bekannt. 
Cione, Meister, ein treiflicher Goldschmied aus Florenz, der Vater des Folgenden, 
führte n. A. den grössten Theil eines für die Kapelle S. Johannes des Täufers in 
S. Giovanni zu Florenz bestimmten, 1356 begonnenen silbernen Altars aus, auf 
welchem in getriebener Arbeit und in halberhabenen Figuren, Begebenheiten aus dem 
Leben dieses Heiligen dargestellt waren. 
Clone, Andrea (li, mit dem Beinamen Orgagna. oder Orcagna, richtiger aber 
Arcagno, verstümmelt aus Arcagnolos", einer der vorzüglichsten Architekten, Bildhauer 
und Maler seiner Zeit, war der Sohn des Vorigen, eines ausgezeichneten Goldschmieds 
und wurde zu Florenz geboren. Er bildete sein frühe schon hervortret-endes Talent bei 
dem Bildhauer Andrea Pisano aus, widmete sich aber später der Malerei und führte 
mit Hülfe seines Bruder Bernardo in der Hauptkapelle von S. Maria Novelle. mehrere 
Fresken aus dem Leben der Maria aus, die aber schon wenige Jahre nach ihrer Voll- 
endung zu Grunde gingen. Darauf fertigte er, theils in Gemeinschaft mit seinem 
Bruder, theils allein, mehrere Wand- und Tafelmalereien für verschiedene Kirchen 
von Florenz, wodurch er sich einen so grossen Ruhm erwarb , dass er nach Pisa be- 
rufen wurde, um im dortigen Camposanto einen Theil der Wände mit Gemälden zu 
schmücken. Er stellte dort in zwei grossen ausgezeichneten Bildern: den Triumph 
des Todes  und das Weltgericht mit einer Menge Figuren, unter denen sich ver- 
schiedene Porträts berühmter Zeitgenossen betinden sollen, dar. Die dritte Dar- 
stellung: die Hölle, nach dem Entwürfe des Andrea von seinem Bruder Bernardo 
ausgeführt, ist weniger bedeutend. (Die ganze untere Hälfte des letzteren Bildes 
ist im 16. Jahrhundert durch Sollazzino {lau modern iibermalt und verändert wor- 
den, so dass man das ursprüngliche Gemälde nur noch auf einem alten Kupferstiche, 
den Morrona in seiner „Pisa illustrata." mittheilt, erkennen kann.) Nach seiner Rück- 
kunft führte er in S. Croce zu Florenz drei Frescobilder aus, die, einig-e kleinere Ab- 
änderungen ausgenommen, den in Pisa gemalten ganz ähnlich waren, nur noch 
ileissiger und richtiger behandelt gewesen sein sollen. (Sie sind nicht mehr vor- 
handen.) Zwischen diesen Malereien beschäftigte sich Orcagna hin und wieder 
auch mit Sculpturarbeiten, widmete sich-aber zu gleicher Zeit mit grossem Fleisse 
' Der wahre Beiname das Künstlers , wie er in den Urkunden des Domatchivs von Florenz zum Oefteren 
Yßrllzmmt, in 1' A r cagnu olo. E: wurde nämlich wegen der Schönheit seiner Engel und Erzengel An dr es 
detßli Archugnu oli genannt, woraus 1'A rcangnuolo und durch Verstümmlung Arcagna, Orcaghb 
en stand. 
" Abgebildet in den D enk m älern d er K uns t. Atlas zu Kuglera Handb. der Kunstgesch. Taf. 63 , Fig. 5.
        

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