Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1043906
322 
Chimenti 
Qhodowiecky. 
Masstabe nachzubilden. Eine Anzahl solcher Darstellungen vorzüglicher Bauwerke 
des alten Roms, sowie des Tempels zu Pästum und der Maison quarree zu Nimes u.s.w. 
findet sich im herzoglichen Kunstkabinet zu Gotha. 
Chimenti, Jacobo, genannt da Empoli, Maler, geb. zu Empoli bei Florenz 1554, 
gest. 1640, war ein Schüler von Tommaso da San-Friano, und bildete sich haupt- 
sächlich nach den WVerken des Andrea del Sarto, welche er aufs geschickteste 
copirte. In den Uliicien zu Florenz sieht man von ihm ein grosses Bild; einen Heili- 
gen im Magistratskostüm auf einem Thron , zu beiden Seiten eine Donatorenfamilie, 
welches durch edle Auffassung der Wirklichkeit und Gluth der Farbe an die besten 
alten Florentiner erinnert. Auch ein: Gott Vater, den Adam belebend, ebendaselbst, 
hat grosse Vorzüge. Andere Bilder des Meisters lindet man in verschiedenen Kirchen 
von Pistoja, Pisa, Empoli u.s.w, Die Gallerie des Belvedere zu Wien besitzt von 
ihm eine Susanne. von zwei Mägden bedient; das Louvre zu Paris: eine heil. Jungfrau 
mit dem Jesuskind und dem h. Yvo; das Museum zu Madrid: Christus am Oelberge, 
eine grosse Composition, von vielem Geschmack und grosser Reinheit der Zeichnung. 
(Lithographirt in der Colleccion litograüca de Cuadros del Rey de Esparla u.s. w.) 
Chiodarolo, GiO. Maria, Maler aus Bologna um 1515, einer der tüchtigeren Schüler 
des F racnia, malte hauptsächlich Fresken. Unter den von seinem Lehrer und 
seinen Mitschülern in S. Cecilia zu Bologna gemalten Fresken aus der Legende dieser 
Heiligen ist die Rosenkröuung der heil. Verlobten durch Engel, ein Werk seiner Hand. 
ChiOIIiS, ein altgriechischer Bildhauer aus Korinth, der gemeinschaftlich mit Amy- 
klaeos und Diyllos im Auftrage der Phocenser wegen der unter Tellius' Führung 
über die Thesallier erfochtenen Siege ein WVeihegeschenk für Delphi, einen Dreifuss- 
raub darstellend, ausführte. Von den fünf Figuren dieser Darstellung fertigte Ohio- 
nis die Bilder der Athene und der Artemis. 
Chodowiecky, Daniel Nicolaus, ein berühmter Kupferätzer und Maler, geb. zu 
Danzig 1726, gest. zu Berlin 1801, musste sich anfänglich dem Kaufmannsstande wid- 
men, und konnte sich nur in seinen Freistunden gemeinschaftlich mit seinem Bruder 
Gottfried in seinem Lieblingsfache, im Zeichnen und Malen, worin beide schon früh- 
zeitig vom Vater, aber freilich ungenügend, unterrichtet worden waren, üben , bis 
seine Fortschritte, die er ohne Lehrer und nur auf sich selbst angewiesen, machte, es 
ihm erlaubten, sich der Kunst ganz widmen zu dürfen. Er beschäftigte sich zuerst mit 
Copieen nach Kupferstichen, dann mit der Emaillemalerei auf Dosen, worin ihn ein 
Pole, Namens Haid, unterrichtete, und machte erst später Versuche mit eigenen 
Cornpositionen. Nachdem er sich 1745 verheirathet, legte er Sich auf die Miniatur- 
porträtmalerei, und seine Bildnisse, die sich durch treue Auffassung des Charakteristi- 
SChCn und lebendige Wahrheit auszeichneten, fanden allseitigen Anklang. Daneben 
setzte er die Uebungen im Zeichnen in der Privatakadelnie von Rode fort, wodurch 
sein Auge auch für Beobachtung des Lebens der öffentlichen und Privatgesellschaft 
ungemein geschärft wurde, und gieng dann zum Oelmalen über. Seine ersten Versuche 
hierin waren: ein alter Mannskopf; ein Vater, der bei einer Frau um ihre Tochter für 
seinen Sohn anhält, und Elieser, der für Isaak um die Rebekka wirbt; dann malte er 
auch einige Wochenstuben, endlich noch ein Bild in Rembrandt-k Gcschnlack, Alle 
diese Arbeiten wurden bei Nacht ausgeführt, da. andere Beschäftigungen seine übrige 
Zeit in Anspruch nahmen. Im Jahr 1758 machte er den ersten Versuch im Radiren. 
Nach wiederholten Verbesserungen brachte er auch wirklich eine Platte, den häss- 
lichen und verwachsenen Dosenstecher Fonvielle darstellend, zu Stande , die für eine 
Erstlingsarbeit zu seiner Zufriedenheit ausfiel. Er liess derselben bald andere Platten 
folgen, ohne noch mit dem Plan umzugehen, das Radiren zu seinem Hauptfach zu 
machen. Diese geistreich hingeworfenen Radirungen erregten indessen die Aufmerk- 
samkeit der Kenner, und als er bald darauf, veranlasst durch einen französischen 
Kllpferstieh, es unternahm, Jean Calas' Abschied von seiner Familie zu eomponiren 
11m1 in Oel zu malen, und dieses Bild dann auf das Drängen seiner Freunde radirt 
hatte, erregte diese Platte solch grosses Aufsehen, dass von dieser Zeit an sein
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.