Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1043853
ChapllY 
Charlet 
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letzte Arbeit, David, nach seinem Sieg über Goliath, von ihm noch in Gyps aus- 
geführt, nach seinem Tode 1838 von Togatier in Bronze gegossen und in Genf 
aufgestellt, ist ein in begeistertem religiösem Sinne aufgefasstes Werk, im Gedanken, 
wie in der Ausführung gleich schön. 
Ghapuy, Nicolas Marie! Joseph, Architekt und vorzüglicher Zeichner und Litho- 
graph, geb. zu Paris 1790 , hat sich, ausser der Restauration gothischer Denkmäler, 
durch Herausgabe verschiedener architektonischer Werke , zu welchen er die Zeich- 
nungen und theilweise auch die Lithographieen fertigte, rühmlichst bekannt gemacht. 
Dahin gehört sein WVerk über die Kathedralen Frankreichs, sein „Moyen äge pitto- 
resque", seine "Souvenirs d'un voyage dans le Midi de la Franco", höchst interes- 
sante, theils landschaftliche, theils architektonische Skizzen, klar aufgefasst und 
weich und warm behandelt. Weitere trelfliche Lithographien von ihm finden sich in 
Girauldt de Prangfs „Souvenirs de Granade", in Labordes „Voyage de l'Arabe", in 
Puttrich's Denkmalen von Sachsen u. s. w. 
Chardigny, Pierre J oseph, ein Bildhauer und Medailleur, bekannt durch mehrere 
Büsten, worunter die des Kardinal Talleyrand Perigord besonders gerühmt wird. Im 
Jahr 1839 vollendete er die für das Stadthaus zu Paris bestimmte Statue des Bild- 
hauers Jean Goujon. . 
Chardin, Jean Baptist Simäon, geb. 1699 zu Paris, gest. daselbst 17 7 9, erhielt 
seinen ersten Unterricht in der Malerei bei Cazes und trat hernach in das Atelier 
von Noel Coypel, der ihn die Nebendinge in seinen Bildern ausführen liess, wo- 
durch er, auf die unmittelbare Nachahmung der Natur angewiesen, plötzlich auch 
hierin seinen eigentlichen Beruf erkannte. Er begann nun zunächst mit Bildern von 
leblosen Thieren und Stillleben, in denen er eine solche Naturwahrheit erreichte, 
dass seine Arbeiten für Gemälde alter niederländischer Meister gehalten wurden. Erst 
von 1737 an beschäftigte er sich dann auch mit der Ausführung von Genrebildern und 
seine ersten Versuche darin fielen gleich so glücklich aus dass Darstellungen solcher 
Art von nun an seine meiste Zeit in Anspruch nahmen. Die meisten seiner Bilder 
bestehen demnach in Porträts, Blumen- und Küchenstücken, vorzüglich aber in Scenen, 
welche dem Familienleben angehören. Er entnahm diese seiner nächsten Umgebung 
und wusste sie mit einer solchen Unbefangenheit und Naivität, mit einer solchen 
Innigkeit und Gemüthlichkeit und in so lebensvoller, harmonischer Weise zu behandeln, 
dass er den vorzüglichsten holländischen Meistern derselben Richtung sehr nahe steht, 
und in einer Zeit, WO die Kunst gänzlicher Verbildung verfallen war, eine doppelt 
wohlthuende Erscheinung bildet. Sie zeichnen sich durch die YVahrheit des Ausdrucks, 
das Verständniss des Helldunkels, durch den markigen und sichern Vortrag aus. Im 
Louvre zu Paris sieht man mehrere trcffliche Bilder von ihm. 
Ohareas, ein griechischer Erzbildner, der um 320 v. Chr. Geb. blühte und nach 
Plinius eine eherne Statue Alexander's des Grossen und seines Vaters Philipp ausge- 
führt haben soll. 
Chares, von Lindos , ein Schüler des Lysippos, der im Anfang des dritten Jahr- 
hunderts v. Chr. Geb. blühte und angeblich nach einer Arbeit von 12Jahren und 
mit einem Aufwand von 300 Talenten, den grössten unter den hundert Sonnenkolossen 
zu Rhodos, das über 100 Fnss hohe eherne Kolossalbild des Sonnengottes fertigte, 
Welches Sich, ein Wunder der Welt, am Hafen der Stadt Rhodos erhob , aber schon 
56 (oder 66) Jahre nach seiner Aufstellung durch einErdbeben umgestürzt wurde. Als 
eine weitere Arbeit des Chares bezeichnet Plinius einen kolossalen Kopf aus Erz, wel- 
chen der COIISIII P.Lentu1us auf dem Kapitol geweiht hatte. Die kunsthistorische Be- 
deutmlg des Chares besteht darin, dass er die sikyonische Kunst nach Rhodos ver- 
P5311111, WC Sich dieselbe in der nächst folgenden Zeit zu einer neuen selbstständigen 
Blüßhß entwickelte. Gleich wie bei Lysippos zeigt sich in seinen Werken das Be- 
streben , den Werth des Kunstwerks in die Massenhaftigkeit zu setzen. 
Charlet , Professor des Zeichnenunterrichts an der polytechnischen Schule in Paris, 
geh- däfßelbst 1733, gest. 1846, ein Schüler des Baron Gros, machte sich durch seine 
geistreichen Croquis und Aquarellen, in denen er die Schlachten der Republik und
        

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