Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1043589
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Carpioni 
Carstens. 
Unter seine schönsten Blätter zählt man: Diogenes, nach Parminianin o, Hell- 
dunkel von 4 Platten; Aeneas und Anchises, nach Raphael (1518), Helldunkel von 
3 Platten; den Tod des Ananias, nach Dems. (1518), Helldunkel von 3 Platten; 
David enthauptet den Goliath, nach Dems., Helldunkel von 3 Platten; die Kreuz- 
abnahme, nach Dems. , Helldunkel von 3 Platten; die Geburt der Maria, nach Julio 
Romano; den Kindermord zu Bethlehem, Helldunkel von 3 Platten, nach Dems.; 
den wunderbaren Fischzug, nach einer Zeichnung Raphaels zu den berühmten 
Tapeten, Helldunkel von 3 Platten; Herkules erwürgt den nemeischen Löwen, nach 
Raphael. Bartsch in seinem „Peintre graveur" theilt ein Verzeichniss seiner 
Blätter mit. 
Carpioni, GiIIIiO, Historienmaler und Kupferätzer, geb. zu Venedig 1611, gest. 
zu Verona 1674, war ein Schüler von Alessandro Varotari, bildete sich aber später 
mehr nach Cantarini. Er fertigte eine Menge kleinerer Genrebilder, Bacchanalien, 
Kindertänze, Fabeln, Allegorien u. s. w. darstellend, und Porträts. Die Dresdner- 
Gallerie und die Gallerie des Belvedere zu Wien besitzen mehrere derartige alle- 
gorische und mythologische Darstellungen von ihm.  "Carpioni hat auch mit Geist 
und Geschmack eine Anzahl Blätter radirt, unter denen man: den h. Antonius von 
Padua; Christus am Oelberg; eine lesende Maria; eine h. Familie, Maria, welche 
das Kind aus dem Korbe hebt; Maria mit dem Rosenkranz als die besten bezeichnet. 
Carriera, Rosalba, eine ihrer Zeit berühmte Malerin, geb. 1675, gest. 1757, er- 
lernte die Oelmalerei bei Giuseppe Diamantini, legte sich aber später auf die 
Miniaturmalerei, worin sie es zu einer grossen Vollkommenheit brachte; ihr Ruhm 
bestand jedoch namentlich. in ihren Pastellbildnissen, in denen sie bei aller Anmuth 
und Leichtigkeit fast die Kraft der Oelgemälde zu erreichen wusste. Sie fertigte 
eine ausserordentliche Menge Bildnisse, denn ihr Ruf verbreitete sich eben so weit 
als rasch. Fast alle Fürsten und Grossen der damaligen Zeit liessen sich von ihr 
malen und die Akademien zu Rom, Bologna und Paris nahmen sie imter die Zahl 
ihrer Mitglieder auf. Man kennt von ihr indessen auch verschiedene anmuthsvolle 
Gemälde religiösen und allegorischen Inhalts. Die Dresdner-Gallerie besitzt gegen 
anderthalb hundert Porträts, und andere kleine Bilder aus der christlichen Geschichte 
oder der Allegorie angehörig von Rosalba. 
Literatur. Museo Fiorentino, woselbst auch ihr Porträt im Stich. 
Cars, Laurent, ein seiner Zeit sehr beliebter Kupferätzer und Stecher, geb. zu 
Lyon 1702, gest. zu Paris 1771 , war der Sohn und Schüler des Kupferstechers Jean 
Frangois Car s. Unter die besten seiner zahlreichen Blätter von lieblicher YVeich- 
heit und zartem Schmelz, nennt man: Herkules spinnt bei der Omphale; Herkules 
schlägt den Cacus todt, beide nach le Moine. 
Carstens, Asmus Jakob, ein ausgezeichneter Historienmaler, wurde 1754 zu Sankt 
Jürgen, einem Dorfe bei Schleswig, wo sein Vater Müller war, geboren. Schon 
frühe äusserte sich bei ihm eine grosse Neigung zum Zeichnen und Malen, die durch 
die mächtigen Eindrücke, welche die Gemälde von J urian Ovens, einem Schüler 
von Rembrandt, im Dome von Schleswig auf ihn machten, noch gesteigert wurde; 
allein die Bemühungen, ihn bei dem obscuren Schleswiger Maler Gew e, oder später 
gar bei dem berühmten T ischbein in Kassel in die Lehre zu bringen, zerschlugen 
sich, und so musste er sich entschliessen, Kaufmann zu werden und zu Eckern- 
förde als Lehrling in eine Weinhandlung zu treten. Nachdem er in derselben fünf 
Jahre zugebracht, während welcher Zeit er sich in seinen Freistunden immerdar mit 
Zeichnen und Porträtmalen beschäftigt hatte und sein Trieb zur Malerei unwider- 
stehlich geworden war, verliess er den Kaufmannsfand und begab sich im Jahr 1776 
nach Kopenhagen, wo die Gemälde und Antiken der k. Gallerie seine Seele so mäch- 
tig ergrilfen, dass sein Entschluss, Maler zu werden, jetzt für's Leben gefasst war. 
Hier studirte er nun die Antiken, aber ohne sie nachzuzcichnen, sondern indem er 
sie lediglich durch Betrachtung seinem Geiste einprägte, wodurch er eine ungemeine 
Fertigkeit erlangte, sich alle Formen des menschlichen Körpers rund vorzustellen; 
auch hörte er einen Cursus über Anatomie, die Akademie besuchte er aber nicht. da
        

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