Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A - E
Person:
Müller, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1040427
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1043579
Carpentero 
Garpi , Hugo da. 
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in Venedig: eine Krönung der Maria, unaussprechlich schön im Ausdruck, und in 
der Akademie daselbst die Begegnung des Joachim und der Anna, zu beiden Seiten 
die h. Ursula und Ludwig den IX. von Frankreich. In die Gemäldesammlung des 
Museums der bildenden Künste zu Stuttgart gingen aus der Gallerie Barbini-Breganze 
zu Venedig zwei Bilder von Carpaccio über; Madonna mit dem Kinde und den h. h. 
Thomas von Aquino, Marcus und dem Bischof Ludwig, mit der Namensinschrift und 
der Jahrszahl1507, und die Steinigung des heil. Stephans (angeblich aus der er- 
wähnten Reihenfolge von Bildern aus der Geschichte dieses Heiligen mit der Jahrs- 
zahl 1525  
Seine Schüler waren: Benedetto Carpaccio, vielleicht sein Sohn oder Neffe, 
von dem sich einige Bilder in Capo dTstria mit den Jahrszahlen 1537 und 1541 be- 
ünden, Giovanni Mansueti und Lazzaro Sebastiani. 
Carpentero, Hendrik, geb. zu Antwerpen 1820, bildete sich unter Braekeler und 
de Keyser zu einem tüchtigen Genremaler aus, dessen Bilder, worunter wir nament- 
lich anführen: einen Zug Verwundete; das Innere eines WVirthshauses; die fröhliche 
Gesellschaft; der galante Schütze; 'Jä.ger mit Wildpret u.  durch die ebenso 
charaktervolle Auflassung als zierliche Behandlung anziehen. 
Garpi, Girolamo da, geb. 1501, ein Maler aus Ferrara, dessen eigentlicher Familien- 
name Girolamo Bianchi gewesen sein soll, ging in die Schule des Benvenuto 
G arofal o , begab sich aber später nach Bologna, wo er vielfach beschäftigt wurde und 
einen grossen Ruf erlangte, bis er dort ein Bild von Correggio kennen lernte, dessen 
Schönheit ihn so entzückte, dass er nicht nur alsbald eine Copie davon anfertigte, 
sondern auch Sogleich nach Modena und Parma eilte, um die dortigen Gemälde des 
grossen Meisters gründlich zu studiren und zu copiren, was er auch mit so vielem 
Fleiss und so vielem Glück that, dass wohl manche scheinbare Wiederholungen jener 
Bilder Copieen von seiner Hand sein mögen. Nach Bologna zurückgekehrt, malte 
er dort mehrere Bilder, von denen unter Anderem eine Vermählung der h. Katharina 
in der Salvatorkirche, die h. drei Könige in S. Martino noch heute daselbst zu sehen 
sind. Nach dem Tode seines Vaters liess er sich in Ferrara nieder, führte daselbst 
in Oel und Fresco verschiedene Bilder für Kirchen aus und malte auch theils allein, 
theils in Gemeinschaft mit seinem früheren Lehrer einige Häuser-Fagaden. Später 
widmete er sich auch hin und wieder der Baukunst. Er fertigte dem Kardinal Hippo- 
lyt von Ferrara für seinen Garten auf dem Monte Cavallo zu Rom die reichen Holzver- 
zierungen, war auch eine Zeitlang im Dienste des Papstes Julius III. als Aufseher 
über die Bauten im Belvedere thätig, und stellte, nachdem er dieses Amt bald wieder 
aufgegeben, zu Ferrara den abgebrannten Theil des Kastells wieder her. Er starb 
1556, nach Andern erst 1569. 
Garpi, Hugo da, ein Maler und sehr geschickter Formschneider in Helldunkel, 
dessen Familienname eigentlich P anico war, denn er unterschrieb sich auf einer Rech- 
nung selbst: Hugo Fiolo del Conte Astolfo da Panico. Vermuthlich benannte 
er sich nach Seinem Geburtsort Carpi, woselbst sich seine Eltern niedergelassen hatten, 
und er wahrscheinlich um 1486 geboren wurde. Er arbeitete schon 1518 und lebte 
noch 1532. 
Wenn auch nicht der Erfinder der Formschneidekunst, scheint Hugo da Carpi 
doch wenigstens der erste gewesen zu sein, der dieselbe in Italien eingeführt und wesent- 
lich vervollkommnet hat. Ein Schüler Raphaels, führte er unter dessen Leitung, 
ja öfters, wie z. B. in dem schönen Blatt der Sibylle, nach dessen unmittelbaren 
Zeichnungen verschiedene treifliehe Blätter in Heudunkel von Zwei und drei Holz- 
platten aus; auch scheint er zu Parmigdanino in einem ähnlichen Verhält-niss ge- 
Standen zu sein. Seine Blätter geben den Geist des Vorbilds mit möglichster Treue, 
im Charakter der Formen, im Sinn der Bewegungen und mit dem ganzen pikanten 
Eifßkt der Lichter und Schatten auf das Lebendigste wieder. Sie sind auf graues 
und gelbes Papier gedruckt und in guten Abdrücken selten. Der grösste Theil von 
ihnen hßirweder Seinen, noch des Zeichners Namen. Auf einigen liest man seinen 
Namen mit allen Buchstaben oder auch abgekürzt. 
Müller, Künstler-Lexikon. 19
        

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